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Aktualisiert: 03.07.2008












































 

NEWS VOM ARBEITSMARKT

28.02.2008 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar 2008

„Die gute Arbeitsmarktentwicklung der letzten Monate hält an. Die Arbeitslosigkeit nimmt weiter ab und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter zu. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibt auf sehr hohem Niveau“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im Februar:-42.000 auf 3.617.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:-630.000
Arbeitslosenquote im Februar:-0,1 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Januar auf Februar bundesweit um -42.000 auf 3.617.000 (West: -36.000 auf 2.347.000; Ost: -6.000 auf 1.270.000) verringert. Der Rückgang ist etwa so groß wie im vergangenen Jahr. Üblicherweise gab es sonst im Februar leichte Zunahmen der Arbeitslosigkeit. Somit errechnet sich saisonbereinigt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um -75.000. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Februar 630.000 weniger Arbeitslose gezählt.

Dass sich der Trend kräftiger saisonbereinigter Rückgänge der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten noch verstärkt hat, liegt zum einen an dem bisher relativ milden Winter. Die saisonbedingten Einschränkungen sind vergleichsweise gering geblieben. Zum anderen kann das Saisonbereinigungsverfahren die Auswirkungen des Saisonkurzarbeitergeldes, das es seit dem letzten Winter gibt, noch nicht vollständig abbilden. Das Saisonkurzarbeitergeld lässt die Winterarbeitslosigkeit geringer ausfallen als in den Jahren zuvor.

Die anhaltend günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Geholfen haben außerdem die Arbeitsmarktreformen und ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Januar saisonbereinigt um 73.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis Dezember reichen, saisonbereinigt um 72.000 zugenommen. Durch den milden Winter und die beschäftigungstabilisierende Wirkung des Saisonkurzarbeitergeldes dürften diese Zuwächse überzeichnet sein.

Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Dezember auf Januar aus jahreszeitlichen Gründen um 609.000 auf 39,59 Millionen gesunken. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbstätigkeit um 519.000 zugenommen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Dezember nach der Hochrechnung der BA bei 27,22 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 588.000. Dabei entfällt mehr als die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen und Rückgänge bei den in Arbeitsgelegenheiten Beschäftigten und ausschließlich geringfügig Beschäftigten.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Dezember auf 3,52 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 8,2 Prozent.

Das gemeldete Stellenangebot ist im Februar saisonbereinigt um 2.000 gesunken. Dabei blieben die ungeförderten Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, unverändert. In den letzten drei Monaten hat sich der Stellenbestand um monatsdurchschnittlich 8.000 und die ungeförderten „normalen“ Stellen um 3.000 reduziert. Nicht saisonbereinigt hat sich der gesamte Stellenbestand von Januar auf Februar um 37.000 auf 565.000 Stellen erhöht. Von diesen Stellen waren 86 Prozent sofort zu besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 59.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 61 Prozent oder 344.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren 25.000 mehr als vor einem Monat und 28.000 weniger als vor einem Jahr.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Alles in allem waren das im Februar 999.000 Stellen, 146.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im Februar stieg der BA-X weiter um 2 auf 247 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 53 Punkten entspricht. Damit hält sich die Nachfrage von Unternehmen nach Mitarbeitern auf hohem Niveau.
Quelle: arbeitsagentur.de



30.01.2008 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2008


„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Januar weniger gestiegen als üblich. Das Beschäftigungswachstum hält an und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau stabil“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im Januar: +253.000 auf 3.659.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:-625.000
Arbeitslosenquote im Januar:+0,6 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Dezember auf Januar bundesweit um 253.000 auf 3.659.000 (West: +152.000 auf 2.383.000; Ost: +101.000 auf 1.276.000) erhöht. Eine Zunahme ist in diesem Monat üblich, vor allem in den Saisonberufen. Jedoch war der aktuelle Anstieg schwächer als im Durchschnitt der beiden Jahre zuvor (+341.000). Somit errechnet sich saisonbereinigt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um -89.000. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Januar 625.000 weniger Arbeitslose gezählt.

Dass die saisonbereinigten Rückgänge der Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Monaten so hoch ausgefallen sind, liegt zum einen an dem bisher relativ milden Winter. Die saisonbedingten Einschränkungen sind vergleichsweise gering geblieben. Zum anderen kann das Saisonbereinigungsverfahren die Auswirkungen des Saisonkurzarbeitergeldes, das es seit dem letzten Winter gibt, noch nicht vollständig abbilden. Das Saisonkurzarbeitergeld lässt die Winterarbeitslosigkeit geringer ausfallen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Dezember saisonbereinigt um 30.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis November reichen, saisonbereinigt um 34.000 zugenommen.

Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von November auf Dezember aus jahreszeitlichen Gründen um 166.000 auf 40,20 Millionen gesunken. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbstätigkeit um 586.000 zugenommen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im November nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,46 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 545.000. Dabei entfällt knapp die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen und Rückgänge bei den in Arbeitsgelegenheiten Beschäftigten und ausschließlich geringfügig Beschäftigten.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Dezember auf 3,52 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 8,1 Prozent

Das gemeldete Stellenangebot ist im Januar saisonbereinigt um 21.000 gesunken. Dabei haben sich die ungeförderten Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, um 8.000 verringert. In den letzten drei Monaten hat sich der Stellenbestand um monatsdurchschnittlich 10.000 und die ungeförderten „normalen“ Stellen um 4.000 reduziert. Nicht saisonbereinigt hat sich der gesamte Stellenbestand von Dezember auf Januar um 17.000 auf 528.000 Stellen verringert. Von diesen Stellen waren 90 Prozent sofort zu besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 65.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 60 Prozent oder 319.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren 16.000 weniger als vor einem Monat und 19.000 weniger als vor einem Jahr.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Alles in allem waren das im Januar 933.000 Stellen, 131.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im November stieg der BA-X weiter um 3 auf 246 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 58 Punkten entspricht. Damit verstetigt sich die hohe Nachfrage nach Mitarbeitern in Unternehmen.
Quelle: arbeitsagentur.de



02.01.2008 - Nur wenige arbeiten bis 65

Ende 2004 waren nur rund fünf Prozent aller 64-jährigen Männer sozialversiche-rungspflichtig beschäftigt. Bei 64-jährigen Frauen lag die Beschäftigungsquote mit drei Prozent im Westen und einem Prozent im Osten sogar noch erheblich darunter. Wer die Regelaltersrente erreicht, ist demnach meist gar nicht mehr erwerbstätig, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Bereits ab 55 sinken die Beschäftigungsquoten, ab 60 Jahren sogar rapide. „Ein Ausscheiden vor dem 65. Lebensjahr ist immer noch die Regel. 64-Jährige stehen so gut wie nicht mehr im Erwerbsleben“, so die Autorin der Studie, Franziska Hirschenauer.

Trotz der ungünstigen konjunkturellen Entwicklung sind zwischen 2000 und 2004 die Beschäftigungsquoten der Menschen über 60 gestiegen. Gleichzeitig ist aber auch die verdeckte Arbeitslosigkeit gewachsen.

Jenseits der 60 ist kaum noch jemand registriert arbeitslos
Die Arbeitslosenstatistik spiegelt die Beschäftigungsprobleme Älterer nur teilweise wider. So waren im Jahr 2004 beispielsweise 12 Prozent der westdeutschen und 21 Prozent der ostdeutschen Männer im Alter von 59 arbeitslos, ohne in der Statistik registriert zu sein. Bei den ab 60-Jährigen sinken diese Anteile, sie bleiben jedoch deutlich über denjenigen der registrierten Arbeitslosen. Damit war Ende 2004 die Zahl der nicht registrierten Arbeitslosen in allen Altersgruppen ab 58 größer als die Zahl der registrierten Arbeitslosen.

Grund dafür ist zum einen die so genannte „58er Regelung“, nach der bis 2007 die Betroffenen Arbeitslosengeld beziehen konnten, ohne dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Sie tauchen dann aber auch in den Arbeitslosenstatistiken nicht mehr auf. Auch die gestiegene Inanspruchnahme der Altersteilzeit hat bei den über 58-Jährigen zu niedrigeren Arbeitslosenzahlen geführt.

Bei guter Arbeitsmarktlage arbeiten mehr Ältere
Ein regionaler Vergleich zeigt, dass die Erwerbsintegration der Älteren dort am höchsten ist, wo die Arbeitsmarktlage generell gut ist. Teile Bayerns und die meisten Agenturbezirke Baden-Württembergs weisen die höchsten Beschäftigungsquoten und niedrigsten Arbeitslosenanteile von Älteren auf. „Überraschend und ernüchternd ist aber, dass die Beschäftigungssituation Älterer auch dort nicht annähernd gut genug ist“, betont Hirschenauer.

Reformen werden die regionalen Unterschiede verstärken
Die Unterschiede zwischen den Regionen seien noch gering ausgeprägt, da die über 60-Jährigen kaum am Arbeitsmarkt präsent seien. Mit der geplanten Abschaffung noch bestehender vorzeitiger Rentenzugangsmöglichkeiten und der Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 werden diese Unterschiede aber deutlicher zutage treten und die regionalen Jobchancen stärker widerspiegeln, prognostiziert Hirschenauer.
Quelle: iab



12.12.2007 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2007

„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im November zurückgegangen. Erwerbstätigkeit und Beschäftigung wachsen weiter und die Zahl der offenen Stellen ist nach wie vor hoch“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im November: -55.000 auf 3.378.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -617.000
Arbeitslosenquote im November: -0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Oktober auf November bundesweit um 55.000 auf 3.378.000 (West. -40.000 auf 2.225.000; Ost: -15.000 auf 1.154.000) verringert. Der Rückgang fiel stärker aus als in den letzten Jahren (2004 bis 2006 monatsdurchschnittlich -21.000), allerdings geringer als im vergangenen November (-89.000). Saisonbereinigt errechnet sich eine Abnahme der Arbeitslosigkeit von -53.000. Der Trend kräftiger saisonbereinigter Abnahmen setzt sich damit fort.

Gegenüber dem Vorjahr gab es im November 617.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf der guten Konjunktur und dem damit verbundenen Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach neuesten Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 2007 jahresdurchschnittlich um 73.000 abnimmt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Oktober saisonbereinigt um 33.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit im September saisonbereinigt um 42.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt hat die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von September auf Oktober um 180.000 auf 40,36 Millionen zugenommen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 682.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im September nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,45 Millionen; gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 577.000. Dabei entfällt weiterhin etwa die Hälfte der Beschäftigungszunahme auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten betrug nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im August 4,79 Millionen, 12.000 mehr als vor einem Jahr. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen. Die Zahl der Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten war dagegen weiter rückläufig.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Oktober auf 3,47 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 8,1 Prozent.

Das gemeldete Stellenangebot hat sich im November saisonbereinigt insgesamt um 1.000 erhöht. Auch die Stellen für „normale“ ungeförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, verzeichnen ein Plus von 2.000. Nicht saisonbereinigt gab es im November insgesamt 577.000 Stellen, von denen 90 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um 32.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 62 Prozent oder 359.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse; das waren 10.000 mehr als vor einem Jahr.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im November 942.000 Stellen, 136.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im November stieg der BA-X weiter um 4 auf 233 Punkte. Das entspricht einem Plus zum Vorjahr von 57 Punkten.

Die Nachvermittlungsaktion der Ende September noch unversorgten Bewerber für Berufsausbildungsstellen wird von Arbeitsagenturen und Kammern mit großem Einsatz betrieben. Bisher wurden 86 Prozent der damaligen unversorgten Bewerber eingeladen. Rund die Hälfte der Jugendlichen erschienen und der überwiegenden Zahl von ihnen wurde ein Angebot gemacht.

Insgesamt hat sich bisher die Zahl der unversorgten Bewerber um 12.500 auf 16.700 verringert. Von den Jugendlichen, die nicht mehr als unversorgt gelten, mündeten fast drei Fünftel in betriebliche Ausbildungen, Einstiegsqualifizierungen, Schule, Studium oder andere Qualifizierungsangebote ein.



22.11.2007 - IAB: 1,25 Millionen offene Stellen im dritten Quartal

Im dritten Quartal 2007 lag die Zahl der offenen Stellen bei 1,25 Millionen. Das zeigt eine Betriebsbefragung, mit der das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) regelmäßig das gesamte Stellenangebot erfasst, also auch jene Stellen, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden.

Mit rund 990.000 offenen Stellen in Westdeutschland und rund 265.000 in Ostdeutschland sei der Arbeitskräftebedarf „auf hohem Niveau stabil“, so das IAB. Gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres gab es in beiden Regionen jeweils rund 35.000 Stellenangebote mehr.

Im dritten Quartal 2007 waren im Osten rund 80 Prozent aller Stellen sofort zu besetzen – ein im Zeitvergleich hoher Wert. Der kurzfristige Arbeitskräftebedarf auf dem ersten Arbeitsmarkt spielte hier die Hauptrolle. Im Westen lag der Anteil der sofort zu besetzenden Stellen mit 61 Prozent vergleichsweise niedrig. Hier suchten die Unternehmen wieder mit mehr zeitlichem Vorlauf nach Personal.

Jede zweite Stelle war den Arbeitsagenturen gemeldet
Etwa 642.000 Stellen waren den Arbeitsagenturen gemeldet. Dies entspricht einer relativ hohen Meldequote von 51 Prozent. Die Meldequoten schwanken im Jahresverlauf, und so haben beispielsweise die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in den letzten Monaten publizierten Schätzungen die Zahl der offenen Stellen zu hoch angesetzt. Bei diesen Schätzungen wurde die Zahl der BA gemeldeten Stellen anhand früherer, niedrigerer Meldequoten auf die Gesamtzahl der offenen Stellen hochgerechnet. Die Daten des IAB beruhen dagegen auf einer neuerdings einmal pro Quartal stattfindenden Befragung von rund 8.000 Betrieben und Verwaltungen. Sie zeichnen ein erheblich genaueres Bild als die bislang üblichen Schätzungen.

Positive Beschäftigungsentwicklung
Es sei keine schlechte Nachricht, dass es statt der vom Institut der deutschen Wirtschaft geschätzten 1,4 Millionen offenen Stellen tatsächlich nur 1,25 Millionen gebe, betont das IAB. Denn an der positiven Arbeitsmarktentwicklung werde deutlich, dass sich der Arbeitskräftebedarf im Großen und Ganzen gut in Beschäftigung umsetze. So gab es im dritten Quartal 2007 rund 560.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr als im Vorjahr.

„Die derzeitige Zahl der offenen Stellen ist kein Beleg für einen flächendeckenden Fachkräftemangel“, erklärt die IAB-Arbeitsmarktexpertin Anja Kettner. Zudem sei der Bestand an offenen Stellen dynamisch: Laufend werden offene Stellen besetzt und kommen neue offene Stellen hinzu.

Die Ergebnisse der IAB-Erhebung des dritten Quartals 2007 zum gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot stehen im Internet unter Quelle: IAB http://doku.iab.de/grauepap/2007/os0703.pdf.



31.10.07 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Oktober

„Die gute Konjunktur ist stabil und verstärkt die übliche Herbstbelebung: die Arbeitslosigkeit nahm stärker ab als sonst in einem Oktober, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte weiter deutlich zu und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau“, erklärte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt.

Arbeitslosenzahl im Oktober: -110.000 auf 3.434.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -650.000
Arbeitslosenquote im Oktober: -0,2 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent
Die Arbeitslosigkeit hat sich von September auf Oktober im Zuge der anhaltenden Herbstbelebung um 110.000 auf 3.434.000 (West: -70.000 auf 2.265.000; Ost: -40.000 auf 1.169.000) verringert. Dies ist im Oktober üblich, weil Betriebe nach Beendigung der Ferien wieder verstärkt einstellen. Allerdings fiel der aktuelle Rückgang stärker aus als in den letzten Jahren (2004 bis 2006 monatsdurchschnittlich -98.000). Entsprechend errechnet sich ein saisonbereinigter Rückgang der Arbeitslosigkeit von -40.000. Der Trend kräftiger saisonbereinigter Abnahmen setzt sich damit fort.

Gegenüber dem Vorjahr gab es im Oktober 650.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf der guten Konjunktur und dem damit verbundenen Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach neuesten Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 2007 jahresdurchschnittlich um 73.000 abnimmt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im September saisonbereinigt um 39.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit im August saisonbereinigt um 62.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt hat die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von August auf September um 323.000 auf 40,18 Millionen zugenommen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 672.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im August nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,17 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 589.000. Dabei entfällt etwa die Hälfte der Beschäftigungszunahme auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten betrug nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im August 4,86 Millionen, 81.000 mehr als vor einem Jahr. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen. Die Zahl der Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten war dagegen weiter rückläufig.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr in allen Bundesländern gestiegen. Zunahmen gab es auch in fast allen Branchen. Lediglich im Kredit- und Versicherungsgewerbe und in der öffentlichen Verwaltung gibt es noch Beschäftigungsverluste.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den September auf 3,44 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 7,9 Prozent.

Das gemeldete Stellenangebot hat sich im Oktober saisonbereinigt insgesamt um 5.000 erhöht, die ungeförderten Stellenangebote sind um 5.000 gestiegen. Auch die ungeförderten Stellen für „normale“ ungeförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, verzeichnen ein Plus von 4.000. Nicht saisonbereinigt gab es im Oktober insgesamt 609.000 Stellen, von denen 93 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um 18.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 63 Prozent oder 382.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, das waren 25.000 mehr als vor einem Jahr.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im Oktober 976.000 Stellen, 151.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im Oktober stieg der BA-X erneut um 6 auf 229 Punkte. Das entspricht einem Plus zum Vorjahr von 58 Punkten.
Quelle: arbeitsagentur.de



11.09.07 - Top Ten der offenen Stellen im Monat September

Kaufleute, Handwerker und Gesundheitsberufe sind derzeit auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt.

Im September standen der Bundesagentur für Arbeit (BA) 992.000 Stellen zur Vermittlung zur Verfügung - 168.000 Stellen mehr als im Vorjahr. 81% der Stellen zielen auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt ab. Von den 992.000 Stellen waren 440.000 als ungeförderte

und 189.000 als geförderte bei den Agenturen für Arbeit gemeldet, 124.000 wurden zusätzlich über den BA-Job-Roboter und 224.000 durch die Job-Börse der BA erfasst. Außerdem waren bei der BA 18.000 Stellen aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie für Freiberufler und Selbständige registriert. Unter den Spitzenreitern in den Top Ten der ungeförderten gemeldeten Stellen finden sich kaufmännische Berufe: Warenkaufleute mit 26.000, Werbe- und Dienstleistungskaufleute mit 25.000 und Bürofachkräfte mit 19.000 Stellen gehören zu den häufigst gefragten Berufen.
Quelle:
www.arbeitsagentur.de



02.09.07 - Zahl der Arbeitslosen im August gesunken

„Die gute konjunkturelle Lage wirkt sich weiter positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosigkeit ist im August weiter gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst, und die Zahl der offenen Stellen ist nach wie vor hoch“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im August: -10.000 auf 3.705.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -666.000
Arbeitslosenquote im August: -0,1 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Juli auf August um 10.000 auf 3.705.000 (West: -6.000 auf 2.444.000; Ost: -3.000 auf 1.262.000) verringert. Der Rückgang war zwar schwächer als in den Jahren zuvor (2004 bis 2006 durchschnittlich: -22.000), saisonbereinigt errechnet sich aber gleichwohl ein Minus von 15.000. Der Trend saisonbereinigter Abnahmen hat sich damit fortgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr wurden im August 666.000 weniger Arbeitslose gezählt. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit erklärt sich vor allem mit dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach neuesten Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2007 jahresdurchschnittlich um 73.000 abnimmt

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juli saisonbereinigt um 39.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis Juni reichen, saisonbereinigt um 7.000 zugenommen. Die zuletzt schwächeren Anstiege der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung dürften auch eine Gegenbewegung auf die außergewöhnlichen Zuwächse infolge des milden Winters sein. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Juni auf Juli geringfügig um 8.000 auf 39,79 Millionen gesunken. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbstätigkeit um 633.000 zugenommen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juni nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 26,88 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 526.000. Dabei entfällt etwa die Hälfte der Beschäftigungszunahme auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juni 4,97 Millionen betragen, 121.000 mehr als vor einem Jahr.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Juli auf 2,62 Millionen, die saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,2 Prozent.

Das gemeldete Stellenangebot lag im August weiter über dem Vorjahreswert, saisonbereinigt ist es gegenüber Juli insgesamt geringfügig um 2.000, bei den ungeförderten Stellenangeboten um 5.000 gestiegen. Betrachtet man nur Stellen für „normale“ ungeförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, errechnet sich keine Veränderung. Nach den kräftigen Zuwächsen des vergangenen Jahres hält sich das Stellenangebot auf hohem Niveau.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im August 1.002.000 Stellen, 185.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im August stieg der BA-X um 2 auf 220 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 57 Punkten entspricht.

Die Daten der Berufsberatungsstatistik der BA und die Meldungen der Kammern signalisieren kurz vor dem Abschluss des Berufsberatungsjahres eine positive Entwicklung am Ausbildungsmarkt. Von Oktober 2006 bis August 2007 haben insgesamt 710.900 Bewerber die Ausbildungsvermittlung bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet. Das sind 21.700 weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich sind 458.200 Ausbildungsplätze gemeldet worden, 40.300 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beruht größtenteils auf mehr außerbetrieblichen Stellen (+27.400 auf 42.000). Die Zunahme der Zahl der Ausbildungsplätze für außerbetriebliche Ausbildungen geht auf die Zusage der BA zurück, im Rahmen des Ausbildungspaktes zusätzliche Lehrstellen für Jugendliche mit Migrationshintergrund einzurichten. Aber auch die Zahl der betrieblichen Stellen liegt über dem Vorjahr (+12.900 auf 415.500). Die gestiegene Zahl gemeldeter Stellen korrespondiert mit den Angaben des DIHK und HWK über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Bis Ende Juli wurden 317.700 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 30.900 mehr als im Vorjahreszeitraum. Im August zählten 161.200 Bewerber noch als unversorgt und 85.900 Ausbildungsplätze waren noch unbesetzt.
Quelle:
www.arbeitsagentur.de



23.08.07 - IAB-Arbeitsmarktprojektion: Arbeitslosigkeit sinkt 2008 auf 3,4 Millionen

Die Arbeitslosenzahl wird im Jahresdurchschnitt 2008 auf rund 3,4 Millionen sinken, so die aktuelle Arbeitsmarktprojektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dies wäre ein Rückgang um 360.000 gegenüber 2007. Dabei rechnet das IAB mit einem preisbereinigten Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent im Jahr 2007 und 2,5 Prozent im Jahr 2008. Die Zahl der Erwerbstätigen werde mit 40,03 Millionen um 310.000 über dem Jahr 2007 liegen, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 270.000. Der gegenwärtige Aufschwung habe sogar ein noch „freundlicheres Gesicht“ als der Aufschwung in den Jahren 1999 und 2000, schreiben die Nürnberger Arbeitsmarktforscher in der am Mittwoch veröffentlichten Studie.

In den Jahren 2006 und 2007 wurden erheblich mehr Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen als 1999 und 2000. Damals seien zwar sehr viele Mini- und Teilzeit-Jobs entstanden, doch nur wenige Vollzeitstellen. Wenn man das Arbeitsvolumen insgesamt betrachte, sei der gegenwärtige Aufschwung deutlich beschäftigungsintensiver als der Aufschwung in den Jahren 1999 und 2000, berichtet das IAB.

Die Unterbeschäftigung insgesamt, also die registrierte Arbeitslosigkeit plus die sogenannte Stille Reserve, wird dem IAB zufolge im Jahr 2008 auf 4,7 Millionen abnehmen. Damit wäre sie um gut 1,5 Millionen oder 24 Prozent niedriger als im Jahr 2005. Damals wurden im Zuge der Hartz-IV-Reform die Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II zusammengelegt. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit wird nach Einschätzung des IAB die Unterbeschäftigung insgesamt auf ihren niedrigsten Stand seit 17 Jahren verringern.

Auch die strukturelle Arbeitslosigkeit sinkt
Der Arbeitsmarkt befinde sich seit Mitte 2006 in einem robusten Aufschwung. Das IAB benennt in der Studie drei Ursachen: Zum einen hätten die konjunkturellen Impulse kräftig auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Zweitens habe die moderate Lohnentwicklung der letzten Jahre den Beschäftigungsanstieg begünstigt. Zum Dritten werde der Aufschwung von den Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre unterstützt. Das IAB geht daher von einer Abnahme nicht nur der konjunkturellen, sondern auch der strukturellen Arbeitslosigkeit aus.

Arbeitslosengeld-II-Empfänger profitieren weniger vom Aufschwung
Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuchs III – hier handelt es sich im Wesentlichen um die Arbeitslosengeld-I-Bezieher – wird laut IAB die Arbeitslosigkeit 2007 um rund 400.000 und 2008 um rund 210.000 zurückgehen. Die Zahl der Erwerbslosen, die Arbeitslosengeld II erhalten und meistens bereits länger keinen Job haben, sinke 2007 um 290.000 und 2008 um 160.000. Der Anteil der Arbeitslosengeld-II-Empfänger an den Arbeitslosen insgesamt steige damit weiter von 67 Prozent im Jahr 2007 auf 69 Prozent im Jahr 2008. Hier besteht nach Einschätzung des IAB nach wie vor dringender arbeitsmarktpolitischer Handlungsbedarf, um einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.
Quelle:
http://www.iab.de



19.08.2007 - Gutscheine für private Arbeitsvermittler werden bis 2010 verlängert

Die Koalition will die private Arbeitsvermittlung für Arbeitslose mit Hilfe von Gutscheinen länger fördern als bislang geplant. Das Ende 2007 auslaufende Instrument soll um drei Jahre bis 2010 verlängert werden. Darauf einigten sich die Koalitionsfraktionen, wie deren arbeitsmarktpolitische Sprecher Ralf Brauksiepe (CDU) und Klaus Brandner (SPD) am Montag in Berlin mitteilten.
Berlin (ddp). Die Koalition will die private Arbeitsvermittlung für Arbeitslose mit Hilfe von Gutscheinen länger fördern als bislang geplant. Das Ende 2007 auslaufende Instrument soll um drei Jahre bis 2010 verlängert werden. Darauf einigten sich die Koalitionsfraktionen, wie deren arbeitsmarktpolitische Sprecher Ralf Brauksiepe (CDU) und Klaus Brandner (SPD) am Montag in Berlin mitteilten. Mit dem Gutschein können Arbeitslose private Arbeitsvermittler ihrer Wahl einschalten. Nach der Koalitionseinigung sollen jene Arbeitnehmer den Gutschein nutzen können, die Anspruch auf Arbeitslosengeld haben und nach zwei Monaten Arbeitslosigkeit noch nicht vermittelt sind. Bisher liegt die Mindestfrist bei sechs Wochen. Der Gutschein ist drei Monate lang gültig. Der Vermittlungsgutschein hat einen Wert von 2000 Euro. Die Vergütung für die privaten Vermittler werden in zwei Tranchen zu je 1000 Euro ausgezahlt. Nach dem Willen von Union und SPD soll die zweite Tranche auf bis zu 1500 Euro erhöht werden, wenn Langzeitarbeitslose oder Behinderte erfolgreich vermittelt werden. Die Vermittlungsgutscheine wurden im März 2002 eingeführt. Das Instrument war eine Konsequenz aus dem Skandal um geschönte Vermittlungsstatistiken der Arbeitsämter. Im vergangenen Jahr wurden über 63 000 Vermittlungsgutscheine eingelöst. «Das sind neue Chancen für über 63 000 Menschen», betonten Brauksiepe und Brandner. Die FDP begrüßte die Ankündigung der Koalition im Grundsatz. Private Arbeitsvermittler bekämen Planungssicherheit und Arbeitslose eine zusätzliche Chance, betonte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel. Aus FDP-Sicht sollten die Gutscheine aber sofort nach Eintritt der Arbeitslosigkeit genutzt werden können. Auch verursache die begrenzte Gültigkeit einen hohen bürokratischen Aufwand. (ddp)



13.08.07 - 671.000 Arbeitslose weniger als im Juli letzten Jahres

Arbeitslosenzahl im Juli: +28.000 auf 3.715.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -671.000
Arbeitslosenquote im Juli: +0,1 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent

Die Arbeitslosigkeit ist von Juni auf Juli mit dem Beginn der Sommerpause um 28.000 auf 3.715.000 gestiegen (West: +23.000 auf 2.450.000, Ost: +5.000 auf 1.265.000). Der Anstieg der Arbeitslosenzahl war deutlich schwächer als im Durchschnitt der letzten Jahre. Saisonbereinigt errechnet sich ein erneut deutliches Minus von ‑45.000. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Juli 671.000 weniger Arbeitslose gezählt. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit erklärt sich vor allem mit dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2007 jahresdurchschnittlich um 100.000 abnimmt.

Die Zunahme der nicht saisonbereinigten Arbeitslosenzahl im Juli ist jahreszeitlich bedingt (Sommerpause). Sie beruht vor allem darauf, dass sich in diesem Monat viele Jugendliche nach Abschluss schulischer und betrieblicher Ausbildungen arbeitslos melden. Deshalb steigt in dieser Zeit die Arbeitslosigkeit Jüngerer besonders stark an, nimmt dann aber im September und Oktober wieder deutlich ab. Darüber hinaus wird im Juli die Arbeitslosigkeit durch urlaubs- und quartalsbedingte Beendigungen von Arbeitsverhältnissen belastet, denen nicht entsprechend viele Arbeitsaufnahmen von Arbeitslosen gegenüber stehen. Dauerhafte Einstellungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung werden oft bis nach den Ferien aufgeschoben. Außerdem verringert sich in den Sommermonaten ferienbedingt die Entlastungswirkung durch berufliche Qualifizierungen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juni saisonbereinigt um 41.000 gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis Mai reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 33.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von Mai auf Juni um 142.000 auf 39,79 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sie um 636.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Mai nach der Hochrechnung der BA bei 26,86 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 561.000. Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Juni auf 2,65 Millionen, die saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,3 Prozent.

Das gemeldete Stellenangebot lag im Juli weiter über dem Vorjahreswert, saisonbereinigt ist es gegenüber Juni geringfügig um 3.000 gesunken, dabei haben sich die ungeförderten Stellenangebote nicht verändert. Betrachtet man allerdings nur Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, errechnet sich ein Minus von 8.000. Nicht saisonbereinigt gab es im Juli insgesamt 650.000 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um 22.000 zugenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 64 Prozent oder 415.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, das waren 61.000 mehr als vor einem Jahr.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im Juli 997.000 Stellen, 161.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln - teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im Juli stieg der BA-X um 4 auf 218 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 55 Punkten entspricht.

Die Daten der Berufsberatungsstatistik der BA und die Meldungen der Kammern signalisieren für das laufende Jahr eine leichte Entspannung am Ausbildungsmarkt, aber geben keine Entwarnung. Von Oktober 2006 bis Juli 2007 haben insgesamt 683.300 Bewerber die Ausbildungsvermittlung bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet. Das sind 17.100 weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich sind 430.500 Ausbildungsplätze gemeldet worden, 28.500 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beruht größtenteils auf mehr außerbetrieblichen Stellen (+18.600 auf 32.000; betriebliche: +9.900 auf 398.500). Die Zunahme der Zahl der Ausbildungsplätze für außerbetriebliche Ausbildungen geht auf die Zusage der BA zurück, im Rahmen des Ausbildungspaktes zusätzliche Lehrstellen für Jugendliche mit Migrationshintergrund einzurichten. Die gestiegene Zahl gemeldeter Stellen korrespondiert mit den Angaben des DIHK und HWK über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Bis Ende Juni wurden 231.400 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 22.800 mehr als im Vorjahreszeitraum.
Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/nn_27030/zentraler-Content/Pressemeldungen/2007/Presse-07-054.html



07.08.07 - Union will deutschen Arbeitsmarkt bis 2011 gegen Osteuropäer abschotten

Die Union will den deutschen Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2011 gegen Osteuropäer abschotten. Unions-Fraktionschef Volker Kauder lehnte eine frühere Lockerung der sogenannten Freizügigkeit für Arbeitnehmer wegen unerwünschter Billiglohnkonkurrenz ab. Er sei "aus heutiger Sicht dafür, die vollständige Öffnung des Arbeitsmarktes auf 2011 zu verschieben", sagte Kauder der "Bild"-Zeitung. Der CDU-Politiker bekräftigte damit die im Koalitionsvertrag mit der SPD vereinbarte Position. Eine Lockerung der Beschränkungen hatte Arbeits-Staatssekretär Gerd Andres (SPD) ins Gespräch gebracht.

Kauder sagte: "Man kann sich doch nicht auf der einen Seite über Dumpinggehälter beklagen und gleichzeitig im großen Stil Arbeitskräfte aus Rumänien oder Bulgarien nach Deutschland holen, die hier für Billiglöhne arbeiten wollen." Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, Entscheidungen zur Öffnung des Arbeitsmarkts seien noch nicht gefallen. Es herrsche aber ein Konsens darüber, dass die Qualifizierung von inländischen Arbeitnehmern Vorrang vor dem Zuzug von Arbeitskräften habe.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sprach sich dafür aus, dass angesichts der Arbeitslosigkeit eine Zuwanderung "absolut restriktiv erfolgen sollte". In der "Berliner Zeitung" warnte er vor einer vorzeitigen Öffnung des Arbeitsmarktes. Weise betonte aber, Überlegungen für eine frühere Marktöffnung seien "legitim für Problembereiche und Problemgruppen".

Der SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner sagte dem "Tagesspiegel", die meisten EU-Staaten hätten die Ausnahmeregelung bei der Freizügigkeit bereits abgeschafft: "Ich sehe keine Chance, dass Deutschland eine nochmalige Verlängerung bei der EU-Kommission durchsetzen kann." Stattdessen sei es überfällig, Mindestlöhne einzuführen. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer lobte Kauder dafür, dass er "die Gefahr von Dumpinglöhnen bei vorzeitiger Öffnung des Arbeitsmarktes" sehe.
Quelle:
http://www.abendblatt.de/daten/2007/07/31/776928.html
 


24.07.07 - Boom am Jobmarkt stützt den Aufschwung

Im kommenden Jahr könnte die Arbeitslosigkeit auf 3,3 Millionen sinken. Die positive Entwicklung stützt im Gegenzug wieder das Wirtschaftswachstum durch wachsende Konsumausgaben.

Der Abbau der Arbeitslosigkeit beflügelt allmählich die Konjunktur. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in seiner am Dienstag veröffentlichten Sommerprognose noch mit 3,3 Millionen Arbeitslosen im kommenden Jahr. Mit der Beschäftigung steige auch das Masseneinkommen und damit der private Konsum. «Der Aufschwung ist signifikant und stabil», sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann. Das Wirtschaftswachstum dürfte den Berliner Forschern zufolge 2007 bei 2,6 und 2008 bei 2,5 Prozent liegen.

Den Ökonomen zufolge wird der Konsum bisher noch durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung gedämpft. Diese Bremse sollte sich aber 2008 lösen. Der private Konsum, auf den rund 60 Prozent der gesamten Wirtschaftskraft entfallen, werde dann mehr als die Hälfte des vorhergesagten Wachstums tragen. Damit bekäme der Aufschwung ein weiteres Standbein neben dem Export und den sich weiter dynamisch entwickelnden Investitionen der Unternehmen.

Dass die Arbeitslosigkeit nicht noch stärker zurückgeht, führt das DIW vor allem auf den Fachkräftemangel zurück. Zum Schluss blieben Langzeitarbeitslose übrig, die wegen ihrer mangelnden Qualifikation nur schwer vom Aufschwung erfasst werden. Hier sei die Politik mit strukturellen Reformen gefragt. Der Prognose zufolge sinkt die Arbeitslosigkeit von knapp 4,5 Millionen 2006 auf rund 3,7 Millionen im Schnitt dieses Jahres, kann dann aber 2008 nicht mehr im gleichen Umfang zurückgehen.

Während die Ökonomen der Politik kaum Anteil am Aufschwung beimaßen, lobten sie die zurückhaltende Lohnpolitik vergangener Jahre. Mit den international niedrigeren Lohnstückkosten sei die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen gestiegen. Auch die bisherigen Abschlüsse für 2007 und 2008 deuteten auf einen nur moderaten Anstieg der effektiven Bruttoentgelte um 1,6 Prozent hin. Ökonomisch stärker ins Gewicht fällt die Zunahme der Beschäftigung: So werde die gesamte Bruttolohnsumme um knapp drei Prozent zulegen - was dann die Basis für mehr Konsum ist.

Zu Gute kommt der stetige Aufschwung auch den öffentlichen Haushalten. Der Gesamtstaat aus Bund, Ländern, Gemeinden und den Sozialversicherungen könne schon 2008 mit einem Überschuss von fünf Milliarden Euro rechnen. Bereits in diesem Jahr werde das Staatsbudget annähernd ausgeglichen sein - das wären drei Jahre früher als von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück angestrebt. Möglich werde dies durch die steigenden Steuereinnahmen bei gleichzeitig nur mäßigen Erhöhungen der öffentlichen Ausgaben.

Wann der Aufschwung abbricht, ließen die DIW-Experten offen. Zimmermann zeigte sich skeptisch, dass auch 2009 nach dann drei guten Jahren ein ähnlich starkes Wachstum zeigen werde. DIW-Konjunkturchef Alfred Steinherr warnte vor zu großem Pessimismus. Weil die Weltwirtschaft, von dem Deutschland als Exportnation stark abhängt, immer mehr von Schwellenländern wie China mit ihrem riesigen Nachholbedarf getragen werde, könnten Konjunkturzyklen heute viel länger dauern.

So erwartet das DIW, dass der Welthandel auch im kommenden Jahr um etwa 7,5 Prozent zulegen wird. Sorgen bereitet aber der hohe Euro-Kurs, der ab 1,40 Dollar etlichen Exporteuren schaden könne. Zudem besteht die Furcht vor einer abrupten Abwertung des Dollar wegen der enormen Defizite in Haushalt und Leistungsbilanz der größten Volkswirtschaft der Erde.
Quelle: netzeitung.de

 

01.07.07 - Die Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes im Juni 2007

„Durch die stabile Konjunktur wächst die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Arbeitslosigkeit sinkt deutlich. Die Nachfrage nach Mitarbeitern ist weiter gestiegen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im Juni: -125.000 auf 3.687.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -712.000
Arbeitslosenquote im Juni: -0,3 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen hat von Mai auf Juni im Zuge der Frühjahrsbelebung um 125.000 auf 3.687.000 abgenommen (West: -76.000 auf 2.427.000; Ost: -49.000 auf 1.260.000). Der Rückgang war stärker als im Durchschnitt der letzten drei Jahre (-101.000). Saisonbereinigt errechnet sich ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 37.000. Nachdem die Abnahmen in letzten beiden Monaten wegen der geringeren Winterarbeitslosigkeit etwas schwächer ausgefallen waren, hat sich der Abbau im Juni wieder verstärkt. Gegenüber dem Vorjahr gab es 712.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung liegt vor allem am konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Daneben spielen aber auch die Entlastung durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot sowie die Professionalisierung der Arbeit der Job-Center eine Rolle.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai saisonbereinigt um 8.000 gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis April reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 32.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von April auf Mai um 181.000 auf 39,46 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sie um 458.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im April nach der Hochrechnung der BA bei 26,71 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 599.000. Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Mai auf 2,69 Millionen, die saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,4 Prozent.

Das Stellenangebot lag im Juni weiter deutlich über dem Vorjahreswert, saisonbereinigt ist es gegenüber Mai um 11.000 gestiegen. Nicht saisonbereinigt gab es im Juni insgesamt 648.000 Stellen, von denen 89 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um 67.000 zugenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 64 Prozent oder 412.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, das waren 86.000 mehr als vor einem Jahr.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im Juni 968.000 Stellen, 194.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber.

Nach den Daten der BA gab es im laufenden Berufsberatungsjahr bisher weniger gemeldete Bewerber und mehr gemeldete Ausbildungsplätze: Von Oktober 2006 bis Juni 2007 haben sich 647.900 Jugendliche als Bewerber für Ausbildungsstellen registrieren lassen, 18.200 weniger als vor einem Jahr. Erstmals seit 2002 nahm die Bewerberzahl auch in Westdeutschland ab, während sich dieser Trend in Ostdeutschland schon seit 1999 zeigt.

Zugleich sind den Agenturen für Arbeit 401.400 Ausbildungsplätze gemeldet worden, 18.800 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beruht größtenteils auf mehr außerbetrieblichen Stellen (+12.700 auf 24.700). Erstmals in diesem Berufsberatungsjahr liegen aber nun auch die betrieblichen Angebote über dem Vorjahreswert (+6.100 auf 376.700). Die Zunahme der Zahl der Ausbildungsplätze für außerbetriebliche Ausbildungen geht auf die Zusage der BA zurück, im Rahmen des Ausbildungspaktes zusätzliche Lehrstellen für Jugendliche mit Migrationshintergrund einzurichten. Die gestiegene Zahl gemeldeter Stellen korrespondiert mit den Angaben des DIHK und HWK über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Bis Ende Mai wurden 172.400 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 16.900 mehr als im Vorjahreszeitraum.
Quelle:
www.arbeitsagentur.de



06.06.2007 - Freie Stellen gibt es massenhaft

Es gibt sie, die freien Arbeitsplätze: 923.000 offene Stellen zählten die Arbeitsagenturen im April, 178.000 mehr als vor einem Jahr. Ein größerer Teil der Vakanzen entfällt dabei auf sozialversicherungspflichtige Jobs.
 
Von den offenen Stellen waren 615.000 offiziell bei den Arbeitsagenturen gemeldet, 400.000 davon entfielen auf „normale“ sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Daneben kennt die Bundesagentur zusätzliche Stellen aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Jobbörse und dem Jobroboter im Internet.

Tatsächlich dürfte die Zahl der Vakanzen noch weitaus höher liegen, denn viele Firmen melden ihre offenen Stellen nicht den Arbeitsagenturen, sondern gehen selbst auf die Suche nach geeigneten Bewerbern. Experten schätzen, dass bei den Arbeitsagenturen nur rund die Hälfte des gesamten Stellenangebots bekannt ist – die tatsächliche Zahl läge dann bei 1,8 Millionen.

Freie Stellen wurden im April durchschnittlich nach 59 Tagen besetzt – im Vorjahr hatte das im Schnitt nur 40 Tage gedauert. Dieser Trend ist typisch für eine anziehende Konjunktur und eine hohe Arbeitskräftenachfrage: Für die Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, geeignete Bewerber zu finden, sie brauchen länger, bis sie ihre Stellen besetzen können. Trotz immer noch hoher Arbeitslosenzahlen drohten schon bald Engpässe am Arbeitsmarkt, fürchtet der Analyst Andreas Rees von der HypoVereinsbank. Der Arbeitsmarkt könnte damit zur Konjunkturbremse werden.
Quelle: http://www.welt.de



01.05.07 - Deutscher Arbeitsmarkt erholt sich

Der positive Trend setzt sich fort: Im April rutschte die Zahl der Arbeitslosen wieder unter die Vier-Millionen-Marke
Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen ist im April in Deutschland wieder unter vier Millionen gesunken und hat den niedrigsten Stand seit viereinhalb Jahren erreicht. Wie Arbeitsminister Franz Müntefering zum Tag der Arbeit am Dienstag mitteilte, waren vergangenen Monat 3,967 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil zeigte sich zufrieden mit den Daten und führte sie auf die Reformen von Rot-Grün zurück. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla wertete die Zahlen dagegen als Bestätigung des von der Koalition eingeschlagenen Wegs. Demgegenüber äußerte der DGB die Befürchtung, die positive Entwicklung könnte nicht von Dauer sein.

Die wichtige Vier-Millionen-Marke war zuletzt im vergangenen November unterschritten worden, danach war die Zahl der Arbeitslosen aber wieder gestiegen. Im März dieses Jahres hatte die Arbeitslosenzahl noch bei 4,108 Millionen gelegen. Vor zwei Jahren war sie nach Münteferings Angaben noch rund 1,1 Millionen höher. Damals habe es 420.000 offene Stellen gegeben, heute seien es rund 920.000. Bei den unter 25-Jährigen sei die Arbeitslosenzahl von 555.000 auf etwa 400.000 gesunken. Müntefering erklärte, am Arbeitsmarkt werde es in diesem Jahr weiterhin eine positive Entwicklung geben. Die Wachstumsprognosen und Arbeitsmarktentwicklung zeigten einen klaren Trend.

"Für uns Sozialdemokraten ist dies ein Ansporn, die sozial gerechte Modernisierung unseres Landes weiter voran zu treiben", erklärte Heil in Berlin. "Der Aufschwung muss für alle Bürger spürbar werden." Pofalla sagte: "Die Großwetterlage in Deutschland stimmt. Gute Wachstumsprognosen und sinkende Arbeitslosenzahlen zeigen das." Dennoch sei das Ziel, Arbeit für alle zu schaffen, noch nicht erreicht.

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, begrüßte zwar den Rückgang der Arbeitslosenzahlen, betonte aber zugleich: "Ich habe die große Sorge, dass das nicht von Dauer sein wird." Viele der neuen Beschäftigten seien lediglich Leiharbeiter. Die Unternehmen versuchten, "je nach Konjunkturlage zu heuern und zu feuern". Leiharbeit müsse aber die Ausnahme bleiben. Der DGB-Abteilungsleiter Arbeitsmarktpolitik, Wilhelm Adamy, sagte dem Berliner "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe): "Es gibt ein riesiges Defizit an Arbeitsplätzen, das aber durch die Fördermaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit versteckt ist."

Nach Berechnungen der Stiftung Marktwirtschaft fehlen in Deutschland tatsächlich sechs Millionen Arbeitsplätze. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nicht so gut, wie sie auf den ersten Blick aussieht", sagte Guido Raddatz, der Arbeitsmarktexperte der Stiftung dem "Tagesspiegel". Zu den offiziellen Zahlen hätten im März rund 329.000 Menschen hinzugezählt werden müssen, die derzeit an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen. Dazu zählten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Ein-Euro-Jobs.

Nicht mitgezählt würden der Stiftung zufolge auch jene, die sich weiterbilden lassen. Dies seien im März knapp 206.000 Menschen gewesen. Zudem zahlt die Arbeitsagentur Subventionen wie Eingliederungs- oder Existenzgründungszuschüsse. Insgesamt kämen so fast 332.000 Fälle zusammen. Noch größer sei die Gruppe der Vorruheständler mit 485.000. Mehr als 800.000 Menschen gehörten schließlich zur so genannten Stillen Reserve. Das seien Menschen, die gerne arbeiten würden, aber nicht als jobsuchend gemeldet sind. (APA/AFP)
Quelle:
http://derstandard.at/?url=/?id=2863761

 

04.04.2007 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes
im März 2007

„Getragen von der guten Konjunktur fiel die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt kräftig aus. Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen, das Beschäftigungswachstum gewann nochmals an Fahrt und die Kräftenachfrage bleibt hoch“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im März: -114.000 auf 4.108.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -869.000
Arbeitslosenquote im März: -0,3 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen ist im März im Zuge der Frühjahrsbelebung um 114.000 auf 4.108.000 gesunken (West: ‑84.000 auf 2.698.000; Ost: -30.000 auf 1.410.000). Der Rückgang war fast doppelt so stark wie im Durchschnitt der letzten drei Jahre (-62.000). Saisonbereinigt errechnet sich erneut ein kräftiges Minus von 65.000. Der Abstand zum Vorjahr ist erneut gewachsen. Gegenüber dem Vorjahr gab es im März 869.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung gegenüber dem Vormonat und auch dem Vorjahr erklärt sich vor allem mit dem Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Daneben haben aber auch weitere Faktoren eine Rolle gespielt: ein stärkerer Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente im Rechtskreis des SGB II, ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot sowie die professionellere Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften zur Betreuung der Arbeitslosengeld II-Bezieher.

Für die Wintermonate insgesamt zeigt sich: Der vergleichsweise milde Winter und auch das neue Instrument Saisonkurzarbeitergeld haben den saisonal bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit halbiert. Entsprechend wäre ein geringerer Abbau der „Winterarbeitslosigkeit“ zu erwarten gewesen. Die überdurchschnittliche Abnahme