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Aktualisiert: 10.03.2010












































 

INDUSTRIEKAUFMANN

Industriekaufmann ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in Industriebetrieben und Dienstleistungsunternehmen angeboten.


Geschichte des Industriekaufmanns
Der Beruf Industriekaufmann wurde 1936 erstmals als anerkannter Lehrberuf verzeichnet. Im Jahre 1957 wurde das Berufsbild durch Erlass geändert.

Seit dem 1. August 2002 gilt die aktuelle Ausbildungsordnung für Industriekaufleute. Neu ist, dass es eine verstärkte Kundenorientierung gibt und dass Berufsqualifikationen wie z.B. Wirtschaftsenglisch und die Anwendung von Microsoft Office massiv verstärkt wurden. Die Ausbildung / Umschulung zum Industriekaufmann/frau gilt als die anspruchsvollste und renommierteste kaufmännische Berufsausbildung in Deutschland.


Berufsbild des Industriekaufmann
Industriekaufleute werden in Unternehmen jeglicher Art und Größe für die Planung, Durchführung und Kontrolle der verschiedensten kaufmännischen Aufgabenbereiche eingesetzt. Ziel ist es Industriekaufleute so auszubilden, dass sie in der Lage sind, alle kaufmännischen Aufgaben zu erledigen. Dies wird insbesondere bei kleinen Unternehmen vorausgesetzt, um eine Festanstellung zu bekommen.

In größeren Unternehmen setzt sich immer häufiger eine Spezialisierung auf ganz bestimmte Funktionsbereiche wie z.B. Materialwirtschaft, Vertrieb, Marketing, Personal oder Rechnungswesen durch. Diese Art der Spezialisierung wird wohl zukünftig (durch die Globalisierung der Weltwirtschaft) immer mehr an Bedeutung gewinnen.


Arbeitsorte des Industriekaufmanns
Industriekaufleute arbeiten in kleinen Büros oder in Großraumbüros, wo sie am Computer Geschäftsvorgänge buchen oder Angebote erstellen und vergleichen. In Besprechungszimmern diskutieren sie Verkaufsförderungmaßnahmen oder Einkaufsstrategien. Arbeitsorte sind auch Produktionshallen, hier überprüfen sie beispielsweise Maschinenbelegungen oder kontrollieren Lagerbestände.


Ausbildung / Umschulung der Industriekaufleute
In der Berufsschule werden folgende berufsbezogene Lernfelder vermittelt:

Investitions- und Finanzierungsprozesse planen; personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen; Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren; Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren; Jahresabschlüsse analysieren und bewerten; Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren; Wertströme erfassen und dokumentieren; Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen; Unternehmensstrategien und -projekte umsetzen; marktorientierte Geschäftsprozesse eines Industriebetriebes erfassen; das Ausbildungsunternehmen in globalwirtschaftliche Zusammenhänge einordnen.

Die Ausbildung / Umschulung dauert in der Regel drei Jahre, kann jedoch auf zwei Jahre verkürzt werden. Diese Verkürzung muss jedoch durch den Betrieb genehmigt und rechtzeitig bei der Deutsche Industrie- und Handelskammer beantragt werden. Alle Anträge auf Verkürzung der Ausbildungszeit werden als Einzelfallentscheidung bearbeitet. Eine bundeseinheitliche Regelung (z.B. sehr guten Notendurchschnitt) gibt es hierbei nicht.


IHK-Prüfung des Industriekaufmann
Die IHK-Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen:

Schriftliche Prüfung:
- Geschäftsprozesse (BWL) - höchstens 180 Minuten.
- Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (Rechnungswesen) - höchstens 90 Minuten.
- Wirtschafts- und Sozialkunde (VWL und Wirtschaftsrecht) - höchstens 60 Minuten.

Mündliche Prüfung:
Die mündliche Prüfung besteht aus einer Präsentation und einem Fachgespräch. Hier sollen die Prüfungsteilnehmer/innen in einer Präsentation und einem Fachgespräch über eine selbstständig durchgeführte Fachaufgabe zeigen, dass sie komplexe Fachaufgaben aus der Welt der Industriekaufleute in der Praxis lösen können. Zur Vorbereitung der Präsentation ist ein höchstens fünfseitiger Report zu erstellen. Präsentation und Fachgespräch sollen zusammen höchstens 30 Minuten dauern.


Verdienst des Industriekaufmanns
Bei Berufseinsteigern (direkt nach bestandener IHK-Abschlussprüfung) liegt die Bruttogrundvergütung zwischen 1.600 € und 1.800 €. Nach ca. 20 Jahren Berufspraxis liegt das Bruttogrundgehalt bei ca. 3.000 €.


Weiterbildung des Industriekaufmann
Typische Weiterbildungsmöglichkeiten für Industriekaufleute sind:
- Fachkaufmann IHK (wird für verschiedene Fachrichtungen angeboten)
- Industriefachwirt IHK
- Bilanzbuchhalter IHK
- Bachelorstudium im Studiengang Betriebswirtschaftlehre

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