Arbeitsmarktindikator (auch Arbeitsmarktkennzahl) bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre
Kennzahlen, die Auskunft über die aktuelle Arbeitsmarktsituation eines Landes geben. Ziel ist dabei insbesondere das Aufzeigen von Fehlentwicklungen wie z. B. Unterbeschäftigung bzw.
Arbeitslosigkeit oder die Qualität der Arbeitsvermittlung. Darüber hinaus finden Arbeitsmarktindikatoren auch Anwendung zum Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit des
Produktionsfaktors Arbeit zwischen verschiedenen Ländern.
Arbeitsmarktindikator - Messung von Unterbeschäftigung Der wichtigste Indikator zur Messung von
Unterbeschäftigung ist die Arbeitslosenquote (ähnlich: Erwerbslosenquote). Sie misst die Arbeitsuchenden als Anteil am Erwerbspersonenpotenzial. Die
Beschäftigungs- bzw. Erwerbsquote misst die Erwerbstätigen als Anteil an der Bevölkerung. Die Partizipationsrate ergibt sich aus dem Anteil der Erwerbstätigen am
Erwerbspersonenpotenzial. Informationen über das Vorliegen von Unterbeschäftigung geben auch Kennzahlen zur Teilzeitarbeit. Meist werden die Teilzeitbeschäftigten als
Anteil an den Erwerbstätigen gemessen.
Arbeitsmarktindikator - Qualität der Arbeitsvermittlung
Ein wichtiger Indikator zur Messung der Qualität der Arbeitsmarktvermittlung ist die Zahl der offenen Stellen. Auch Informationen über Langzeitarbeitslosigkeit (wie z. B. der
Anteil Langzeitarbeitsloser an den Gesamtarbeitslosen) geben Aufschluss über die Effizienz der Arbeitsbehörden. Eine wichtige Grundlage für eine effektive
Arbeitsvermittlung ist die Kenntnis der vermittelnden Behörde um Arbeitssuchende. Dies ist der Fall, wenn die Zahl der registrierten Arbeitslosen annähernd der Zahl an
Arbeitssuchenden entspricht. Eine so genannte stille Reserve (auch versteckte Arbeitslosigkeit genannt) erschwert die Vermittlung ebenso wie die Registrierung nicht
arbeitswilliger Personen.
Arbeitsmarktindikator - Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit Auch Indikatoren, die Wettbewerbsfähigkeitsvergleiche zwischen Volkswirtschaften
zulassen, gehören im weiteren Sinne zu den Arbeitsmarktindikatoren. Wichtige Kennzahlen sind hier beispielsweise die Arbeitsproduktivität (gemessen z. B. in Output
je Arbeitsstunde) oder die Häufigkeit von Arbeitskonflikten (üblicherweise erfasst über die durch Streik verlorenen Arbeitstage je 1.000 Beschäftigten). Auch die Länge der
Arbeitszeit (messbar z. B. über die durchschnittliche Jahres- oder Wochenarbeitszeit abhängig Beschäftigter) lässt Rückschlüsse auf die Wettbewerbsfähigkeit einer
Volkswirtschaft zu. Andere, stärker auf Kosten bezogene Kennzahlen hierzu sind beispielsweise die Lohnkosten oder die Lohnstückkosten.
Arbeitsmarktindikator - Sonstige Bedeutungen Arbeitsmarktindikatoren erlangen auch für Steuererhebung gesamtwirtschaftliche
Bedeutung. Kennzahlen zur Messung der Schwarzarbeit beispielsweise erlauben Rückschlüsse auf die dem Staat entgangenen Steuereinnahmen.