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GRAVIERER - GRAVEUR

Gravierer (oder Graveur) ist eine Berufsbezeichnung im Bereich des Kunsthandwerkes. Die Tätigkeit besteht in der Einarbeitung eines vertieften Motives in ein hartes Material.


Gravierer - Berufsbild
Der Stich auf Stahl oder Kupfer wurde oft von einer erlesenen Gruppe Gravierer hergestellt, die auf Deutsch „Stecher“ genannt werden. Die ersten Gravierer waren auch nahezu ausnahmslos Goldschmiede. Diese Gravierer arbeiteten als kleine selbständige Unternehmer und der Beruf wurde von Vater auf Sohn vererbt. Gravierer arbeiteten für verschiedene Verlage oder waren selber auch Verleger. Beim Druck vom Stein (Lithografie) spricht man auch von „Steingravur“.

Der Gravierer ist damit heute mehr im künstlerischen Bereich angesiedelt – wo es sich um Kleinauflagen oder Einzelstücke handelt. Motive werden für Schmuck, Dekorationsobjekte oder Kunstdrucke erstellt oder umgesetzt.

Das wichtigste Handwerkszeug des Graveurs waren neben Hammer und Meißel der Stichel zur Herstellung von Kupferstichen, schmückenden Gravuren oder Münzprägewerkzeugen. Diese auch heute noch gängigen Handwerkszeuge werden seit einigen Jahren verstärkt durch modernste CNC-Techniken ergänzt.


Gravierer - Stempeldruck in der Frühzeit
Die Kunst des Stempelschneidens und Gravierens war seit dem 4. Jahrhundert bekannt. Die ältesten Drucke waren Präge- bzw. Blinddrucke ohne Druckfarbe.

Kupferstich: Werke aus dem Kupferstichkabinett Berlin - Briefmarkensatz DDR
 Hochdruck ab dem 15. Jahrhundert [Bearbeiten]Johannes Gutenberg verbesserte die bis dahin benutzte Presse im 15. Jahrhundert. Dadurch erfuhr der Buchdruck einen Aufschwung und verbreitete sich weltweit. Bis in die 1970er hinein war der Hochdruck das wichtigste Verfahren zur Herstellung von Büchern.

Der Hochdruck ist ein mechanisches Druckverfahren. Die druckenden Teile sind auf dem Druckträger erhaben, während die nicht druckenden Teile vertieft liegen. Da der Hochdruck ein direktes Druckverfahren ist, das heißt die Druckform gibt die Farbe direkt auf den Bedruckstoff ab, muss das Druckbild auf dem Druckträger spiegelverkehrt sein. Das Druckbild wird zunächst eingefärbt und dann gegen den Bedruckstoff gepresst. Man unterscheidet je nach Beschaffenheit mehrere Arten von Druckformen. Harte Hochdruckformen sind aus Holz, Metall, Kupfer, Zink, Eisen, Stahl, Messing oder einer Legierung aus Blei, Antimon und Zinn. Sie haben durch ihren hohen Härtegrad auch eine hohe Widerstandskraft. Dies ermöglicht den Druck von hohen Auflagen.

Dies war die Blütezeit der Gravierer und wir begegnen bei Druckerzeugnissen aus dieser Zeit auch immer wieder denselben Namen.


Gravierer - Flachdruck im 20. Jahrhundert
Seit dem Anfang des 20 Jahrhunderts gewinnt der Offsetdruck an Bedeutung und heute spielt der Hochdruck eine im Vergleich zu anderen Druckverfahren untergeordnete Rolle. Der Beruf des Gravierers ist aus diesem Bereich nahezu verschwunden. Die Technik des indirekten Flachdrucks ermöglicht höhere Auflagen und raschere Produktionszeiten.

 

Aktualisiert: 10.03.2010

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