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ABRUFARBEIT - ARBEIT AUF ABRUF
Abrufarbeit bezeichnet ursprünglich ein Arbeitsverhältnis, bei dem die Dauer der
Arbeitszeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht festliegt. Der Arbeitgeber konkretisiert das
Arbeitsverhältnis und die Arbeitszeit im Bedarfsfall. Ein Arbeitsvertrag regelt im Wesentlichen nur die Höhe des Entgeltes pro geleistete Stunde. Im Zweifel
besteht damit zwar ein Arbeitsverhältnis, der Arbeitnehmer kann aber auch über längere Zeit nicht in Anspruch genommen werden und erhält auch kein Entgelt.
Sinn eines Abrufarbeitsverhältnisses ist eine Flexibilisierung der Arbeitszeit. Abrufarbeit ist häufig in Arbeitsverträgen der Systemgastronomie
(beispielsweise McDonald’s u. Ä.) zu finden. Kritiker meinen die Abrufarbeit führe zur Prekarisierung. Aufgrund der Regelungen des Kündigungsschutzes
haben deutsche Arbeitsgerichte solche Arbeitsverträge schon früh für nichtig erklärt[1].
Im deutschen Arbeitsrecht regelt inzwischen der § 12
TzBfG des Teilzeit- und Befristungsgesetz die Abrufarbeit (nach der Legaldefinition Arbeit auf Abruf). Danach ist Abrufarbeit zulässig, wenn arbeitsvertraglich eine
bestimmte wöchentliche und tägliche Arbeitszeit festgelegt wird. Wird dies unterlassen, so gilt eine Wochenstundenzahl von zehn Stunden als vereinbart. Fehlt es an einer
vertraglichen Festlegung der täglich zu leistenden Arbeitszeit, hat der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers jeweils für mindestens drei aufeinander folgende
Stunden in Anspruch zu nehmen. Der Arbeitnehmer hat das Recht, die Arbeit zu verweigern, wenn der Arbeitgeber die Arbeitszeiten nicht wenigstens vier Tage im Voraus konkretisiert.
In Tarifverträgen können für die Abrufarbeit vom Gesetz abweichenden Regelungen geschaffen werden, auch solche, die für die Arbeitnehmer ungünstiger sind.
Damit werden die Begriffe KAPOVAZ und „Arbeit auf Abruf“ faktisch synonym.
Im Unterschied zu Abrufarbeit bezieht sich der Begriff KAPOVAZ ursprünglich auf eine
Arbeitsformen, in der eine festes Arbeitszeitkontingent, beispielsweise 20 Stunden die Woche, festgelegt und auch bei Nichtinanspruchnahme zu entgelten ist, die
Konkretisierung der Arbeitszeiten jedoch kurzfristig - in der Theorie sehr kurzfristig - und variabel durch den Arbeitgeber erfolgen kann.
Das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG über Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich der Pausen sowie die
Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage gilt auch für Abrufarbeit und KAPOVAZ.
Kein Abrufarbeitsverhältnis liegt bei einer ungleichmäßigen Arbeitszeitverteilung aber so genannter Vollzeit vor, wie zum Beispiel bei Schichtarbeit. Der § 12 TzBfG ist auch
nicht auf Arbeitsbereitschaft, Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst sowie auf Überstunden anwendbar.
ABRUFARBEIT - ARBEIT AUF ABRUF |
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