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BILDUNGSURLAUB
Bildungsurlaub ist eine besondere Form des Urlaubs, die der beruflichen oder
politischen Weiterbildung dient. Er wird oft auch Bildungsfreistellung genannt, um den Eindruck eines
Erholungsurlaubs zu vermeiden.
Bildungsurlaub in der Bundesrepublik Deutschland Der Bildungsurlaub wurde in der Bundesrepublik
Deutschland in den 70er und 80er Jahren eingeführt, nach der deutschen Einigung auch in drei ostdeutschen Ländern. Gesetzliche Regelungen gibt es für Betriebsratmitglieder nach dem
Betriebsverfassungsgesetz von 1972 und für Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes (Bund) aufgrund eines Rundschreibens zur Arbeitsbefreiung
aus dem Jahr 1965, zuletzt geändert 1997. Anders als andere Urlaubsformen ist der Bildungsurlaub auch bei Arbeitnehmern nicht bundesgesetzlich geregelt.
Stattdessen gibt es in vielen Bundesländern Landesgesetze, die dem Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Gewährung von Bildungsurlaub einräumen.
In der Regel gehen diese Landesgesetze von einer bezahlten Freistellung von fünf Arbeitstagen pro Jahr aus. Der Freistellungsanspruch ist in der Regel auf Themen der
politischen und beruflichen Bildung beschränkt; im Gegensatz zur Frühzeit des Bildungsurlaubs liegt heute das Schwergewicht der Nutzung auf berufsnahen
Angeboten. Der bildungspolitische Sinn dieser Regelungen besteht in der Auffassung, dass solche Veranstaltungen mobilisierend wirken könnten für das lebenslange Lernen.
Folgende Bildungsurlaubsgesetze gelten derzeit: - Berlin: Berliner Bildungsurlaubsgesetz; - Brandenburg: Brandenburgisches Weiterbildungsgesetz;
- Bremen: Bremisches Bildungsurlaubsgesetz; - Hamburg: Hamburgisches Bildungsurlaubsgesetz - Hessen: Hessisches Gesetz über den Anspruch auf Bildungsurlaub;
- Niedersachsen: Niedersächsisches Gesetz über den Bildungsurlaub für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer; - Mecklenburg-Vorpommern: Bildungsfreistellungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern;
- Nordrhein-Westfalen: Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz Nordrhein-Westfalen; - Rheinland-Pfalz: Landesgesetz über die Freistellung von Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern für Zwecke der Weiterbildung; - Saarland: Saarländisches Weiterbildungs- und Bildungsurlaubsgesetz;
- Sachsen-Anhalt: Gesetz zur Freistellung von der Arbeit für Maßnahmen der Weiterbildung; - Schleswig-Holstein: Bildungsfreistellungs- und Qualifizierungsgesetz
- In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen gibt es keine Bildungsurlaubsgesetze.
Für Beamte ist die Thematik des Bildungsurlaubs in den Regelungen über den
Sonderurlaub mitenthalten, etwa in § 7 der SonderurlaubsVO des Bundes bzw. den Parallelvorschriften der Länder.
Während in den 80er Bildungsurlaub noch überwiegend durch die Teilnahme von Arbeitern geprägt wurde, sind die Bildungsurlaube heute sehr heterogen mit Arbeitern
und Angestellten besetzt. Der Anteil von Frauen ist noch immer gering, hat sich aber gesteigert.
Derzeit nehmen nur etwa ein bis zwei Prozent aller Arbeitnehmer ihren Anspruch auf
Bildungsurlaub wahr. Das ist auch eine Folge intensiver betrieblicher und rechtlicher Konflikte um dieses Recht; es wurde immer wieder bezweifelt, ob bei solchen
Seminaren die Weiterbildung im Vordergrund stehe. Auch wenn die Hochzeit des Bildungsurlaubs vorüber zu sein scheint, bleibt er eine Chance zum regelmäßigen
Auftanken und bietet als Wochenseminar - aus der Sicht der Erwachsenenbildung betrachtet - die Möglichkeit interessanterer Lernarrangements als andere Zeitformen.
BILDUNGSURLAUB
Der Artikel über Sonderurlaub basiert auf dem Artikel Sonderurlaub aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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