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ARBEITSZEITGESETZ
Das deutsche Arbeitszeitgesetz setzt Rahmenbedingungen für die Arbeitszeiten der
Arbeitnehmer in Deutschland. Es ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer verbindlich.
Basisdaten
Titel: Arbeitszeitgesetz Abkürzung: ArbZG Art: Bundesgesetz Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland Rechtsmaterie: Arbeitsrecht FNA: 8050-21
Ursprüngliche Fassung vom: 6. Juni 1994 (BGBl. I S. 1170, 1171) Inkrafttreten am: 1. Juli 1994 Letzte Neufassung vom: 2. Juni 2003 (BGBl. I S. 744)
Letzte Änderung durch: Art. 229 VO vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407, 2435) Inkrafttreten der letzten Änderung: 8. November 2006 (Art. 559 VO vom 31. Oktober 2006)
Bitte beachte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung! Das Arbeitszeitgesetz beruht auf der Europäischen Richtlinie 93/104/EG vom 23.
November 1993. Vor dem Inkrafttreten des Arbeitszeitgesetzes war die Arbeitszeit der Beschäftigten in Deutschland in der Arbeitszeitordnung geregelt.
Zweck des Gesetzes ist nach dessen § 1, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer bei der Arbeitszeitgestaltung zu gewährleisten und die
Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeiten zu verbessern sowie den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen
Erhebung der Arbeitnehmer zu schützen.
Arbeitszeitgesetz - Anwendungsbereich Das Arbeitszeitgesetz gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer (Arbeiter und Angestellte
sowie die zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten); ausgenommen sind gem. § 18 folgende Personengruppen und Branchen:
- leitende Angestellte im Sinne des § 5 Abs. 3 des Betriebsverfassungsgesetzes, - Chefärzte, - Leiter von öffentlichen Dienststellen und deren Vertreter sowie Arbeitnehmer im
öffentlichen Dienst, die zu selbständigen Entscheidungen in Personalangelegenheiten befugt sind, Arbeitnehmer, die in häuslicher Gemeinschaft mit den ihnen anvertrauten Personen
zusammenleben und sie eigenverantwortlich erziehen, pflegen oder betreuen, - der liturgische Bereich der Kirchen und der Religionsgemeinschaften,
- Personen unter 18 Jahren, für diese gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz, - Arbeitnehmer auf Kauffahrteischiffen als Besatzungsmitglieder, für diese gilt das Seemannsgesetz,
Arbeitnehmer als Besatzungsmitglieder von Luftfahrzeugen, für diese gilt die Zweite Durchführungsverordnung zur Betriebsordnung für Luftfahrtgerät.
- Das Arbeitszeitgesetz gilt somit nicht für Beamte und Soldaten. Für diese gelten spezielle beamtenrechtliche Arbeitszeitverordnungen (des Bundes und der Länder).
Die Bestimmungen der §§ 3 bis 13 des Gesetzes (das sind die mit den Arbeitszeitregelungen) gelten auch nicht für Arbeitnehmer, welche hoheitliche Aufgaben
(also Aufgaben eines Beamten) wahrnehmen, sofern es nicht für diese Fälle einen Tarifvertrag gibt (§ 19).
Arbeitszeitregelungen
Arbeitszeit im Sinne dieses Gesetzes ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen. Im Einzelfall sind vertragliche Änderungen möglich. Nach der
Grundregelung in § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden,
wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Für
Nachtarbeitnehmer muss der Ausgleich auf durchschnittlich acht Stunden gem. § 6 Abs. 1 Satz 1 ArbzG innerhalb eines Monats hergestellt werden.
Das Arbeitszeitgesetz gibt einen Rahmen vor, der allerdings durch Vereinbarungen zwischen den Tarifparteien (Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung) oder
Ausnahmegenehmigungen der zuständigen Behörde im Rahmen des Gesetzes erweitert werden kann.
Sonn- und Feiertagsregelungen
Grundsätzlich dürfen gem. § 9 ArbZG Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen nicht beschäftigt werden.
§ 9 Sonn- und Feiertagsruhe
(1) Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.
(2) In mehrschichtigen Betrieben mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht kann Beginn oder Ende der Sonn- und Feiertagsruhe um bis zu sechs Stunden vor- oder
zurückverlegt werden, wenn für die auf den Beginn der Ruhezeit folgenden 24 Stunden der Betrieb ruht.
(3) Für Kraftfahrer und Beifahrer kann der Beginn der 24stündigen Sonn- und
Feiertagsruhe um bis zu zwei Stunden vorverlegt werden.
§ 10 ArbZG enthält lebenswichtige Arbeiten (Rettungsassistenten, Rettungssanitäter,
Ärzte, Krankenschwestern, Mitarbeiter der Feuerwehr) oder für dringende oder sonstige Arbeiten, die zwingend nicht auf Werktage verschoben werden können, einen
Katalog von Ausnahmen. Auch in diesem Zusammenhang sind abweichende Regelungen durch Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde möglich.
Arbeitszeitgesetz - Ruhen § 4 ArbZG Ruhepausen
Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten
bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen
nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne
Ruhepause beschäftigt werden.
§ 5 ArbZG Ruhezeit (1) Die Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine
ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden (in Ausnahmefällen nur 10 h) haben.
(2) Die Dauer der Ruhezeit des Absatzes 1 kann in Krankenhäusern und anderen
Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen, in Gaststätten und anderen Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung, in Verkehrsbetrieben, beim
Rundfunk sowie in der Landwirtschaft und in der Tierhaltung um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn jede Verkürzung der Ruhezeit innerhalb eines Kalendermonats
oder innerhalb von vier Wochen durch Verlängerung einer anderen Ruhezeit auf mindestens zwölf Stunden ausgeglichen wird.
(3) Abweichend von Absatz 1 können in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen Kürzungen der Ruhezeit durch
Inanspruchnahmen während der Rufbereitschaft, die nicht mehr als die Hälfte der Ruhezeit betragen, zu anderen Zeiten ausgeglichen werden.
Arbeitszeitgesetz - Gesetzesverstöße
Verstöße des Arbeitgebers gegen die Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes können nach dem Katalog des § 22 ArbZG umfassend als Ordnungswidrigkeiten geahndet
werden. Begeht der Arbeitgeber Verstöße gegen materielle Regelungen des Gesetzes (und nicht nur gegen Aushang- und Informationspflichten) vorsätzlich und wird dadurch
Gesundheit oder Arbeitskraft eines Arbeitnehmers gefährdet oder wiederholt der Arbeitgeber den Verstoß beharrlich, so begeht er eine Straftat des Nebenstrafrechts.
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