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ARBEITSMIGRATION NACH DEUTSCHLAND
Anwerbung von Menschen zum Zwecke der Erwerbsarbeit und des wirtschaftlichen
Aufbau eines Staates wird schon verstärkt seit dem Dreißigjährigen Krieg betrieben, insbesondere
Preußen betrieb eine forcierte Zuwanderungspolitik. Motivation der Anwerbung war dabei aus Sicht des anwerbenden Staates in der Regel noch nicht
vorrangig die Suche nach Arbeitskräften für bestehende Betriebe, sondern der Anreiz zum Aufbau neuer Landwitschaftsbetriebe (und anderer Betriebe)
zum Zwecke der Binnenkolonisation bevölkerungs- und strukturschwacher Bereiche innerhalb des Herrschaftsbereich des anwerbenden Staates, sowie
der wirtschaftlichen Weiterentwicklung durch das Know-How hochqualifizierter Menschen aus dem Ausland.
Arbeitsmigration im engeren Wortsinne setzt in
Zusammenhang mit der Industrialisierung ein. In den Industrieregionen des Deutschen Reiches bestand Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere eine starke
Zuwanderung von Polen, die allerdings zum Teil aus den Ostgebieten den Deutschen Reiches stammten (siehe z.B. Ruhrpolen), also z.T. Binnenmigranten waren.
Die große Migrationsphase der Arbeitsmigranten im 20. Jahrhundert begann in Deutschland während der 1950er Jahre, als Deutschland während der Phase des
Wirtschaftswunders einen Mangel an Arbeitskräften erfuhr und Gastarbeiter aus dem Ausland anwarb.
Geplant war, auch im anfänglichen Sinne vieler Angeworbener, ein Rotationsprinzip:
Ein zeitlich begrenzter Aufenthalt (i. d. R. zwei bis drei Jahre) gefolgt von einer Rückkehr in die Heimat. Das Rotationsprinzip erwies sich für die Industrie als nicht
effizient, weil dadurch die erfahrenen Arbeitskräfte durch neue unerfahrene ausgetauscht wurden. Die Unternehmen forderten gesetzliche Regelungen zur
Verlängerung der Aufenthaltserlaubnisse.
Viele dieser Gastarbeiter holten in der folgenden Zeit ihre Familien nach und blieben für
immer. Bis in die 1970er Jahre kamen so über fünf Millionen Gastarbeiter und ihre Familien nach Deutschland, vorwiegend aus den Mittelmeerländern Italien, Spanien,
dem ehemaligen Jugoslawien, Griechenland, Portugal und der Türkei.
Etwa seit 1990 kamen aber auch Gastarbeiter aus Osteuropa (insbesondere aus
Polen) nach Westeuropa, aufgrund des Zerfalls des Ostblocks, dem Mauerfall und der EU-Erweiterung 2005.
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