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NEWS VOM ARBEITSMARKT
28.02.2008 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar 2008
„Die gute Arbeitsmarktentwicklung der letzten Monate hält
an. Die Arbeitslosigkeit nimmt weiter ab und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter zu. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibt auf sehr hohem
Niveau“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.
Arbeitslosenzahl im Februar:-42.000 auf 3.617.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:-630.000 Arbeitslosenquote im Februar:-0,1 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent Die Arbeitslosigkeit hat sich von Januar auf Februar
bundesweit um -42.000 auf 3.617.000 (West: -36.000 auf 2.347.000; Ost: -6.000 auf 1.270.000) verringert. Der Rückgang ist etwa so groß wie im vergangenen Jahr. Üblicherweise gab
es sonst im Februar leichte Zunahmen der Arbeitslosigkeit. Somit errechnet sich saisonbereinigt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um -75.000. Gegenüber dem Vorjahr wurden im
Februar 630.000 weniger Arbeitslose gezählt.
Dass sich der Trend kräftiger saisonbereinigter Rückgänge der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten noch verstärkt hat, liegt
zum einen an dem bisher relativ milden Winter. Die saisonbedingten Einschränkungen sind vergleichsweise gering geblieben. Zum anderen kann das Saisonbereinigungsverfahren die
Auswirkungen des Saisonkurzarbeitergeldes, das es seit dem letzten Winter gibt, noch nicht vollständig abbilden. Das Saisonkurzarbeitergeld lässt die Winterarbeitslosigkeit
geringer ausfallen als in den Jahren zuvor.
Die anhaltend günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf dem konjunkturell bedingten Aufbau
sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Geholfen haben außerdem die Arbeitsmarktreformen und ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot.
Nach Angaben des Statistischen
Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Januar saisonbereinigt um 73.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten
der Bundesagentur für Arbeit, die bis Dezember reichen, saisonbereinigt um 72.000 zugenommen. Durch den milden Winter und die beschäftigungstabilisierende Wirkung des
Saisonkurzarbeitergeldes dürften diese Zuwächse überzeichnet sein.
Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von
Dezember auf Januar aus jahreszeitlichen Gründen um 609.000 auf 39,59 Millionen gesunken. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbstätigkeit um 519.000 zugenommen. Die
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Dezember nach der Hochrechnung der BA bei 27,22 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 588.000. Dabei entfällt
mehr als die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen und Rückgänge bei den in
Arbeitsgelegenheiten Beschäftigten und ausschließlich geringfügig Beschäftigten.
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit
belief sich in Deutschland für den Dezember auf 3,52 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 8,2 Prozent.
Das gemeldete Stellenangebot ist im Februar saisonbereinigt um
2.000 gesunken. Dabei blieben die ungeförderten Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung
widerspiegeln, unverändert. In den letzten drei Monaten hat sich der Stellenbestand um monatsdurchschnittlich 8.000 und die ungeförderten „normalen“ Stellen um 3.000
reduziert. Nicht saisonbereinigt hat sich der gesamte Stellenbestand von Januar auf Februar um 37.000 auf 565.000 Stellen erhöht. Von diesen Stellen waren 86 Prozent sofort zu
besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 59.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 61 Prozent oder 344.000 ungeförderte Stellen für „normale“
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren 25.000 mehr als vor einem Monat und 28.000 weniger als vor einem Jahr.
Neben den gemeldeten offenen
Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Alles in allem
waren das im Februar 999.000 Stellen, 146.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des
gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen
des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im Februar stieg der BA-X weiter um 2 auf 247 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 53
Punkten entspricht. Damit hält sich die Nachfrage von Unternehmen nach Mitarbeitern auf hohem Niveau. Quelle: arbeitsagentur.de
30.01.2008 - Die
Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2008
„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Januar weniger
gestiegen als üblich. Das Beschäftigungswachstum hält an und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau stabil“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur
für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.
Arbeitslosenzahl im Januar: +253.000 auf 3.659.000 Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:-625.000
Arbeitslosenquote im Januar:+0,6 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent Die Arbeitslosigkeit hat sich von Dezember auf Januar bundesweit um 253.000 auf 3.659.000 (West: +152.000 auf
2.383.000; Ost: +101.000 auf 1.276.000) erhöht. Eine Zunahme ist in diesem Monat üblich, vor allem in den Saisonberufen. Jedoch war der aktuelle Anstieg schwächer als im
Durchschnitt der beiden Jahre zuvor (+341.000). Somit errechnet sich saisonbereinigt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um -89.000. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Januar 625.000
weniger Arbeitslose gezählt.
Dass die saisonbereinigten Rückgänge der Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Monaten so hoch ausgefallen sind, liegt zum einen an dem bisher
relativ milden Winter. Die saisonbedingten Einschränkungen sind vergleichsweise gering geblieben. Zum anderen kann das Saisonbereinigungsverfahren die Auswirkungen des
Saisonkurzarbeitergeldes, das es seit dem letzten Winter gibt, noch nicht vollständig abbilden. Das Saisonkurzarbeitergeld lässt die Winterarbeitslosigkeit geringer ausfallen.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Dezember saisonbereinigt um 30.000 gestiegen. Die
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis November reichen, saisonbereinigt um 34.000 zugenommen.
Nicht
saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von November auf Dezember aus jahreszeitlichen Gründen um 166.000 auf 40,20 Millionen
gesunken. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbstätigkeit um 586.000 zugenommen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im November nach der Hochrechnung der
Bundesagentur für Arbeit bei 27,46 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 545.000. Dabei entfällt knapp die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf
sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen und Rückgänge bei den in Arbeitsgelegenheiten Beschäftigten und ausschließlich
geringfügig Beschäftigten.
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Dezember auf 3,52
Millionen und die Erwerbslosenquote auf 8,1 Prozent
Das gemeldete Stellenangebot ist im Januar saisonbereinigt um 21.000 gesunken. Dabei haben sich die ungeförderten
Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, um 8.000 verringert. In den letzten drei
Monaten hat sich der Stellenbestand um monatsdurchschnittlich 10.000 und die ungeförderten „normalen“ Stellen um 4.000 reduziert. Nicht saisonbereinigt hat sich der gesamte
Stellenbestand von Dezember auf Januar um 17.000 auf 528.000 Stellen verringert. Von diesen Stellen waren 90 Prozent sofort zu besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand
um 65.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 60 Prozent oder 319.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.
Das waren 16.000 weniger als vor einem Monat und 19.000 weniger als vor einem Jahr.
Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen,
unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Alles in allem waren das im Januar 933.000 Stellen, 131.000 mehr als vor
einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber
vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten
Stellenindex, den BA-X. Im November stieg der BA-X weiter um 3 auf 246 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 58 Punkten entspricht. Damit verstetigt sich die hohe Nachfrage nach
Mitarbeitern in Unternehmen. Quelle: arbeitsagentur.de
02.01.2008 - Nur wenige arbeiten bis 65
Ende 2004 waren nur rund fünf Prozent aller
64-jährigen Männer sozialversiche-rungspflichtig beschäftigt. Bei 64-jährigen Frauen lag die Beschäftigungsquote mit drei Prozent im Westen und einem Prozent im Osten sogar noch
erheblich darunter. Wer die Regelaltersrente erreicht, ist demnach meist gar nicht mehr erwerbstätig, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Bereits ab 55 sinken die Beschäftigungsquoten, ab 60 Jahren sogar rapide. „Ein Ausscheiden vor dem 65. Lebensjahr ist immer noch die Regel. 64-Jährige stehen so gut wie nicht mehr
im Erwerbsleben“, so die Autorin der Studie, Franziska Hirschenauer.
Trotz der ungünstigen konjunkturellen Entwicklung sind zwischen 2000 und 2004 die
Beschäftigungsquoten der Menschen über 60 gestiegen. Gleichzeitig ist aber auch die verdeckte Arbeitslosigkeit gewachsen.
Jenseits der 60 ist kaum noch jemand registriert arbeitslos Die Arbeitslosenstatistik spiegelt die Beschäftigungsprobleme Älterer nur teilweise wider. So waren im Jahr 2004
beispielsweise 12 Prozent der westdeutschen und 21 Prozent der ostdeutschen Männer im Alter von 59 arbeitslos, ohne in der Statistik registriert zu sein. Bei den ab 60-Jährigen
sinken diese Anteile, sie bleiben jedoch deutlich über denjenigen der registrierten Arbeitslosen. Damit war Ende 2004 die Zahl der nicht registrierten Arbeitslosen in allen
Altersgruppen ab 58 größer als die Zahl der registrierten Arbeitslosen.
Grund dafür ist zum einen die so genannte „58er Regelung“, nach der bis 2007 die Betroffenen
Arbeitslosengeld beziehen konnten, ohne dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Sie tauchen dann aber auch in den Arbeitslosenstatistiken nicht mehr auf. Auch die gestiegene
Inanspruchnahme der Altersteilzeit hat bei den über 58-Jährigen zu niedrigeren Arbeitslosenzahlen geführt.
Bei guter Arbeitsmarktlage arbeiten mehr Ältere Ein
regionaler Vergleich zeigt, dass die Erwerbsintegration der Älteren dort am höchsten ist, wo die Arbeitsmarktlage generell gut ist. Teile Bayerns und die meisten Agenturbezirke
Baden-Württembergs weisen die höchsten Beschäftigungsquoten und niedrigsten Arbeitslosenanteile von Älteren auf. „Überraschend und ernüchternd ist aber, dass die
Beschäftigungssituation Älterer auch dort nicht annähernd gut genug ist“, betont Hirschenauer.
Reformen werden die regionalen Unterschiede verstärken Die
Unterschiede zwischen den Regionen seien noch gering ausgeprägt, da die über 60-Jährigen kaum am Arbeitsmarkt präsent seien. Mit der geplanten Abschaffung noch bestehender
vorzeitiger Rentenzugangsmöglichkeiten und der Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 werden diese Unterschiede aber deutlicher zutage treten und die regionalen Jobchancen stärker
widerspiegeln, prognostiziert Hirschenauer. Quelle: iab
12.12.2007 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2007
„Die positive
Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im November zurückgegangen. Erwerbstätigkeit und Beschäftigung wachsen weiter und die Zahl der
offenen Stellen ist nach wie vor hoch“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.
Arbeitslosenzahl im November: -55.000 auf 3.378.000 Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -617.000 Arbeitslosenquote im November: -0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent Die
Arbeitslosigkeit hat sich von Oktober auf November bundesweit um 55.000 auf 3.378.000 (West. -40.000 auf 2.225.000; Ost: -15.000 auf 1.154.000) verringert. Der Rückgang fiel
stärker aus als in den letzten Jahren (2004 bis 2006 monatsdurchschnittlich -21.000), allerdings geringer als im vergangenen November (-89.000). Saisonbereinigt errechnet sich
eine Abnahme der Arbeitslosigkeit von -53.000. Der Trend kräftiger saisonbereinigter Abnahmen setzt sich damit fort.
Gegenüber dem Vorjahr gab es im November 617.000
Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf der guten Konjunktur und dem damit verbundenen Aufbau sozialversicherungspflichtiger
Beschäftigung. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach neuesten Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB) 2007 jahresdurchschnittlich um 73.000 abnimmt.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im
Oktober saisonbereinigt um 33.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit im September saisonbereinigt um 42.000
zugenommen. Nicht saisonbereinigt hat die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von September auf Oktober um 180.000 auf 40,36 Millionen zugenommen.
Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 682.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im September nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,45
Millionen; gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 577.000. Dabei entfällt weiterhin etwa die Hälfte der Beschäftigungszunahme auf sozialversicherungspflichtige
Vollzeitstellen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten betrug nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im August 4,79 Millionen, 12.000
mehr als vor einem Jahr. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen. Die Zahl der Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten war dagegen weiter rückläufig.
Die nach dem
ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Oktober auf 3,47 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 8,1 Prozent.
Das gemeldete Stellenangebot hat sich im November saisonbereinigt insgesamt um 1.000 erhöht. Auch die Stellen für „normale“ ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, verzeichnen ein Plus von 2.000. Nicht saisonbereinigt gab es im November insgesamt 577.000 Stellen, von
denen 90 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um 32.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 62 Prozent oder 359.000 ungeförderte
Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse; das waren 10.000 mehr als vor einem Jahr.
Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt
die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im
November 942.000 Stellen, 136.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des
gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen
des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im November stieg der BA-X weiter um 4 auf 233 Punkte. Das entspricht einem Plus zum
Vorjahr von 57 Punkten.
Die Nachvermittlungsaktion der Ende September noch unversorgten Bewerber für Berufsausbildungsstellen wird von Arbeitsagenturen und Kammern mit
großem Einsatz betrieben. Bisher wurden 86 Prozent der damaligen unversorgten Bewerber eingeladen. Rund die Hälfte der Jugendlichen erschienen und der überwiegenden Zahl von ihnen
wurde ein Angebot gemacht.
Insgesamt hat sich bisher die Zahl der unversorgten Bewerber um 12.500 auf 16.700 verringert. Von den Jugendlichen, die nicht mehr als unversorgt
gelten, mündeten fast drei Fünftel in betriebliche Ausbildungen, Einstiegsqualifizierungen, Schule, Studium oder andere Qualifizierungsangebote ein.
22.11.2007 -
IAB: 1,25 Millionen offene Stellen im dritten Quartal
Im dritten Quartal 2007 lag die Zahl der offenen Stellen bei 1,25 Millionen. Das zeigt eine Betriebsbefragung, mit
der das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) regelmäßig das gesamte Stellenangebot erfasst, also auch jene Stellen, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden.
Mit rund 990.000 offenen Stellen in Westdeutschland und rund 265.000 in Ostdeutschland sei der Arbeitskräftebedarf „auf hohem Niveau stabil“, so das IAB. Gegenüber
dem dritten Quartal des Vorjahres gab es in beiden Regionen jeweils rund 35.000 Stellenangebote mehr.
Im dritten Quartal 2007 waren im Osten rund 80 Prozent aller Stellen
sofort zu besetzen – ein im Zeitvergleich hoher Wert. Der kurzfristige Arbeitskräftebedarf auf dem ersten Arbeitsmarkt spielte hier die Hauptrolle. Im Westen lag der Anteil
der sofort zu besetzenden Stellen mit 61 Prozent vergleichsweise niedrig. Hier suchten die Unternehmen wieder mit mehr zeitlichem Vorlauf nach Personal.
Jede zweite Stelle war den Arbeitsagenturen gemeldet Etwa 642.000 Stellen waren den Arbeitsagenturen gemeldet. Dies entspricht einer relativ hohen Meldequote von 51 Prozent.
Die Meldequoten schwanken im Jahresverlauf, und so haben beispielsweise die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in den letzten Monaten publizierten Schätzungen die Zahl der
offenen Stellen zu hoch angesetzt. Bei diesen Schätzungen wurde die Zahl der BA gemeldeten Stellen anhand früherer, niedrigerer Meldequoten auf die Gesamtzahl der offenen Stellen
hochgerechnet. Die Daten des IAB beruhen dagegen auf einer neuerdings einmal pro Quartal stattfindenden Befragung von rund 8.000 Betrieben und Verwaltungen. Sie zeichnen ein
erheblich genaueres Bild als die bislang üblichen Schätzungen.
Positive Beschäftigungsentwicklung Es sei keine schlechte Nachricht, dass es statt der vom Institut der
deutschen Wirtschaft geschätzten 1,4 Millionen offenen Stellen tatsächlich nur 1,25 Millionen gebe, betont das IAB. Denn an der positiven Arbeitsmarktentwicklung werde deutlich,
dass sich der Arbeitskräftebedarf im Großen und Ganzen gut in Beschäftigung umsetze. So gab es im dritten Quartal 2007 rund 560.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr
als im Vorjahr.
„Die derzeitige Zahl der offenen Stellen ist kein Beleg für einen flächendeckenden Fachkräftemangel“, erklärt die IAB-Arbeitsmarktexpertin Anja
Kettner. Zudem sei der Bestand an offenen Stellen dynamisch: Laufend werden offene Stellen besetzt und kommen neue offene Stellen hinzu.
Die Ergebnisse der IAB-Erhebung
des dritten Quartals 2007 zum gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot stehen im Internet unter Quelle: IAB http://doku.iab.de/grauepap/2007/os0703.pdf.
31.10.07 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Oktober
„Die gute Konjunktur ist stabil und verstärkt die übliche Herbstbelebung: die Arbeitslosigkeit nahm stärker ab
als sonst in einem Oktober, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte weiter deutlich zu und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau“, erklärte das
Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt.
Arbeitslosenzahl im Oktober: -110.000 auf 3.434.000 Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -650.000
Arbeitslosenquote im Oktober: -0,2 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent Die Arbeitslosigkeit hat sich von September auf Oktober im Zuge der anhaltenden Herbstbelebung um 110.000
auf 3.434.000 (West: -70.000 auf 2.265.000; Ost: -40.000 auf 1.169.000) verringert. Dies ist im Oktober üblich, weil Betriebe nach Beendigung der Ferien wieder verstärkt
einstellen. Allerdings fiel der aktuelle Rückgang stärker aus als in den letzten Jahren (2004 bis 2006 monatsdurchschnittlich -98.000). Entsprechend errechnet sich ein
saisonbereinigter Rückgang der Arbeitslosigkeit von -40.000. Der Trend kräftiger saisonbereinigter Abnahmen setzt sich damit fort.
Gegenüber dem Vorjahr gab es im Oktober
650.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf der guten Konjunktur und dem damit verbundenen Aufbau
sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach neuesten Schätzungen des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 2007 jahresdurchschnittlich um 73.000 abnimmt.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem
Inlandskonzept) im September saisonbereinigt um 39.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit im August
saisonbereinigt um 62.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt hat die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von August auf September um 323.000 auf 40,18
Millionen zugenommen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 672.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im August nach der Hochrechnung der Bundesagentur
für Arbeit bei 27,17 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 589.000. Dabei entfällt etwa die Hälfte der Beschäftigungszunahme auf sozialversicherungspflichtige
Vollzeitstellen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten betrug nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im August 4,86 Millionen, 81.000
mehr als vor einem Jahr. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen. Die Zahl der Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten war dagegen weiter rückläufig.
Die
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr in allen Bundesländern gestiegen. Zunahmen gab es auch in fast allen Branchen. Lediglich im Kredit- und
Versicherungsgewerbe und in der öffentlichen Verwaltung gibt es noch Beschäftigungsverluste.
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte
Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den September auf 3,44 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 7,9 Prozent.
Das gemeldete Stellenangebot hat sich im Oktober
saisonbereinigt insgesamt um 5.000 erhöht, die ungeförderten Stellenangebote sind um 5.000 gestiegen. Auch die ungeförderten Stellen für „normale“ ungeförderte
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, verzeichnen ein Plus von 4.000. Nicht saisonbereinigt gab es im Oktober
insgesamt 609.000 Stellen, von denen 93 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um 18.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 63
Prozent oder 382.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, das waren 25.000 mehr als vor einem Jahr.
Neben den
gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem
Job-Roboter. Zusammen waren das im Oktober 976.000 Stellen, 151.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als
die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der
BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im Oktober stieg der BA-X erneut um 6 auf 229 Punkte. Das
entspricht einem Plus zum Vorjahr von 58 Punkten. Quelle: arbeitsagentur.de
11.09.07 - Top Ten der offenen Stellen im Monat September
Kaufleute, Handwerker und Gesundheitsberufe sind derzeit auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt.
Im September standen der Bundesagentur für Arbeit (BA) 992.000 Stellen zur
Vermittlung zur Verfügung - 168.000 Stellen mehr als im Vorjahr. 81% der Stellen zielen auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt ab. Von den 992.000 Stellen waren 440.000 als
ungeförderte
und 189.000 als geförderte bei den Agenturen für Arbeit gemeldet, 124.000 wurden zusätzlich über den BA-Job-Roboter und 224.000 durch die Job-Börse der BA
erfasst. Außerdem waren bei der BA 18.000 Stellen aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie für Freiberufler und Selbständige registriert. Unter den Spitzenreitern in den Top Ten
der ungeförderten gemeldeten Stellen finden sich kaufmännische Berufe: Warenkaufleute mit 26.000, Werbe- und Dienstleistungskaufleute mit 25.000 und Bürofachkräfte mit 19.000
Stellen gehören zu den häufigst gefragten Berufen. Quelle: www.arbeitsagentur.de
02.09.07 - Zahl der Arbeitslosen im August gesunken
„Die gute konjunkturelle Lage wirkt sich weiter positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Die
Arbeitslosigkeit ist im August weiter gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst, und die Zahl der offenen Stellen ist nach wie vor hoch“, erklärte der
Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.
Arbeitslosenzahl im August: -10.000 auf 3.705.000 Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -666.000
Arbeitslosenquote im August: -0,1 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent Die Arbeitslosigkeit hat sich von Juli auf August um 10.000 auf 3.705.000 (West: -6.000 auf 2.444.000; Ost:
-3.000 auf 1.262.000) verringert. Der Rückgang war zwar schwächer als in den Jahren zuvor (2004 bis 2006 durchschnittlich: -22.000), saisonbereinigt errechnet sich aber gleichwohl
ein Minus von 15.000. Der Trend saisonbereinigter Abnahmen hat sich damit fortgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr wurden im August 666.000 weniger Arbeitslose gezählt. Die günstige
Entwicklung der Arbeitslosigkeit erklärt sich vor allem mit dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch
ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach neuesten Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2007 jahresdurchschnittlich um 73.000 abnimmt
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juli saisonbereinigt um 39.000 gestiegen. Die
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis Juni reichen, saisonbereinigt um 7.000 zugenommen. Die zuletzt schwächeren
Anstiege der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung dürften auch eine Gegenbewegung auf die außergewöhnlichen Zuwächse infolge des milden Winters sein. Nicht saisonbereinigt
ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Juni auf Juli geringfügig um 8.000 auf 39,79 Millionen gesunken. Gegenüber dem Vorjahr hat die
Erwerbstätigkeit um 633.000 zugenommen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juni nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 26,88 Millionen,
gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 526.000. Dabei entfällt etwa die Hälfte der Beschäftigungszunahme auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Die Zahl der
ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juni 4,97 Millionen betragen, 121.000 mehr als vor einem Jahr.
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Juli auf 2,62 Millionen, die
saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,2 Prozent.
Das gemeldete Stellenangebot lag im August weiter über dem Vorjahreswert, saisonbereinigt ist es gegenüber Juli
insgesamt geringfügig um 2.000, bei den ungeförderten Stellenangeboten um 5.000 gestiegen. Betrachtet man nur Stellen für „normale“ ungeförderte
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, errechnet sich keine Veränderung. Nach den kräftigen Zuwächsen des
vergangenen Jahres hält sich das Stellenangebot auf hohem Niveau.
Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem
gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im August 1.002.000 Stellen, 185.000 mehr als vor einem Jahr. Nach
Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln –
teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den
BA-X. Im August stieg der BA-X um 2 auf 220 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 57 Punkten entspricht.
Die Daten der Berufsberatungsstatistik der BA und die Meldungen
der Kammern signalisieren kurz vor dem Abschluss des Berufsberatungsjahres eine positive Entwicklung am Ausbildungsmarkt. Von Oktober 2006 bis August 2007 haben insgesamt 710.900
Bewerber die Ausbildungsvermittlung bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet. Das sind 21.700 weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich sind 458.200 Ausbildungsplätze
gemeldet worden, 40.300 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beruht größtenteils auf mehr außerbetrieblichen Stellen (+27.400 auf 42.000). Die Zunahme der Zahl der
Ausbildungsplätze für außerbetriebliche Ausbildungen geht auf die Zusage der BA zurück, im Rahmen des Ausbildungspaktes zusätzliche Lehrstellen für Jugendliche mit
Migrationshintergrund einzurichten. Aber auch die Zahl der betrieblichen Stellen liegt über dem Vorjahr (+12.900 auf 415.500). Die gestiegene Zahl gemeldeter Stellen
korrespondiert mit den Angaben des DIHK und HWK über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Bis Ende Juli wurden 317.700 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 30.900 mehr als
im Vorjahreszeitraum. Im August zählten 161.200 Bewerber noch als unversorgt und 85.900 Ausbildungsplätze waren noch unbesetzt. Quelle: www.arbeitsagentur.de
23.08.07 - IAB-Arbeitsmarktprojektion: Arbeitslosigkeit sinkt 2008 auf 3,4 Millionen
Die Arbeitslosenzahl wird im Jahresdurchschnitt 2008 auf rund 3,4 Millionen sinken, so die aktuelle Arbeitsmarktprojektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(IAB). Dies wäre ein Rückgang um 360.000 gegenüber 2007. Dabei rechnet das IAB mit einem preisbereinigten Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent im Jahr 2007 und 2,5 Prozent im Jahr
2008. Die Zahl der Erwerbstätigen werde mit 40,03 Millionen um 310.000 über dem Jahr 2007 liegen, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 270.000. Der
gegenwärtige Aufschwung habe sogar ein noch „freundlicheres Gesicht“ als der Aufschwung in den Jahren 1999 und 2000, schreiben die Nürnberger Arbeitsmarktforscher in der am
Mittwoch veröffentlichten Studie.
In den Jahren 2006 und 2007 wurden erheblich mehr Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen als 1999 und 2000. Damals seien zwar sehr viele Mini-
und Teilzeit-Jobs entstanden, doch nur wenige Vollzeitstellen. Wenn man das Arbeitsvolumen insgesamt betrachte, sei der gegenwärtige Aufschwung deutlich beschäftigungsintensiver
als der Aufschwung in den Jahren 1999 und 2000, berichtet das IAB.
Die Unterbeschäftigung insgesamt, also die registrierte Arbeitslosigkeit plus die sogenannte Stille
Reserve, wird dem IAB zufolge im Jahr 2008 auf 4,7 Millionen abnehmen. Damit wäre sie um gut 1,5 Millionen oder 24 Prozent niedriger als im Jahr 2005. Damals wurden im Zuge der
Hartz-IV-Reform die Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II zusammengelegt. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit wird nach Einschätzung des IAB die Unterbeschäftigung
insgesamt auf ihren niedrigsten Stand seit 17 Jahren verringern.
Auch die strukturelle Arbeitslosigkeit sinkt Der Arbeitsmarkt befinde sich seit Mitte 2006 in einem
robusten Aufschwung. Das IAB benennt in der Studie drei Ursachen: Zum einen hätten die konjunkturellen Impulse kräftig auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Zweitens habe die
moderate Lohnentwicklung der letzten Jahre den Beschäftigungsanstieg begünstigt. Zum Dritten werde der Aufschwung von den Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre unterstützt. Das
IAB geht daher von einer Abnahme nicht nur der konjunkturellen, sondern auch der strukturellen Arbeitslosigkeit aus.
Arbeitslosengeld-II-Empfänger profitieren weniger vom
Aufschwung Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuchs III – hier handelt es sich im Wesentlichen um die Arbeitslosengeld-I-Bezieher – wird laut IAB die Arbeitslosigkeit
2007 um rund 400.000 und 2008 um rund 210.000 zurückgehen. Die Zahl der Erwerbslosen, die Arbeitslosengeld II erhalten und meistens bereits länger keinen Job haben, sinke 2007 um
290.000 und 2008 um 160.000. Der Anteil der Arbeitslosengeld-II-Empfänger an den Arbeitslosen insgesamt steige damit weiter von 67 Prozent im Jahr 2007 auf 69 Prozent im Jahr
2008. Hier besteht nach Einschätzung des IAB nach wie vor dringender arbeitsmarktpolitischer Handlungsbedarf, um einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.
Quelle: http://www.iab.de
19.08.2007 - Gutscheine für private Arbeitsvermittler werden bis 2010 verlängert
Die Koalition will die private Arbeitsvermittlung für Arbeitslose
mit Hilfe von Gutscheinen länger fördern als bislang geplant. Das Ende 2007 auslaufende Instrument soll um drei Jahre bis 2010 verlängert werden. Darauf einigten sich die
Koalitionsfraktionen, wie deren arbeitsmarktpolitische Sprecher Ralf Brauksiepe (CDU) und Klaus Brandner (SPD) am Montag in Berlin mitteilten. Berlin (ddp). Die Koalition will
die private Arbeitsvermittlung für Arbeitslose mit Hilfe von Gutscheinen länger fördern als bislang geplant. Das Ende 2007 auslaufende Instrument soll um drei Jahre bis 2010
verlängert werden. Darauf einigten sich die Koalitionsfraktionen, wie deren arbeitsmarktpolitische Sprecher Ralf Brauksiepe (CDU) und Klaus Brandner (SPD) am Montag in Berlin
mitteilten. Mit dem Gutschein können Arbeitslose private Arbeitsvermittler ihrer Wahl einschalten. Nach der Koalitionseinigung sollen jene Arbeitnehmer den Gutschein nutzen
können, die Anspruch auf Arbeitslosengeld haben und nach zwei Monaten Arbeitslosigkeit noch nicht vermittelt sind. Bisher liegt die Mindestfrist bei sechs Wochen. Der Gutschein
ist drei Monate lang gültig. Der Vermittlungsgutschein hat einen Wert von 2000 Euro. Die Vergütung für die privaten Vermittler werden in zwei Tranchen zu je 1000 Euro ausgezahlt.
Nach dem Willen von Union und SPD soll die zweite Tranche auf bis zu 1500 Euro erhöht werden, wenn Langzeitarbeitslose oder Behinderte erfolgreich vermittelt werden. Die
Vermittlungsgutscheine wurden im März 2002 eingeführt. Das Instrument war eine Konsequenz aus dem Skandal um geschönte Vermittlungsstatistiken der Arbeitsämter. Im vergangenen
Jahr wurden über 63 000 Vermittlungsgutscheine eingelöst. «Das sind neue Chancen für über 63 000 Menschen», betonten Brauksiepe und Brandner. Die FDP begrüßte die Ankündigung der
Koalition im Grundsatz. Private Arbeitsvermittler bekämen Planungssicherheit und Arbeitslose eine zusätzliche Chance, betonte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel. Aus FDP-Sicht
sollten die Gutscheine aber sofort nach Eintritt der Arbeitslosigkeit genutzt werden können. Auch verursache die begrenzte Gültigkeit einen hohen bürokratischen Aufwand. (ddp)
13.08.07 - 671.000 Arbeitslose weniger als im Juli letzten Jahres
Arbeitslosenzahl im Juli: +28.000 auf 3.715.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -671.000 Arbeitslosenquote im Juli: +0,1 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent
Die Arbeitslosigkeit ist von Juni auf Juli mit dem
Beginn der Sommerpause um 28.000 auf 3.715.000 gestiegen (West: +23.000 auf 2.450.000, Ost: +5.000 auf 1.265.000). Der Anstieg der Arbeitslosenzahl war deutlich schwächer als im
Durchschnitt der letzten Jahre. Saisonbereinigt errechnet sich ein erneut deutliches Minus von ‑45.000. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Juli 671.000 weniger Arbeitslose
gezählt. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit erklärt sich vor allem mit dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem wird
der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2007 jahresdurchschnittlich um
100.000 abnimmt.
Die Zunahme der nicht saisonbereinigten Arbeitslosenzahl im Juli ist jahreszeitlich bedingt (Sommerpause). Sie beruht vor allem darauf, dass sich in
diesem Monat viele Jugendliche nach Abschluss schulischer und betrieblicher Ausbildungen arbeitslos melden. Deshalb steigt in dieser Zeit die Arbeitslosigkeit Jüngerer besonders
stark an, nimmt dann aber im September und Oktober wieder deutlich ab. Darüber hinaus wird im Juli die Arbeitslosigkeit durch urlaubs- und quartalsbedingte Beendigungen von
Arbeitsverhältnissen belastet, denen nicht entsprechend viele Arbeitsaufnahmen von Arbeitslosen gegenüber stehen. Dauerhafte Einstellungen in sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung werden oft bis nach den Ferien aufgeschoben. Außerdem verringert sich in den Sommermonaten ferienbedingt die Entlastungswirkung durch berufliche Qualifizierungen.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juni saisonbereinigt um 41.000 gestiegen. Nach hochgerechneten
Daten der BA, die bis Mai reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 33.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit
von Mai auf Juni um 142.000 auf 39,79 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sie um 636.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Mai nach der
Hochrechnung der BA bei 26,86 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 561.000. Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen.
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Juni auf 2,65 Millionen, die
saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,3 Prozent.
Das gemeldete Stellenangebot lag im Juli weiter über dem Vorjahreswert, saisonbereinigt ist es gegenüber Juni
geringfügig um 3.000 gesunken, dabei haben sich die ungeförderten Stellenangebote nicht verändert. Betrachtet man allerdings nur Stellen für „normale“
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, errechnet sich ein Minus von 8.000. Nicht saisonbereinigt gab es im Juli
insgesamt 650.000 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um 22.000 zugenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 64 Prozent oder 415.000 ungeförderte Stellen für
„normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, das waren 61.000 mehr als vor einem Jahr.
Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die
Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im Juli
997.000 Stellen, 161.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen
Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln - teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes
berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im Juli stieg der BA-X um 4 auf 218 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 55 Punkten entspricht.
Die
Daten der Berufsberatungsstatistik der BA und die Meldungen der Kammern signalisieren für das laufende Jahr eine leichte Entspannung am Ausbildungsmarkt, aber geben keine
Entwarnung. Von Oktober 2006 bis Juli 2007 haben insgesamt 683.300 Bewerber die Ausbildungsvermittlung bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet. Das sind 17.100 weniger
als im Vorjahreszeitraum. Zugleich sind 430.500 Ausbildungsplätze gemeldet worden, 28.500 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beruht größtenteils auf mehr
außerbetrieblichen Stellen (+18.600 auf 32.000; betriebliche: +9.900 auf 398.500). Die Zunahme der Zahl der Ausbildungsplätze für außerbetriebliche Ausbildungen geht auf die
Zusage der BA zurück, im Rahmen des Ausbildungspaktes zusätzliche Lehrstellen für Jugendliche mit Migrationshintergrund einzurichten. Die gestiegene Zahl gemeldeter Stellen
korrespondiert mit den Angaben des DIHK und HWK über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Bis Ende Juni wurden 231.400 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 22.800 mehr als
im Vorjahreszeitraum. Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/nn_27030/zentraler-Content/Pressemeldungen/2007/Presse-07-054.html
07.08.07 - Union will deutschen Arbeitsmarkt bis 2011 gegen Osteuropäer abschotten
Die Union will den deutschen Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2011 gegen Osteuropäer
abschotten. Unions-Fraktionschef Volker Kauder lehnte eine frühere Lockerung der sogenannten Freizügigkeit für Arbeitnehmer wegen unerwünschter Billiglohnkonkurrenz ab. Er sei
"aus heutiger Sicht dafür, die vollständige Öffnung des Arbeitsmarktes auf 2011 zu verschieben", sagte Kauder der "Bild"-Zeitung. Der CDU-Politiker bekräftigte
damit die im Koalitionsvertrag mit der SPD vereinbarte Position. Eine Lockerung der Beschränkungen hatte Arbeits-Staatssekretär Gerd Andres (SPD) ins Gespräch gebracht.
Kauder sagte: "Man kann sich doch nicht auf der einen Seite über Dumpinggehälter beklagen und gleichzeitig im großen Stil Arbeitskräfte aus Rumänien oder Bulgarien nach
Deutschland holen, die hier für Billiglöhne arbeiten wollen." Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, Entscheidungen zur Öffnung des Arbeitsmarkts seien
noch nicht gefallen. Es herrsche aber ein Konsens darüber, dass die Qualifizierung von inländischen Arbeitnehmern Vorrang vor dem Zuzug von Arbeitskräften habe.
Der Chef
der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sprach sich dafür aus, dass angesichts der Arbeitslosigkeit eine Zuwanderung "absolut restriktiv erfolgen sollte". In
der "Berliner Zeitung" warnte er vor einer vorzeitigen Öffnung des Arbeitsmarktes. Weise betonte aber, Überlegungen für eine frühere Marktöffnung seien "legitim für
Problembereiche und Problemgruppen".
Der SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner sagte dem "Tagesspiegel", die meisten EU-Staaten hätten die Ausnahmeregelung
bei der Freizügigkeit bereits abgeschafft: "Ich sehe keine Chance, dass Deutschland eine nochmalige Verlängerung bei der EU-Kommission durchsetzen kann." Stattdessen sei
es überfällig, Mindestlöhne einzuführen. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer lobte Kauder dafür, dass er "die Gefahr von Dumpinglöhnen bei
vorzeitiger Öffnung des Arbeitsmarktes" sehe. Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2007/07/31/776928.html
24.07.07 - Boom am Jobmarkt stützt den Aufschwung
Im kommenden Jahr könnte die Arbeitslosigkeit auf 3,3 Millionen sinken.
Die positive Entwicklung stützt im Gegenzug wieder das Wirtschaftswachstum durch wachsende Konsumausgaben.
Der Abbau der Arbeitslosigkeit beflügelt allmählich die
Konjunktur. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in seiner am Dienstag veröffentlichten Sommerprognose noch mit 3,3 Millionen Arbeitslosen im kommenden
Jahr. Mit der Beschäftigung steige auch das Masseneinkommen und damit der private Konsum. «Der Aufschwung ist signifikant und stabil», sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann. Das
Wirtschaftswachstum dürfte den Berliner Forschern zufolge 2007 bei 2,6 und 2008 bei 2,5 Prozent liegen.
Den Ökonomen zufolge wird der Konsum bisher noch durch die
Mehrwertsteuer-Erhöhung gedämpft. Diese Bremse sollte sich aber 2008 lösen. Der private Konsum, auf den rund 60 Prozent der gesamten Wirtschaftskraft entfallen, werde dann mehr
als die Hälfte des vorhergesagten Wachstums tragen. Damit bekäme der Aufschwung ein weiteres Standbein neben dem Export und den sich weiter dynamisch entwickelnden Investitionen
der Unternehmen.
Dass die Arbeitslosigkeit nicht noch stärker zurückgeht, führt das DIW vor allem auf den Fachkräftemangel zurück. Zum Schluss blieben Langzeitarbeitslose
übrig, die wegen ihrer mangelnden Qualifikation nur schwer vom Aufschwung erfasst werden. Hier sei die Politik mit strukturellen Reformen gefragt. Der Prognose zufolge sinkt die
Arbeitslosigkeit von knapp 4,5 Millionen 2006 auf rund 3,7 Millionen im Schnitt dieses Jahres, kann dann aber 2008 nicht mehr im gleichen Umfang zurückgehen.
Während die
Ökonomen der Politik kaum Anteil am Aufschwung beimaßen, lobten sie die zurückhaltende Lohnpolitik vergangener Jahre. Mit den international niedrigeren Lohnstückkosten sei die
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen gestiegen. Auch die bisherigen Abschlüsse für 2007 und 2008 deuteten auf einen nur moderaten Anstieg der effektiven Bruttoentgelte
um 1,6 Prozent hin. Ökonomisch stärker ins Gewicht fällt die Zunahme der Beschäftigung: So werde die gesamte Bruttolohnsumme um knapp drei Prozent zulegen - was dann die Basis für
mehr Konsum ist.
Zu Gute kommt der stetige Aufschwung auch den öffentlichen Haushalten. Der Gesamtstaat aus Bund, Ländern, Gemeinden und den Sozialversicherungen könne
schon 2008 mit einem Überschuss von fünf Milliarden Euro rechnen. Bereits in diesem Jahr werde das Staatsbudget annähernd ausgeglichen sein - das wären drei Jahre früher als von
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück angestrebt. Möglich werde dies durch die steigenden Steuereinnahmen bei gleichzeitig nur mäßigen Erhöhungen der öffentlichen Ausgaben.
Wann der Aufschwung abbricht, ließen die DIW-Experten offen. Zimmermann zeigte sich skeptisch, dass auch 2009 nach dann drei guten Jahren ein ähnlich starkes Wachstum zeigen
werde. DIW-Konjunkturchef Alfred Steinherr warnte vor zu großem Pessimismus. Weil die Weltwirtschaft, von dem Deutschland als Exportnation stark abhängt, immer mehr von
Schwellenländern wie China mit ihrem riesigen Nachholbedarf getragen werde, könnten Konjunkturzyklen heute viel länger dauern.
So erwartet das DIW, dass der Welthandel
auch im kommenden Jahr um etwa 7,5 Prozent zulegen wird. Sorgen bereitet aber der hohe Euro-Kurs, der ab 1,40 Dollar etlichen Exporteuren schaden könne. Zudem besteht die Furcht
vor einer abrupten Abwertung des Dollar wegen der enormen Defizite in Haushalt und Leistungsbilanz der größten Volkswirtschaft der Erde. Quelle: netzeitung.de
01.07.07 - Die Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes im Juni 2007
„Durch die stabile Konjunktur wächst die
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Arbeitslosigkeit sinkt deutlich. Die Nachfrage nach Mitarbeitern ist weiter gestiegen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende
der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.
Arbeitslosenzahl im Juni: -125.000 auf 3.687.000 Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -712.000
Arbeitslosenquote im Juni: -0,3 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent
Die Zahl der Arbeitslosen hat von Mai auf Juni im Zuge der Frühjahrsbelebung um 125.000 auf 3.687.000
abgenommen (West: -76.000 auf 2.427.000; Ost: -49.000 auf 1.260.000). Der Rückgang war stärker als im Durchschnitt der letzten drei Jahre (-101.000). Saisonbereinigt errechnet
sich ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 37.000. Nachdem die Abnahmen in letzten beiden Monaten wegen der geringeren Winterarbeitslosigkeit etwas schwächer ausgefallen waren, hat
sich der Abbau im Juni wieder verstärkt. Gegenüber dem Vorjahr gab es 712.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung liegt vor allem am konjunkturell bedingten Aufbau
sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Daneben spielen aber auch die Entlastung durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot sowie die Professionalisierung der Arbeit der
Job-Center eine Rolle.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai saisonbereinigt um 8.000 gestiegen. Nach
hochgerechneten Daten der BA, die bis April reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 32.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die
Erwerbstätigkeit von April auf Mai um 181.000 auf 39,46 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sie um 458.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im
April nach der Hochrechnung der BA bei 26,71 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 599.000. Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf
Vollzeitstellen.
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Mai auf 2,69
Millionen, die saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,4 Prozent.
Das Stellenangebot lag im Juni weiter deutlich über dem Vorjahreswert, saisonbereinigt ist es gegenüber
Mai um 11.000 gestiegen. Nicht saisonbereinigt gab es im Juni insgesamt 648.000 Stellen, von denen 89 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um
67.000 zugenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 64 Prozent oder 412.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse,
das waren 86.000 mehr als vor einem Jahr.
Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten
Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im Juni 968.000 Stellen, 194.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen
die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach
Rücksprache mit dem Arbeitgeber.
Nach den Daten der BA gab es im laufenden Berufsberatungsjahr bisher weniger gemeldete Bewerber und mehr gemeldete Ausbildungsplätze: Von
Oktober 2006 bis Juni 2007 haben sich 647.900 Jugendliche als Bewerber für Ausbildungsstellen registrieren lassen, 18.200 weniger als vor einem Jahr. Erstmals seit 2002 nahm die
Bewerberzahl auch in Westdeutschland ab, während sich dieser Trend in Ostdeutschland schon seit 1999 zeigt.
Zugleich sind den Agenturen für Arbeit 401.400 Ausbildungsplätze
gemeldet worden, 18.800 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beruht größtenteils auf mehr außerbetrieblichen Stellen (+12.700 auf 24.700). Erstmals in diesem
Berufsberatungsjahr liegen aber nun auch die betrieblichen Angebote über dem Vorjahreswert (+6.100 auf 376.700). Die Zunahme der Zahl der Ausbildungsplätze für außerbetriebliche
Ausbildungen geht auf die Zusage der BA zurück, im Rahmen des Ausbildungspaktes zusätzliche Lehrstellen für Jugendliche mit Migrationshintergrund einzurichten. Die gestiegene Zahl
gemeldeter Stellen korrespondiert mit den Angaben des DIHK und HWK über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Bis Ende Mai wurden 172.400 Ausbildungsverträge abgeschlossen,
16.900 mehr als im Vorjahreszeitraum. Quelle: www.arbeitsagentur.de
06.06.2007 - Freie Stellen gibt es massenhaft
Es gibt
sie, die freien Arbeitsplätze: 923.000 offene Stellen zählten die Arbeitsagenturen im April, 178.000 mehr als vor einem Jahr. Ein größerer Teil der Vakanzen entfällt dabei auf
sozialversicherungspflichtige Jobs. Von den offenen Stellen waren 615.000 offiziell bei den Arbeitsagenturen gemeldet, 400.000 davon entfielen auf „normale“
sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Daneben kennt die Bundesagentur zusätzliche Stellen aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Jobbörse und dem Jobroboter im
Internet.
Tatsächlich dürfte die Zahl der Vakanzen noch weitaus höher liegen, denn viele Firmen melden ihre offenen Stellen nicht den Arbeitsagenturen, sondern gehen
selbst auf die Suche nach geeigneten Bewerbern. Experten schätzen, dass bei den Arbeitsagenturen nur rund die Hälfte des gesamten Stellenangebots bekannt ist – die
tatsächliche Zahl läge dann bei 1,8 Millionen.
Freie Stellen wurden im April durchschnittlich nach 59 Tagen besetzt – im Vorjahr hatte das im Schnitt nur 40 Tage
gedauert. Dieser Trend ist typisch für eine anziehende Konjunktur und eine hohe Arbeitskräftenachfrage: Für die Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, geeignete Bewerber zu
finden, sie brauchen länger, bis sie ihre Stellen besetzen können. Trotz immer noch hoher Arbeitslosenzahlen drohten schon bald Engpässe am Arbeitsmarkt, fürchtet der Analyst
Andreas Rees von der HypoVereinsbank. Der Arbeitsmarkt könnte damit zur Konjunkturbremse werden. Quelle: http://www.welt.de
01.05.07 - Deutscher Arbeitsmarkt erholt sich
Der positive Trend setzt sich fort: Im April rutschte die Zahl der Arbeitslosen wieder unter die Vier-Millionen-Marke
Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen ist im April in Deutschland wieder unter vier Millionen gesunken und hat den niedrigsten Stand seit viereinhalb Jahren erreicht. Wie
Arbeitsminister Franz Müntefering zum Tag der Arbeit am Dienstag mitteilte, waren vergangenen Monat 3,967 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil
zeigte sich zufrieden mit den Daten und führte sie auf die Reformen von Rot-Grün zurück. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla wertete die Zahlen dagegen als Bestätigung des von der
Koalition eingeschlagenen Wegs. Demgegenüber äußerte der DGB die Befürchtung, die positive Entwicklung könnte nicht von Dauer sein.
Die wichtige Vier-Millionen-Marke war
zuletzt im vergangenen November unterschritten worden, danach war die Zahl der Arbeitslosen aber wieder gestiegen. Im März dieses Jahres hatte die Arbeitslosenzahl noch bei 4,108
Millionen gelegen. Vor zwei Jahren war sie nach Münteferings Angaben noch rund 1,1 Millionen höher. Damals habe es 420.000 offene Stellen gegeben, heute seien es rund 920.000. Bei
den unter 25-Jährigen sei die Arbeitslosenzahl von 555.000 auf etwa 400.000 gesunken. Müntefering erklärte, am Arbeitsmarkt werde es in diesem Jahr weiterhin eine positive
Entwicklung geben. Die Wachstumsprognosen und Arbeitsmarktentwicklung zeigten einen klaren Trend.
"Für uns Sozialdemokraten ist dies ein Ansporn, die sozial gerechte
Modernisierung unseres Landes weiter voran zu treiben", erklärte Heil in Berlin. "Der Aufschwung muss für alle Bürger spürbar werden." Pofalla sagte: "Die
Großwetterlage in Deutschland stimmt. Gute Wachstumsprognosen und sinkende Arbeitslosenzahlen zeigen das." Dennoch sei das Ziel, Arbeit für alle zu schaffen, noch nicht
erreicht.
Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, begrüßte zwar den Rückgang der Arbeitslosenzahlen, betonte aber zugleich: "Ich habe die
große Sorge, dass das nicht von Dauer sein wird." Viele der neuen Beschäftigten seien lediglich Leiharbeiter. Die Unternehmen versuchten, "je nach Konjunkturlage zu
heuern und zu feuern". Leiharbeit müsse aber die Ausnahme bleiben. Der DGB-Abteilungsleiter Arbeitsmarktpolitik, Wilhelm Adamy, sagte dem Berliner "Tagesspiegel"
(Mittwochausgabe): "Es gibt ein riesiges Defizit an Arbeitsplätzen, das aber durch die Fördermaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit versteckt ist."
Nach
Berechnungen der Stiftung Marktwirtschaft fehlen in Deutschland tatsächlich sechs Millionen Arbeitsplätze. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nicht so gut, wie sie auf den
ersten Blick aussieht", sagte Guido Raddatz, der Arbeitsmarktexperte der Stiftung dem "Tagesspiegel". Zu den offiziellen Zahlen hätten im März rund 329.000 Menschen
hinzugezählt werden müssen, die derzeit an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen. Dazu zählten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Ein-Euro-Jobs.
Nicht mitgezählt
würden der Stiftung zufolge auch jene, die sich weiterbilden lassen. Dies seien im März knapp 206.000 Menschen gewesen. Zudem zahlt die Arbeitsagentur Subventionen wie
Eingliederungs- oder Existenzgründungszuschüsse. Insgesamt kämen so fast 332.000 Fälle zusammen. Noch größer sei die Gruppe der Vorruheständler mit 485.000. Mehr als 800.000
Menschen gehörten schließlich zur so genannten Stillen Reserve. Das seien Menschen, die gerne arbeiten würden, aber nicht als jobsuchend gemeldet sind. (APA/AFP) Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=2863761
04.04.2007 - Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im März 2007
„Getragen von der guten Konjunktur fiel die
Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt kräftig aus. Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen, das Beschäftigungswachstum gewann nochmals an Fahrt und die Kräftenachfrage bleibt
hoch“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.
Arbeitslosenzahl im März: -114.000 auf 4.108.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -869.000 Arbeitslosenquote im März: -0,3 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent
Die Zahl der Arbeitslosen ist im März im Zuge der
Frühjahrsbelebung um 114.000 auf 4.108.000 gesunken (West: ‑84.000 auf 2.698.000; Ost: -30.000 auf 1.410.000). Der Rückgang war fast doppelt so stark wie im Durchschnitt der
letzten drei Jahre (-62.000). Saisonbereinigt errechnet sich erneut ein kräftiges Minus von 65.000. Der Abstand zum Vorjahr ist erneut gewachsen. Gegenüber dem Vorjahr gab es im
März 869.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung gegenüber dem Vormonat und auch dem Vorjahr erklärt sich vor allem mit dem Aufbau sozialversicherungspflichtiger
Beschäftigung. Daneben haben aber auch weitere Faktoren eine Rolle gespielt: ein stärkerer Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente im Rechtskreis des SGB II, ein rückläufiges
Arbeitskräfteangebot sowie die professionellere Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften zur Betreuung der Arbeitslosengeld II-Bezieher.
Für die Wintermonate insgesamt zeigt
sich: Der vergleichsweise milde Winter und auch das neue Instrument Saisonkurzarbeitergeld haben den saisonal bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit halbiert. Entsprechend wäre
ein geringerer Abbau der „Winterarbeitslosigkeit“ zu erwarten gewesen. Die überdurchschnittliche Abnahme im März ist Beleg für die ungebrochene Wirkung der konjunkturellen
Belebung des Arbeitsmarktes.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Februar saisonbereinigt um 30.000
gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis Januar reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 109.000 zugenommen. Nicht
saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von Januar auf Februar um 26.000 auf 38,96 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Zuwachs der Erwerbstätigkeit um
571.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Januar nach der Hochrechnung der BA bei 26,46 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 624.000.
Dabei entfallen deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen. Dagegen hat sich die Zahl der ausschließlich
geringfügig Beschäftigten nach den ersten Hochrechnungen der BA verringert, was möglicherweise auf die Anhebung der Pauschbeträge für Minijobs ab Juli 2006 zurückzuführen ist.
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Februar auf 3,15 Millionen, die Erwerbslosenquote
auf 7,5 Prozent.
Das Stellenangebot lag im März weiter deutlich über dem Vorjahreswert, saisonbereinigt hat es gegenüber Februar allerdings um 22.000 abgenommen.
Betrachtet man allerdings nur Stellen für ungeförderte „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln,
errechnet sich ein Zuwachs von 6.000. Nicht saisonbereinigt gab es im März insgesamt 640.000 Stellen, von denen 85 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat
ihre Zahl um 133.000 zugenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 61 Prozent oder 392.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungsverhältnisse, das waren 141.000 mehr als vor einem Jahr.
Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem
gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Zusammen waren das im März 891.000 Stellen, 173.000 mehr als vor einem Jahr. Nach
Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln -
teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber.
Nach den Daten der BA gab es in der ersten Hälfte des Berufsberatungsjahres weniger gemeldete Bewerber und
zugleich auch weniger gemeldete Ausbildungsplätze: Seit 1. Oktober haben sich 509.800 Jugendliche als Bewerber für Ausbildungsstellen registrieren lassen, 35.700 weniger als vor
einem Jahr. Zugleich sind den Agenturen für Arbeit 314.000 Ausbildungsplätze gemeldet worden, 12.700 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang beruht allein auf weniger
betrieblichen Stellen (-19.000 auf 297.300). Dies kann allerdings darauf zurückzuführen sein, dass Ausbildungsbetriebe Jugendliche aus Einstiegsqualifizierungen in reguläre
Ausbildung übernehmen und deshalb keine Ausbildungsplätze melden. Die Zunahme der Zahl der Ausbildungsplätze für außerbetriebliche Ausbildungen geht auf die Zusage der BA zurück,
im Rahmen des Ausbildungspaktes zusätzliche Lehrstellen für Jugendliche mit Migrationshintergrund einzurichten.
Quelle: www.arbeitsagentur.de
Ausführliche Informationen finden Sie im Internet unter: http://statistik.arbeitsagentur.de
08.03.2007 - 1.450.000.000 Überstunden in Deutschland
Im Schnitt macht jeder Beschäftigte mehr als 40 Überstunden im Jahr.
Zwar neigen Arbeitgeber wieder dazu, die Mehrleistung auch zu bezahlen. Doch nach Berechnungen von Experten ließen sich genauso gut eine Million Menschen neu anstellen.
Zum
ersten Mal seit fünf Jahren ist 2006 die Zahl der bezahlten Überstunden in Deutschland nach Informationen von WELT ONLINE wieder gestiegen. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB) mitteilte, leisteten die Arbeitnehmer insgesamt 1,45 Mrd. solcher Überstunden (Vorjahr: 1,43 Mrd.). Damit machte jeder Beschäftigte 41,9 bezahlte Überstunden
im Jahr. Hauptursache für den Anstieg der Überstunden mit Lohnausgleich war nach Ansicht von Arbeitsmarkt-Experten die anziehende Konjunktur im zweiten Halbjahr 2006.
Unternehmen versuchen in Phasen einer anziehenden Konjunktur häufig, die gestiegenen Auftragseingänge durch Überstunden abzufangen. Fast jede zweite Überstunde fällt im
Produzierenden Gewerbe an. Nach IAB-Berechnungen entspricht das gesamtwirtschaftliche Überstundenvolumen „einem Beschäftigungsäquivalent von gut einer Million Personen“.
Ökonomen warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen. „Es ist nicht möglich, Überstunden so ohne weiteres in Arbeitsplätze umzurechnen“, sagte der Wirtschaftsweise Wolfgang
Wiegard. Schließlich würden die meisten Überstunden auf hoch qualifizierte Fachkräfte entfallen, von denen es ohnehin zu wenige gebe.
In den letzten Jahrzehnten ist die
Zahl der bezahlten Überstunden in Westdeutschland dagegen deutlich zurückgegangen. In den sechziger und siebziger Jahren leistete jeder Arbeitnehmer häufig mehr als 100
Überstunden im Jahr, in den neunziger Jahren waren es dagegen selten mehr als 50. Seit den achtziger Jahren pendelt der Überstundenanteil am Arbeitsvolumen um die
Vier-Prozent-Marke.
Die Gründe für den Rückgang der bezahlten Überstunden sind laut Wiegard vielfältig. So waren die Wachstumsraten in den sechziger und siebziger Jahren
im Durchschnitt deutlich höher als in den vergangenen Jahrzehnten. Hinzu kommen Strukturveränderungen am Arbeitsmarkt: Die Beschäftigungsanteile von Gruppen mit traditionell
wenigen Überstunden - wie Frauen und Teilzeitbeschäftigte – haben zugenommen. Außerdem sind die Arbeitszeiten flexibler. Überstunden werden immer seltener ausbezahlt,
sondern auf Arbeitszeitkonten verrechnet. Zu den wichtigsten Ursachen für Überstunden gehören kurzfristige Produktionsanstiege oder Personalengpässe durch Krankheit oder
Fachkräftemangel. Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article746308/1.450.000 .000_Ueberstunden_in_Deutschland.html
22.02.2007 - Finanzministerium rechnet mit weiteren Verbesserungen am Arbeitsmarkt
Berlin (ddp). Das Bundesfinanzministerium (BMF) rechnet bei einer anhaltend guten Konjunktur mit einer deutlichen Verbesserung am Arbeitsmarkt. Neben der guten
Konjunktur seien für diese positive Entwicklung vor allen Dingen die Erweiterungsinvestitionen in den exportorientierten Bereichen ausschlaggebend, schreibt das BMF in seinem am
Donnerstag in Berlin veröffentlichten Monatsbericht. Für die kommenden Monate erkennt das BMF auch eine «zunehmend optimistische» Stimmung im Bauhauptgewerbe.
Dämpfende
Effekte durch die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Jahres dürften nach BMF-Angaben «angesichts des insgesamt positiven Konjunkturbildes schnell überwunden werden». Die etwas
schlechtere Stimmung beim Konsumklima im Januar werde wohl nur «vorübergehend sein», denn der Konsumklimaindex habe zugleich signalisiert, dass die Verbraucher grundsätzlich
großes Vertrauen in die Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs im Verlauf dieses Jahres hätten.
Die Aussichten für die weitere Entwicklung der Exporte beurteilt das
BMF «nach wie vor» gut. Die außenwirtschaftlichen Bedingungen seien günstig. Neben der hohen preislichen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und weiter gesunkener Ölpreise
stelle sich die weltwirtschaftliche Dynamik nahezu unverändert robust dar.
Quelle: http://www.business-wissen.de/de/aktuell/kat1/akt35403.html
02.02.07 - Experten sprechen von "sensationell niedriger" Arbeitslosigkeit
Dieser Januar dürfte in die Geschichte
eingehen. Nicht nur wegen der extrem milden Witterung, sondern auch wegen der Folgen des ausgefallenen Winters. Einige Konjunkturforscher prognostizieren ungewöhnlich niedrige
Erwerbslosenzahlen.
Experten gehen für den Januar von einer geradezu "sensationell niedrigen Arbeitslosigkeit" aus. Mit 4,2 bis 4,25 Millionen Erwerbslosen
dürften sie lediglich um rund 200.000 bis 250.000 über dem Dezemberwert 2006 liegen, berichteten Konjunkturforscher und Bankenvolkswirte. Dies wären rund 750.000 bis 800.000
weniger Jobsucher als vor einem Jahr. Als wichtigsten Grund führen die Fachleute die milde Witterung an.
In den vergangenen fünf Jahren war die Zahl der Erwerbslosen im
Januar um durchschnittlich 406.000 gestiegen. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Mittwoch in Nürnberg bekannt geben.
Allerdings betonen
die Fachleute, Berechnungen der Arbeitslosenzahl seien für diesen Januar wegen der milden Witterung sehr schwierig. Die einzelnen Experten-Prognosen schwanken daher zwischen dem
im Januar üblichen Anstieg von rund 390.000 bis zu einer ungewöhnlich geringen Zunahme von 70.000 bis 80.000. Auch der Arbeitsmarktexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung
Halle, Udo Ludwig, geht beim Anstieg "von einem Wert unter 100.000" aus. Die Mehrheit der Experten hat hingegen einen Anstieg um 200.000 bis 300.000 errechnet.
Zu
größerem Optimismus neigt HypoVereinsbank-Volkswirt Andreas Rees. Er kann sich angesichts der milden und schneearmen ersten Monatshälfte nicht vorstellen, dass die Zahl der
Jobsucher einen kräftigen Sprung nach oben gemacht hat. "Bis zum Zähltag Mitte Januar hat sich im Vergleich zum guten Dezember nichts Grundsätzliches geändert". Das
frühlingshafte Wetter in der ersten Januar-Hälfte habe es der Baubranche erlaubt, praktisch durchzuarbeiten. Das sieht auch Konjunkturforscher Ludwig so: "Die sonst von
Winterarbeitslosigkeit betroffenen Außenberufe sind von der Witterung kaum beeinträchtigt worden."
Hans-Ulrich Brautzsch vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle
(IWH) geht davon aus, dass die gute Konjunktur den Arbeitsmarkt auch weiterhin positiv beeinflusst hat und daher weniger Menschen als sonst entlassen wurden. Er prognostiziert zum
Jahresbeginn einen nicht bereinigten Anstieg der Arbeitslosenzahl um 50.000 bis knapp 100.000.
Dagegen rechnet Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) mit
einer weitaus stärkeren Zunahme um 150.000 bis 200.000. "Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, weil am Jahresende viele befristete Arbeits- oder Projektverträge ausgelaufen
sind", argumentierte er.
Volkswirt Matthias Rubisch von der Commerzbank in Frankfurt am Main hält sogar ein Plus um 390.000 für möglich. Trotz des ungewöhnlich
milden Winters hätten viele Bau- und Landschaftsbauunternehmen ihren Betrieb zurückgefahren oder ganz eingestellt, weil die Auftragslage im Winter grundsätzlich schlechter sei,
erklärte er.
Zusätzliche Entlastung für den Arbeitsmarkt dürfte nach Einschätzung der Volkswirte die im Dezember 2006 gestartete Saisonkurzarbeitergeld-Regelung gebracht
haben. Um die sonst im Winter übliche Arbeitslosigkeit bei Bauarbeitern zu verhindern, erhalten diese in Schlechtwetterphasen erstmals in diesem Winter Kurzarbeitergeld in Höhe
des sonst üblichen Arbeitslosengeldes. Damit entfalle die für Unternehmen belastende Bürokratie bei der Entlassung und späteren Wiedereinstellung der Mitarbeiter.
Unabhängig von den im Januar häufig stark ausgeprägten Saisoneinflüssen sehen die Experten den Arbeitsmarkt weiter auf Entspannungskurs. "Der Aufschwung am Arbeitsmarkt geht
ungebrochen weiter", lautet die Einschätzung von Bernd Weidensteiner von der genossenschaftlichen DZ-Bank. Dem stimmen fast alle seiner Kollegen zu. Auch die im ersten
Quartal erwartete leichte Wachstumsdelle wegen der Mehrwertsteuererhöhung werde auf dem Arbeitsmarkt vorerst nicht spürbar werden. Kaum ein Unternehmer werde deshalb kurzfristig
Leute entlassen.
Die Bundesagentur für Arbeit berichtete, die Nachfrage nach Arbeitskräften sei zu Jahresbeginn ungebrochen hoch gewesen. Dies gehe aus dem neuen
Stellenbarometer BA-X hervor, das die Nürnberger künftig monatlich und immer einen Tag vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen bekannt gegeben wollen. Der Index beruht den
Angaben zufolge auf Stellengesuchen der Unternehmen. Da die für den Index notwendigen Informationen erstmals seit 2004 vollständig zur Verfügung stehen, beginnt der BA-X bei einem
Stand von 100 für den Jahresdurchschnitt 2004. Im Januar 2007 verharrte er bei einem Wert von 172.
Quelle: dpa/AP/WELT.de http://news.de.msn.com/Article.aspx?cp-documentid=2721267
12.01.07 - BfA muss Kosten für Vermittlung ins EU-Ausland übernehmen
LUXEMBURG (Dow Jones) - Wenn ein privater deutscher Arbeitsvermittler einem Jobsuchenden
eine Stelle in einem anderen EU-Staat verschafft, muss ihm die Bundesagentur für Arbeit (BfA) dafür die Kosten erstatten. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) urteilte am
Donnerstag, dass die deutsche Regelung, nur die Kosten für die Vermittlung eines Arbeitsplatzes in Deutschland zu übernehmen, nicht mit EU-Recht vereinbar ist. Die
Arbeitnehmerfreizügigkeit und die Dienstleistungsfreiheit würden dadurch eingeschränkt, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Eine Rechtfertigung durch arbeitsmarktpolitische
und sozialversicherungswirtschaftliche Gründe ließ der EuGH nicht gelten. Die Regelung sei unverhältnismäßig.
Das Urteil geht auf eine Klage der privaten Arbeitsvermittlungs- agentur ITC GmbH vor dem
Sozialgericht Berlin zurück. Die Agentur hatte einem Arbeitssuchenden eine Stelle in den Niederlanden vermittelt. Der erfolgreiche Bewerber wollte sich die Kosten für die private
Vermittlung von der BfA erstatten lassen, was nach deutschem Recht seit 2002 möglich ist. Die BfA lehnte jedoch die Kostenübernahme mit der Begründung ab, dass keine
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland vermittelt worden sei. (Az: C-208/05) Autor: DJG/frh/ros Quelle: http://www.finanztreff.de
05.01.07 - Erwerbstätigkeit nahm im Jahr 2006 um 0,7% zu
Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen
Bundesamtes hatten im Durchschnitt des Jahres 2006 fast 39,1 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland, 258.000 Personen oder 0,7% mehr als ein Jahr zuvor. Im Jahr
2005 war im Jahresdurchschnitt die Beschäftigung noch um 52.000 Personen oder 0,1% zurückgegangen. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte im Jahr 2006 wieder in etwa das Niveau des
Jahres 2002. Zugleich war der Anstieg der Erwerbstätigenzahl von 0,7% die stärkste Beschäftigungszunahme im Vorjahresvergleich seit dem Jahr 2000.
Zur positiven
Entwicklung der Erwerbstätigkeit im Jahr 2006 haben sowohl die konjunkturelle Belebung als auch das Großereignis der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland beigetragen. Ferner
wurde die Beschäftigung auch im Jahr 2006 - wie bereits in den Jahren zuvor - durch den Einsatz zahlreicher arbeitsmarktpolitischer Reformprogramme gefördert. Während im Jahr 2005
überwiegend die Förderung der Selbstständigkeit von Bedeutung war, zählten im Jahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitsgelegenheiten nach der Mehraufwandsvariante (sogenannte
1-Euro-Jobs) zu dem zahlenmäßig bedeutendsten Instrument der Beschäftigung schaffenden Maßnahmen.
Der Anstieg der Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt 2006 wurde
insbesondere durch eine Zunahme der Arbeitnehmer getragen: Ihre Zahl erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 222 000 Personen (+ 0,6%) auf knapp 34,7 Millionen Beschäftigte.
Damit kam es erstmals seit dem Jahr 2001 wieder zu einem nennenswerten Anstieg der Arbeitnehmerzahl im Vorjahresvergleich. Ausschlaggebend hierfür war, dass der über fünf Jahre
anhaltende Rückgang sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Jahr 2006 zu Ende ging und im Vergleich zum Vorjahr sogar wieder mehr Arbeitsplätze geschaffen wurden. Daneben
hat im Jahresdurchschnitt 2006 auch die Zahl der Personen mit geringfügiger Beschäftigung (Minijob) in Haupterwerbstätigkeit zugenommen.
Die Zahl der Selbstständigen
einschließlich mithelfender Familienangehöriger stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,8% auf knapp 4,4 Millionen Personen. Dieser Anstieg fiel allerdings im Jahr 2006 - auch in
Folge des Auslaufens der beiden arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente Existenzgründungszuschuss und Überbrückungsgeld - schwächer aus als in den Jahren zuvor. Beide
Instrumente wurden zum 1. August 2006 durch den Gründungszuschuss ersetzt.
Nach Wirtschaftsbereichen entwickelte sich im Jahresdurchschnitt 2006 die Erwerbstätigkeit -
nach wie vor - unterschiedlich: Im Vergleich zum Vorjahr lag ein Schwerpunkt der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungszunahme wiederum in den Dienstleistungsbereichen. Hier stieg
die Zahl der Erwerbstätigen um 1,3%, nach 0,7% im Jahr 2005. Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe waren dagegen im Jahr 2006 Beschäftigungsverluste zu verzeichnen.
Allerdings fielen diese mit einem Rückgang um 1,1% im Vorjahresvergleich wesentlich schwächer aus als im Jahr 2005 (- 1,7%). Im Baugewerbe kam im Jahr 2006 der seit dem Jahr 1996
anhaltende Personalabbau im Vorjahresvergleich fast zum Stillstand (- 0,4%). In der Land- und Forstwirtschaft waren im Jahr 2006 genau so viele Personen erwerbstätig wie im Jahr
zuvor.
Begleitet wird die Entwicklung der Erwerbstätigkeit nach Wirtschaftsbereichen seit der Wiedervereinigung von einem anhaltenden Strukturwandel:
Im
Jahresdurchschnitt 2006 hatten fast drei Viertel aller Erwerbstätigen ihren Arbeitsplatz in den Dienstleistungsbereichen. Der Anteil der hier Beschäftigten in Relation zur
gesamten Erwerbstätigkeit erhöhte sich von 59,5% im Jahr 1991 auf 72,3% im vergangenen Jahr. Im primären und sekundären Sektor hat sich der Erwerbstätigenanteil entsprechend
kontinuierlich verringert: Waren in der Land- und Forstwirtschaft 1991 noch 3,9% aller Erwerbstätigen beschäftigt, lag der Anteil im Jahr 2006 nur bei 2,2%. Im Produzierenden
Gewerbe ohne Baugewerbe sank im gleichen Zeitraum der Beschäftigtenanteil um 9,3 Prozentpunkte und zwar von 29,3% auf 20,0%. Im Baugewerbe hat sich der Anteil der Erwerbstätigen
nach seinem höchsten Beschäftigungsstand im Jahr 1995 (8,6% der Erwerbstätigen) kontinuierlich verringert und lag 2006 mit 5,5% um 1,8 Prozentpunkte niedriger als im Jahr 1991.
Quelle: www.destatis.de
15.12.06 - Arbeitsagentur testet private Vermittler Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will ihre Zusammenarbeit mit
privaten Personaldienstleistern umbauen. Die Behörde plant aus diesem Grund sechs Modellprojekte, an denen insgesamt 12 000 Empfänger des Arbeitslosengeldes I teilnehmen können.
Als Kandidaten kommen Personen mit „mittleren bis schweren Vermittlungshemmnissen“ in Frage. Die Teilnehmer in Köln, Nürnberg, Bochum, Dresden, Magdeburg und Erfurt sollen
komplett von einem externen Träger betreut werden. Gelingt nach maximal 12 Monaten die Integration in den Arbeitsmarkt, erhält der Träger zuzüglich seiner Grundpauschale noch eine
Erfolgsprämie. Die Kosten können noch nicht beziffert, sagte ein BA-Sprecher, da die Ausschreibung erst anlaufe. Die Mittel fließen aus dem Eingliederungstitel für
Arbeitsmarktpolitik, welcher mehr als 3 Milliarden Euro umfaßt.
Die BA hat bereits in der Vergangenheit mit privaten Arbeitsvermittlern zusammengearbeitet und kauft bereits
sämtliche Dienstleistungen wie Profiling, Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen auf dem freien Markt ein. Die Mechanismen erwiesen sich jedoch vielfach als zu starr, heißt es.
Wurde ein Arbeitsloser in eine falsche Maßnahme zugeteilt, war ein kurzfristiger Wechsel nicht möglich. In den Modellprojekten werden die Träger nun weitestgehend selbständig über
den Einsatz der Mittel haben. In Großbritannien verfährt die staatliche Arbeitsvermittlung bereits erfolgreich nach diesem Modell. „Wir packen jetzt ein großes Päckchen statt
vieler kleiner“, heißt es seitens der BA.
Anke Peiniger, die Präsidentin des Bundesverbandes Personalvermittlung, reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung. „Das
hört sich erstmal nach nichts Neuem an“, sagte Peiniger. Entscheidend sei, nach welchen Kriterien die Zuteilung der Kandidaten erfolge. Ehe diese nicht vorliegen, rät
Peiniger zur Vorsicht. „Ich habe lieber eine enge Partnerschaft mit meiner Arbeitsagentur, als mich in eine komplette Abhängigkeit zu begeben.“
Der Plan des
BA-Vorstands muß allerdings noch am Donnerstag vom Verwaltungsrat abgesegnet werden. Hier deuten sich bereits Spannungen an. Die Arbeitgeber begrüßen eine stärkere Privatisierung
der Vermittlung. „Wir wollen mit diesem Versuch sehen, ob di Privaten flexibler sind“, sagte Peter Clever, Arbeitgebervertreter im Verwaltungsrat, der F.A.Z. Dagegen fühlen
sich die Gewerkschaften vom Vorgehen des Vorstands überrumpelt. Wilhelm Adamy sagte der „Berliner Zeitung“: „Solch eine Entscheidung kann man nicht übers Knie
brechen.“ Bevor grünes Licht für die Modellversuche gegeben werden könne, müssten noch viele Fragen geklärt werden. Das Ausschreibungsverfahren für derartige Experimente sei
sehr kompliziert.
Autor: svs./F.A.Z. Quelle: http://berufundchance.fazjob.net/
03.12.06 - Erwerbstätigkeit steigt im 3. Quartal 2006 um 0,9%
WIESBADEN – Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hatten im
dritten Quartal 2006 39,3 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland. Dies entspricht einem Anstieg um 0,9% (+ 336 000 Personen) gegenüber dem entsprechenden
Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal 2006 hatte der Zuwachs noch 0,6% betragen. Damit hat sich der im Frühjahr diesen Jahres einsetzende Beschäftigungsaufbau im dritten Quartal
2006 verstärkt fortgesetzt.
Verglichen mit dem Vorquartal stieg die Zahl der Erwerbstätigen im dritten Quartal 2006
ebenfalls um 0,9% (+ 343 000 Personen). Dies ist der stärkste Anstieg in einem dritten Quartal seit sieben Jahren. Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der
jahreszeitlich bedingten Schwankungen, nahm die Gesamtzahl der Erwerbstätigen um 0,4% (+ 147 000 Personen) gegenüber dem zweiten Quartal 2006 zu. Diese Zunahme entspricht in etwa
der Höhe des Zuwachses vom zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal 2006 (+ 146 000 oder + 0,4%) und bestätigt die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung.
Betrachtet man einzelne Wirtschaftszweige, zeigt sich, dass der maßgebliche Einfluss auf die
positive Entwicklung der Gesamtzahl der Erwerbstätigen nach wie vor von den Dienstleistungsbereichen ausgeht. Dort nahm die Zahl der Erwerbstätigen im dritten Quartal 2006
gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,4% zu, nach + 1,2% im zweiten Quartal 2006. Demgegenüber ging im Berichtsquartal ein sich weiterhin abschwächender negativer
Wachstumsbeitrag vom primären und sekundären Sektor aus:
In der Land- und Forstwirtschaft waren im dritten Quartal 2006 0,3% weniger Personen
erwerbstätig als vor einem Jahr (im zweiten Quartal 2006: – 0,6%), im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe betrug der Beschäftigungsabbau 0,7% (im zweiten Quartal 2006:
– 1,2%). Dagegen ist im Baugewerbe der seit 1995 anhaltende Personalabbau im dritten Quartal 2006 fast zum Stillstand gekommen.
Vom Anstieg der Erwerbstätigkeit im dritten Quartal 2006 profitierten – relativ
gesehen – Arbeitnehmer und Selbstständige einschließlich mithelfender Familienangehöriger gleichermaßen (jeweils + 0,9% im Vorjahresvergleich). Dabei hat sich der Zuwachs
bei den Arbeitnehmerzahlen nach aktuellen Erkenntnissen zunehmend auch im Bereich der voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen vollzogen.
Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der
Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im dritten Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 0,1% auf
364,9 Stunden verringert. Ausschlaggebend hierfür war unter anderem, dass im dritten Quartal 2006 ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand als im Vorjahresquartal sowie ein
weiterer Anstieg der Teilzeitquote. Gleichzeitig stieg das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen um 0,8% auf
14,3 Milliarden Stunden an.
Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zur Erwerbstätigkeit nach Quartalen und
Jahren können im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes direkt unter http://www.destatis.de/indicators/d/vgr010ad.htm und http://www.destatis.de/basis/d/vgr/vgrtab10.htm abgerufen werden. Quelle: www.destatis.de
28.10.06 - Koalition plant großen dritten Arbeitsmarkt
Die Große Koalition will für erwerbsfähige, aber nicht vermittelbare Arbeitslose einen
zusätzlichen Arbeitsmarkt schaffen. Fast alle Sachverständigen, die er dazu gehört habe, hätten sich dafür ausgesprochen, sagte Arbeitsminister Franz Müntefering.
"Wir wollen so etwas machen." Die Zahl dieser Arbeitslosen wird auf 200.000 bis
600.000 geschätzt. In das Programm sollen, davon mindestens 100.000 einbezogen werden, sagte Müntefering (SPD).
Trotz sinkender Arbeitslosenzahl und besserer Konjunktur hat sich die Situation vor allem
bei den Langzeitarbeitslosen kaum verbessert. Dieser Situation versucht die Regierung, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, nun Rechnung zu tragen - obwohl die ähnlich
strukturierten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) gerade erst kräftig reduziert wurden.
Kriterium für die Auswahl sei, dass der Arbeitslose erwerbsfähig, also drei Stunden am Tag
arbeiten könne, aber aufgrund der Arbeitsmarktsituation nicht vermittelbar sei. Wer konkret an dem Programm teilnehmen solle, entscheide der Fallmanager vor Ort. Arbeitslose unter
25 Jahren sollten nicht dazugehören. "Wir wollen keinem Jugendlichen zugestehen, dass er nicht auf den ersten Arbeitsmarkt kommt", sagte Müntefering.
Bezahlt werden sollen die Arbeitslosen über Lohnkostenzuschüsse in Jobs auf dem ersten
Arbeitsmarkt oder, bei Jobs in Integrationsfirmen, die meist Behinderte beschäftigen, über die Schwerbehindertenabgabe. Die Arbeitsplätze sollen zusätzlich sein, eine Laufzeit von
rund drei Jahren haben und in enger Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden geschaffen werden. Die Kosten seien noch nicht durchgerechnet, sagte Müntefering.
Der Minister zeigte sich überzeugt, dass dafür keine Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt
abgebaut werden. "Es gibt einen unglaublichen Investitionsbedarf in den Städten und Gemeinden. Da ist die Zusätzlichkeit mit Sicherheit gegeben." Vor allem der
Zentralverband des deutschen Handwerks hatte davor gewarnt, dass Jobs verdrängt werden könnten. In Magdeburg läuft bereits ein Pilotprojekt. Quelle: Financial Times Deutschland
02.10.06 - Arbeitslosenzahlen sinken im September deutlich
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September weiter
gesunken. Nach Angaben der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) waren in diesem Monat 4,238 Millionen Menschen als arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Quote von 10,1
Prozent. Die Zahl der Jobsuchenden ging damit im Vergleich zum August um 134.000 zurück, im Vergleich zum September vergangenen Jahres sank sie um 409.000.
Ein deutlicher
Rückgang der Erwerbslosen ist im September üblich. Die Abnahme fiel in diesem September aber stärker aus als im Schnitt der vergangenen drei Jahre, in denen die Arbeitslosenzahl
von August auf September jeweils um 116.000 sank. Auch unter Berücksichtigung der jahreszeitlichen Schwankungen ist die Arbeitslosigkeit in diesem September gesunken.
Saisonbereinigt seien im September 17.000 Arbeitslose weniger verzeichnet worden als im August.
Nach Einschätzung der BA erhält der Arbeitsmarkt derzeit Rückenwind von der
anziehenden Konjunktur. BA-Chef Frank-Jürgen Weise erklärte, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachse weiter. "Auch die Zahl der offenen Stellen konnte nochmals
zulegen", sagte Weise. Die Zahl der offenen Stellen betrug im September 621.000, das waren 154.000 mehr als vor einem Jahr.
BA-Vorstand Heinrich Alt geht davon aus,
dass nun auch die Zahlen für das gesamte Jahr etwas besser sein werden als bisher prognostiziert. Zunächst hatte die BA mit 4,7 Millionen im Jahresdurchschnitt gerechnet. Sie
hatte diese Zahl im Frühjahr bereits auf 4,6 Millionen korrigiert. Im Jahresmittel werde nun auch diese Zahl voraussichtlich um einige Zehntausend niedriger liegen, sagte Alt.
Die gute Konjunkturentwicklung führt nach Ansicht von Bankvolkswirten dazu, dass Unternehmen ihre Auftragsspitzen kaum noch mit Überstunden und Sonderschichten abfangen können
und deshalb gezwungen sind, neue Kräfte einzustellen. Die Experten erwarten daher bis ins Jahr 2007 die Schaffung zusätzlicher regulärer, voll versicherter Stellen und nicht nur
einfacher Jobs.
In erster Linie habe der starke Rückgang im September aber saisonale Gründe. Vor allem das Ferienende in den wirtschaftlich starken Bundesländern Bayern und
Baden-Württemberg hinterlasse in der Arbeitsmarktstatistik deutliche Spuren.
Im August war die Zahl der Erwerbslosen lediglich um 14.000 auf 4.372.000 gesunken. Die
Arbeitslosenquote verharrte bei 10,5 Prozent nach 11,6 Prozent im Vorjahr. Quelle: tagesschau.de
19.09.06 - Verlängerung des
Vermittlungsgutscheines um ein Jahr
Die arbeits- und sozialpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Ralf Brauksiepe MdB
und Klaus Brandner MdB, erklären zum Vermittlungsgutschein: Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben sich darauf geeinigt, den Vermittlungsgutschein um ein
Jahr in der bestehenden Form zu verlängern. Mit dieser Entscheidung haben die privaten Arbeitsvermittler an Planungssicherheit gewonnen. Die Entscheidung soll
schnellstmöglichst umgesetzt werden, um für alle Beteiligten Rechtssicherheit zu schaffen.
Die mittelfristige Perspektive für den Vermittlungsgutschein soll im kommenden
Frühjahr im Rahmen der Instrumentendiskussion insgesamt festgelegt werden. Grundlage hierfür ist die dann vorliegende Evaluation der Arbeitsmarktpolitik. Ziel ist es, in einem
Gesamtkonzept einen verbindlichen, effizienten und transparenten Instrumentenkasten zu haben, mit dem wir die schnelle Vermittlung in nachhaltige und sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung bestmöglich erreichen können. Quelle: CDU/CSU Dr. Ralf Brauksiepe http://www.cducsu.de
/section__2/subsection__1/id__12900/Meldungen.aspx
18.09.06 - Vermittlungsgutschein wird vermutlich abgeschafft
Es sieht
nicht so aus, als hätte der Vermittlungsgutschein über das Jahresende hinaus Bestand. Zwar fällt das Urteil des Bundesrechnungshofes (BRH) in seiner zweiten Bewertung etwas milder
aus als beim ersten Mal: Eklatante Missbrauchsfälle wie etwa die Vermittlung auf nicht vorhandene Arbeitsplätze stellten die Prüfer diesmal nicht fest. Somit zeigt die
Verschärfung der Regeln Erfolg. Gleichwohl bleibt das System anfällig für Mitnahmeeffekte - und der BRH empfiehlt zu Recht, den Versuch nicht zu verlängern.
Feste Jobs für
Arbeitslose sind seit der Einführung vor vier Jahren kaum entstanden. Stattdessen schossen kleine Vermittlungsbüros wie Pilze aus dem Boden - unter ihnen nicht wenige, die
zusammen mit dem ersten Antrag auf Einlösen eines Vermittlungsgutscheins ihre Gewerbeerlaubnis bei der Bundesagentur für Arbeit einreichten, wie der BRH berichtet.
Undurchsichtig bleibt in vielen Fällen die Zusammenarbeit zwischen Vermittlerbüros und
Arbeitgebern. Letzteren bietet das System die Chance, Personalkosten einzusparen, indem sie Vermittler mit klassischen Aufgaben der Personalabteilung betrauen.
Die Arbeitslosen standen, vor allem bei Zeitarbeitsfirmen, schon nach kurzer zeit wieder auf
der Straße - im Durchschnitt nach sieben Monaten, also einen Monat nachdem die zweite Rate des Erfolgshonorars fällig war. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Vermittler und Arbeitgeber haben so bestens profitiert von einem Belohnungssystem, dessen
Ziel es war, den Wettbewerb zwischen gewerblichen und staatlichen Vermittlern anzuheizen und mehr Arbeitslose in Lohn und Brot zu bringen. einmal mehr sind Gelder der
Beitragszahler sang- und klanglos versichert. Schon nacht der Kombilohn für Ältere. Die Erfahrung mit dem Gutschein lässt nichts Gutes ahnen. Quelle: Frankfurter Rundschau vom 16.09.06
19.08.06 - Müntefering will Mindestlohn für Zeitarbeit
Ob auch in der Zeitarbeitsbranche ein Mindestlohn eingeführt wird,
steht noch nicht fest. Teile der Union sind dagegen.
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) denkt darüber nach, für Zeitarbeiter einen Mindestlohn einzuführen. Dafür
wolle er das so genannte Entsendegesetz für den Bau auch auf diese Branche ausdehnen, berichtet die «Frankfurter Rundschau». Das Gesetz erlaubt es der Bundesregierung, auf der
Basis von Tarifverträgen Mindestlöhne für eine Branche verbindlich vorzuschreiben. Ende Mai hatten der Bundesverband Zeitarbeit Personal- Dienstleistungen und der
Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen mit der Tarifgemeinschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Mindestlöhne vereinbart. Diese gelten aber erst dann, wenn der
entsprechende Tarifvertrag nach dem Entsendegesetz für allgemeinverbindlich erklärt wird.
Im Westen soll der Mindestlohn der Vereinbarung zufolge im kommenden Jahr 7,15
Euro und 2008 dann 7,21 Euro betragen. Für den Osten Deutschlands wurde ein geringerer Mindestlohn vereinbart. Er soll zunächst bei 6,22 Euro und dann bei 6,36 Euro liegen. Die
Regelungen würden 100.000 Arbeitnehmer betreffen. Der Mindestlohn sei «im Interesse eines fairen Wettbewerbs notwendig geworden, um soziale Verwerfungen und gespaltene
Arbeitsmärkte zu vermeiden», heißt es im genannten Tarifvertrag.
Der Sprecher des Arbeitsministeriums, Stefan Giffeler, sagte vor diesem Hintergrund am Donnerstag in
Berlin, große Teile der Zeitarbeitsbranche hätten Interesse an einer Einbeziehung in das Entsendegesetz gezeigt und das Gespräch mit dem Ministerium gesucht. Eine politische
Entscheidung sei in der Sache noch nicht gefallen. Das Ministerium werde aber im Herbst ein Konzept für den Niedriglohnsektor vorlegen. Klar sei derzeit lediglich, dass das
Entsendegesetz auf die Gebäudereiniger-Branche ausgedehnt werde. Das sei im Koalitionsvertrag festgelegt worden.
In der Union bestehen dem Zeitungsbericht zufolge noch
Bedenken gegen Münteferings Plan, auch die Zeitarbeitsbranche einzubeziehen. Dort werde befürchtet, die Regierung könnte durch die schrittweise Einführung von Mindestlöhnen zu
sehr auf SPD-Kurs einschwenken.
Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sprach sich dagegen für «eine Initiative gegen sittenwidrige Löhne bei
Zeitarbeitern» aus. «Ich rufe die Skeptiker in meiner Partei zu einem Umdenken auf», sagte Laumann der Zeitung. Er ist zugleich Vorsitzender der Christlich- Demokratischen
Arbeitnehmerschaft (CDA).
Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Ralf Brauksiepe, sagte, die Fraktion habe noch nicht über Mindestlöhne für
Zeitarbeiter entschieden. Er stehe aber dem Vorschlag, das Entsendegesetz auszuweiten, offen gegenüber. (nz) Quelle: netzeitung.de
09.08.2006 - BA will Arbeitsverweigerer härter bestrafen
Wer nicht Spargel stechen will, soll einen Ein-Euro-Job annehmen müssen, fordert die Bundesagentur für Arbeit.
Behörden-Chef Weise will bei Arbeitslosen, die keine Ernte-Arbeit leisten wollen, härter durchgreifen.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will härtere Sanktionen gegen
Arbeitslose verhängen, die sich weigern, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. «Wer von vornherein die Erntearbeit ablehnt, obwohl er jung und gesund ist, sollte sofort zum
Ein-Euro-Job einbestellt werden», sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise in einem Interview mit der «Welt». Das sei «nur fair gegenüber den Arbeitslosen, die sich bemühen und
auf dem Feld arbeiten», wurde er zitiert. Nach Angaben von Weise hat die BA in diesem Jahr zehn Prozent weniger Bewilligungen für ausländische Saisonarbeitskräfte verteilt.
Einige Arbeitslose hätten über die Erntetätigkeit auch eine feste Stelle bekommen, betonte der Behörden-Chef. Jedoch habe es auch Fälle gegeben, in denen Helfer den Bauern
geschadet hätten. «Gegen Arbeitslose, die mutwillig die Ernte zerstören, müssen harte Sanktionen verhängt werden», forderte Weise.
Weise sieht zudem derzeit keinen
Spielraum, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung über die von der Großen Koalition beschlossenen zwei Prozentpunkte zu senken. «Im nächsten Jahr gibt es keine Milliarden mehr
zu verteilen», argumentierte er mit Blick auf den für das laufende Jahr erwarteten Milliardenüberschuss der Behörde.
Ein Prozentpunkt der Beitragssenkungen soll durch
Einsparungen bei der BA, der andere Punkt durch die Einnahmen aus der Erhöhung der Mehrwertsteuer finanziert werden. «Wenn man den Beitragssatz weiter senken will, muss die
Politik sagen, ob und wo wir bei den Pflichtleistungen kürzen sollen», forderte Weise. Dafür gebe die BA pro Jahr zehn Milliarden Euro aus. (Quelle: netzeitung)
07.01.06 - Zahl der Arbeitslosen erhöht sich nur leicht
Im Dezember hat sich die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt wieder leicht
verschlechtert. Der Zuwachs an Arbeitslosen war aber deutlich geringer als in den Jahren zuvor.
Die Situation am Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt angespannt - auch wenn
die Entwicklung im Dezember deutlich besser war als in den Jahren zuvor. Zum Jahresende waren in Deutschland 4,606 Millionen Menschen als arbeitslos registriert, wie die
Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum November waren dies 75.000 mehr. Experten waren zuvor von einem Anstieg in Höhe von 175.000
ausgegangen. Im Jahresvergleich stieg die Zahl der Menschen ohne Arbeit um 142.000 - erwartet worden war ein Zuwachs um 240.000. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf 11,1
Prozent.
Die Zahl der Arbeitslosen stieg in diesem Dezember weitaus weniger stark als üblich, wie BA-Chef Frank-Jürgen Weise betonte. Saisonbereinigt habe es sogar einen
erfreulich starken Rückgang gegeben.
«Die Entwicklung der letzten Monate gibt uns Zuversicht für das jetzt begonnene Jahr 2006», sagte Weise weiter. Saisonbereinigt ist
die Arbeitslosenzahl im Dezember um 110.000 auf 4,638 Millionen gesunken. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 82.000 ab. Im Osten ging
sie um 28.000 zurück.
Die Bundesagentur für Arbeit geht zudem nicht mehr davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen erneut über fünf Millionen steigen wird: «Die
Wahrscheinlichkeit, dass wir unter der Fünf-Millionen-Schwelle bleiben, liegt bei über 50 Prozent», sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt.
Nach den jüngsten Daten geht
Alt nur noch von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit von Dezember bis Februar um 350.000 aus. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Erwerbslosen während der beiden
Wintermonate jeweils um rund 500.000 gestiegen.
In den vergangenen Wochen hatten die meisten Wirtschaftsforscher ihre Wachstumsprognosen für das kommende Jahr deutlich
nach oben revidiert. Wichtige Konjunkturindikatoren sind zudem kräftig gestiegen.
Das vom Münchener Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklima ist derzeit so gut wie seit fünf
Jahren nicht mehr. Bislang gehen die meisten Experten aber davon aus, dass sich das höhere Wachstum nicht positiv am Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird. (Quelle: nz)
18.11.2005 - Arbeitslose werden stärker kontrolliert
Die neue Bundesregierung will Leistungsmissbrauch beim
Arbeitslosengeld II «energisch und konsequent» entgegentreten. Künftig werden ALG-II-Empfänger gezwungen sein, Auskunft zu erteilen.
Um die Kostenexplosion bei der
Arbeitsmarktreform Hartz IV einzudämmen, plant die künftige Große Koalition eine stärkere Kontrolle von Langzeitarbeitslosen. Im Koalitionsvertrag von SPD und Union wurde
vereinbart, «dem Leistungsmissbrauch energisch und konsequent entgegenzutreten».
Empfänger von Arbeitslosengeld II sollen demnach «zur Teilnahme an einer Telefonabfrage»
verpflichtet werden, um die Daten des jeweiligen Arbeitslosen abzufragen. Hintergrund dieser Maßnahme ist die jüngste Aktion durch die Bundesagentur für Arbeit. Die Behörde hatte
in den vergangenen Monaten versucht, 390.000 Arbeitslose, die seit mindestens acht Wochen nicht mehr bei ihrer lokalen Agentur waren, telefonisch zu erreichen.
Von den
betroffenen Arbeitslosen waren nach Angaben der BA 170.000 nicht erreichbar und 43.000 Befragte, die erreicht wurden, hätten die freiwillige Befragung abgelehnt. Der scheidende
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und auch Teile des Verwaltungsrates der BA sehen darin ein Indiz für eine hohe Missbrauchsquote. Clement geht davon aus, dass
mindestens jeder zehnte Leistungsempfänger zu viel vom Staat erhält.
Die Große Koalition will außerdem die Möglichkeiten der Arbeitsagenturen, Daten abzugleichen,
verbessern. So sollen auch im «Ausland existierende Konten und Depots von Leistungsempfängern» ausfindig gemacht werden.
Geprüft werden soll auch die Einrichtung eines
«Außendienstes» bei den Arbeitsgemeinschaften und den zugelassenen kommunalen Trägern. Auch der Ombudsrat für die Hartz-IV-Reformen hatte in der Vergangenheit eine stärkere
Kontrolle von Langzeitarbeitslosen gefordert. Mit Hausbesuchen sollen die Arbeitsagenturen jenen Leistungsempfängern auf die Schliche kommen, die keinen Anspruch auf staatliche
Unterstützung haben.
Laut Koalitionsvertrag soll zudem «verdeutlicht werden, dass in der Grundsicherung für Arbeitssuchende das Prinzip 'Fördern und Fordern' vom
Beginn der Antragsstellung an systematisch umgesetzt wird». Konkret planen die großen Parteien, Antragsstellern «Sofortangebote zur Aufnahme einer Beschäftigung oder
Qualifizierung» zu unterbreiten. «Diese Maßnahmen können auch der Überprüfbarkeit der Arbeitswilligkeit dienen», heißt es im Koalitionsvertrag.
Kritik an den verschärften
Kontrollen kam in den vergangenen Wochen insbesondere von den Sozialverbänden und den Gewerkschaften. ALG-II-Empfänger würden so pauschal zum Sündenbock erklärt und für die
Kostenexplosion bei der Arbeitsmarktreform Hartz IV verantwortlich gemacht, kritisierte der Deutsche Gewerkschaftsbund. «Es gibt nichts, was auf einen Missbrauch in der
Größenordnung hindeutet», sagte der Präsident des Sozialverbands VDK, Walter Hirrlinger auf die Vorwürfe Clements. (Quelle: netzeitung)
11.10.2005 - Deutlich mehr erwerbstätige im Dienstleistungsbereich
Mehr als 70 Prozent der Deutschen arbeiten inzwischen in Service-Berufen. Rückläufig ist allerdings
die Beschäftigung in klassischen Dienstleistungen. Der Dienstleistungssektor gewinnt angesichts des Strukturwandels auf dem deutschen Arbeitsmarkt immer mehr an Bedeutung. Im
vergangenen Jahr arbeiteten mehr als 27 Millionen in Dienstleistungsberufen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Berlin bekannt gab. Damit arbeiteten 2004 bundesweit
71,3 Prozent aller Erwerbstätigen bei Dienstleistern.
1970 waren es erst knapp zwölf Millionen Erwerbstätigen, die Quote lag damals im früheren
Bundesgebiet bei 44,9 Prozent. 1950 war es sogar nur jeder Dritte. Auch der Anteil der Dienstleistungsunternehmen an der Bruttowertschöpfung sei zwischen 1970 und 2004 von 48 auf
70 Prozent gestiegen. Damit liegt Deutschland den Angaben nach im europäischen Vergleich im Mittelfeld.
Der Präsident des Bundesamtes, Johann Hahlen, sprach von einem «dramatischen Umbruch».
Zugleich sank der Anteil der Beschäftigten im produzierenden Gewerbes von 46,4 Prozent im Jahr 1970 auf nur noch 26 Prozent im vergangenen Jahr. Noch gravierender sind die
Veränderungen im Agrarsektor: 1950 arbeitete dort noch jeder Vierte, 1970 waren es noch 8,6 Prozent und 2004 nur noch 2,2 Prozent.
Wie es weiter hieß, profitierten innerhalb des Dienstleistungssektors allerdings nicht alle
Bereiche von dieser Entwicklung. Konsumnahe Dienstleistungen wie Handel und Gastgewerbe fielen zurück; ihr Anteil sank zwischen 1970 und 2004 von 37 auf 28 Prozent. Zugelegt haben
dagegen unternehmensnahe Dienstleistungen wie Finanzierung oder Vermietung: Ihr Anteil stieg im gleichen Zeitraum von knapp 14 auf fast 23 Prozent, gemessen an den Erwerbstätigen
der gesamten Dienstleistungsbranche.
Zudem entstanden völlig neue Zweige wie Telekommunikationsdienste, elektronische
Informationsbeschaffung oder Leasing. Ebenso hätten sich Tätigkeiten wie Rechts- und Steuerberatung sowie Unternehmensberatung als unverzichtbar erwiesen, sagte Hahlen weiter.
Einen starken Aufschwung habe in den letzten Jahren auch der Bereich der audiovisuellen Dienstleistung erfahren.
Unterdurchschnittlich schneidet der Dienstleistungssektor allerdings bei den Einkommen ab.
2004 verdiente ein Arbeitnehmer im Schnitt 24.000 Euro brutto pro Jahr – 73 Prozent des Niveaus im produzierenden Gewerbe. Grund dafür ist laut Statistik vor allem der hohe
Anteil von Frauen in Teilzeitbeschäftigung.
07.09.2005 - Jeder Dritter hat Angst vor Arbeitslosigkeit
Die Deutschen haben einer
Umfrage zufolge große Angst um ihren Arbeitsplatz. Außerdem rechnet nur jeder Fünfte mit einer künftigen Besserung der wirtschaftlichen Lage. Ihren Stolz lassen sie sich aber
nicht nehmen. Mehr als jeder Dritte Deutsche hat Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Das ist das Ergebnis einer von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung in Auftrag gegebenen
und am Mittwoch in München vorgestellten Studie. Demnach fürchten 38 Prozent der Befragten, sie selbst, ein Familienmitglied oder Freund könnten in Kürze den Job verlieren. Fünf
Prozent der Befragten sind der Umfrage zufolge gerade arbeitslose geworden. Besonders ausgeprägt ist die Angst um den Arbeitsplatz unter den 16- bis 34-Jährigen: 54 Prozent dieser
Bevölkerungsgruppe sieht den Job bedroht.
Auch die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage hat sich der Umfrage zufolge verschlechtert:
55 Prozent der Befragten beurteile die ökonomische Situation als eindeutig negativ, weitere 33 Prozent als teilweise negativ, hieß es. 53 Prozent würden auch nicht mit einer
Besserung rechnen. 22 Prozent gehen sogar von einer Verschlechterung aus. Nur 24 Prozent rechnen mit einer Besserung.
Auf die Frage, auf welche Leistungen Deutschlands sie stolz seien, hätten 80 Prozent schöne
Landschaften und Kunst angegeben. Drei von vier Befragten sind der Umfrage nach stolz auf die friedliche Vereineinigung von Ost- und Westdeutschland. In den Hintergrund traten
hingegen wirtschaftliche und soziale Errungenschaften. Außerdem habe sich eine Verschiebung unter den Wertvorstellungen der Deutschen ereignet, hieß es: Sicherheit und
Geborgenheit sowie Religiosität seien den Befragten ebenso wichtig oder sogar wichtiger als in der Umfrage vor drei Jahren. Während dessen seien materielle Bedürfnisse, Wohlstand
und Besitz in den Hintergrund getreten. (nz)
14.08.05 - Die Bundesagentur für Arbeit will Zufriedenheit Ihrer Kunden prüfen
Die BA will mit einer umfassenden Telefonaktion herausfinden, wie zufrieden Arbeitgeber und
Arbeitssuchende mit ihr sind. Zudem hofft sie auf Auskünfte über die Wirkung der eingeleiteten Reformen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat am Donnerstag eine umfassende
Telefonaktion gestartet. In den kommenden vier Wochen sollen mehrere Tausend Kunden befragt werden, wie sie die Leistungen und Angebote der Arbeitsagenturen einschätzen. Das
teilte die Nürnberger Behörde am Donnerstag mit. Insgesamt sollen demnach deutschlandweit etwa 10.000 Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Arbeitssuchende telefonisch interviewt werden.
Die Teilnahme an der Befragung sei freiwillig. Die Daten würden anonymisiert erfasst,
betonte die Behörde. Die BA will unter anderem wissen, wie zufrieden die Kunden mit der Bearbeitung ihres Anliegens waren, wie gut die Arbeitmarktchancen dargestellt wurden und ob
die zur Verfügung gestellte Zeit ausreichend war.
Die Behörde erhofft sich zudem Auskünfte über die Zufriedenheit mit Öffnungszeiten,
Erreichbarkeit und Wartezeit, aber auch über das Engagement und Verhalten ihrer Mitarbeiter. Die BA will durch die Befragung herausfinden, ob und in welchem Maß Veränderungsbedarf
besteht, um dann Maßnahmen einzuleiten. Zudem soll die Wirkung der eingeleiteten Reform überprüft werden.
Die Befragung von Empfängern des Arbeitslosengelds II (ALG II), die vor wenigen Wochen
startete, hatte zu massiven Proteste von Datenschützern geführt. Die BA hält dennoch an der umstrittenen Aktion fest. Sie sei datenschutzrechtlich einwandfrei. Die Behörde will
mit der freiwilligen Befragung von ALG-II-Empfängern deren Daten auf den neueste Stand bringen. (nz)
22.06.2005 - Weniger Akademiker arbeitslos
Die Aussichten auf einen Job gelten für Akademiker als schlecht. Zum ersten Mal
seit 2000 ist die Quote der arbeitslosen Akademiker jedoch geringfügig gesunken.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ist die Anzahl der arbeitslos gemeldeten
Akademiker zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 geringfügig gesunken. Wie aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht 2005 hervorgeht, ist die Akademiker-Arbeitslosigkeit 2004 um 0,3
Prozent zurückgegangen.
Die für Fach- und Führungskräfte zuständige Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn beurteilte den Rückgang angesichts stark steigender
Arbeitslosenzahlen insgesamt und des kräftigen Anstiegs der Akademikerarbeitslosigkeit im Vorjahr (plus 11,8 Prozent) als bemerkenswert.
Die Arbeitslosenquote von
Akademikern ist laut ZAV mit etwa vier Prozent nach wie vor sehr viel geringer als die allgemeine Arbeitslosenquote. Steigende Bewerberzahlen und sinkendes Stellenangebot
erleichterten Arbeitgebern die Suche und Auswahl geeigneter Kandidaten, teilte die ZAV mit. (Quelle: nz)
14.06.2005 - Ältere Arbeitslose
sollen länger Arbeitslosengeld erhalten
Ältere Arbeitslose sollen nach einem Beschluss der SPD-Fraktion länger Arbeitslosengeld I beziehen. Die Vermittlungschancen für
ältere Erwerbslose hätten sich nicht entscheidend verbessert, sagte Fraktionschef Müntefering.
Arbeitnehmer über 45 Jahre sollen nach dem Willen der SPD nun doch länger
Arbeitslosengeld I erhalten als bislang vorgesehen. Die SPD-Fraktion beschloss am Dienstag mit großer Mehrheit die Übergangsfrist für ältere Arbeitslose um zwei Jahre bis 2008 zu
verlängern. Das teilte SPD-Fraktionschef Franz Müntefering nach der Sitzung in Berlin mit.
Damit werde ein Zeichen für die Sorgen der älteren Generation gesetzt, betonte Müntefering.
Dabei verwies er vor allem darauf, dass es bislang nicht gelungen sei, die Einstellungsmöglichkeiten für Ältere entscheidend zu verbessern.
Wie es weiter hieß, soll die neue Regelung in einem Eilverfahren bereits am Freitag im
Parlament verabschiedet werden. Sollte der unionsdominierte Bundesrat die neue Regelung ablehnen, kann die Regierung die Änderungen mit der «Kanzlermehrheit» dennoch durchsetzen.
Betroffen von dem Beschluss sind alle Arbeitnehmer über 45 Jahre, die vor dem 31. Januar
2008 arbeitslos werden. Sie erhalten demnach gestaffelt länger als ein Jahr das Arbeitslosengeld I. Ursprünglich sollte die Besserstellung für ältere Arbeitslose am 31. Januar
2006 auslaufen.
Bisher gilt beim Arbeitslosengeld I ein Stufenmodell: Je älter ein Arbeitnehmer bei Eintritt
in die Erwerbslosigkeit ist, desto länger bezieht er die monatliche Leistung. Dabei sehen die Hartz-Gesetze derzeit jedoch vor, dass vom 1. Feburar 2006 an alle unter 55 Jahre nur
noch zwölf Monate Arbeitslosengeld I erhalten. Die Bezugsdauer bei über 55-Jährigen ist dann auf 18 Monate begrenzt. Danach erhalten sie das wesentlich niedrigere Arbeitslosengeld
II.
Nach der neuen Regelung wird diese Frist nunmehr bis 1. Februar 2008 verlängert. Durch die
verlängerte Übergangsfrist wolle die SPD soziale Härten vermeiden, begründete der Fraktions- und Parteichef die Abweichung vom bisherigen Kurs. (Quelle: nz)
23.05.2005 - Arbeitsbereitschaft der Erwerbslosen steigt
Immer weniger Leistungsempfänger haben im vergangenen Jahr
Angebote der Bundesagentur für Arbeit abgelehnt. In Berlin nahm die Zahl der Verweigerer allerdings zu.
Die Zahl arbeitsunwilliger Arbeitsloser ist erstmals seit vier
Jahren gesunken. Wie das Magazin «Impulse» am Freitag vorab ohne Angaben von Quellen berichtete, kürzten die Arbeitsagenturen im vergangenen Jahr 169.265 Arbeitslosen die
Leistungen, weil sie Arbeits- und Bildungsangebote abgelehnt hatten. Das waren demnach 28.425 oder 14,3 Prozent weniger als 2003.
Der Anteil der bestraften Verweigerer an der Gesamtzahl der Leistungsbezieher ging den
Angaben zufolge im Bundesdurchschnitt von 5,03 Prozent in 2003 auf 4,18 Prozent im vergangenen Jahr zurück. In Ostdeutschland sei die Quote der Verweigerer vergleichsweise gering.
Auch in den alten Bundesländern ging dem Bericht zufolge die Verweigererzahl im Vergleich zu 2003 zurück.
Spitzenreiter bei den Angebotsverweigerern sei Baden-Württemberg, wo 6,99 Prozent der
Arbeitslosen die Leistungen gekürzt worden sein. Hamburg belegte den Angaben nach den zweiten Platz mit 6,47 Prozent und Bremen mit 5,53 Prozent den dritten Rang. In Bremen sei
die Zahl der Verweigerer in 2004 gegenüber dem Vorjahr allerdings um ein Drittel zurückgegangen.
Die geringste Verweigererquote verzeichneten Sachsen-Anhalt mit 2,78 Prozent und
Mecklenburg-Vorpommern mit 2,60 Prozent. Berlin war laut «Impuls» das einzige Land, in dem die Zahl der Verweigerer im Jahresvergleich um 13,64 Prozent zunahm. Mit einer
Gesamtquote an Verweigerern von 3,38 Prozent belegte die Hauptstadt den zwölften Platz hinter Nordrhein-Westfalen mit 3,90 Prozent. Quelle: netzeitung
10.05.2005 - Arbeitslose dürfen mehr verdienen
Langzeitarbeitlose können bald einfacher einen Job annnehmen, ohne die staatliche
Unterstützung zu verlieren. Das entsprechende Gesetz soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.
Langzeitarbeitslose dürfen zukünftig mehr Geld dazuverdienen als
bisher. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch, die Freibeträge für Empfänger von Arbeitslosengeld II auszuweiten. Diese erhalten einen monatlichen Freibetrag von 100 Euro.
Zusätzlich dürfen sie 20 Prozent des Verdiensts bis zu einem Bruttoeinkommen von 800 Euro behalten.
Bei einem Einkommen von mehr als 800 Euro im Monat gilt künftig ein Freibetrag von zehn
Prozent. Arbeitslose ohne Kinder dürfen höchstens 1200 Euro im Monat verdienen, ohne die Arbeitslosenunterstützung zu verlieren. Bei Erwerbslosen mit Kindern liegt die Obergrenze
bei 1500 Euro. Arbeitslose mit einem 400-Euro-Job dürfen 160 Euro im Monat behalten. Bislang waren es 60 Euro.
02.05.2005 - Arbeitslosenzahl unter 5 Millionen
Die Zahl der registrierten Erwerbslosen ist im April unter die
Fünf-Millionen-Marke gesunken. Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Clement wird diese Grenze «ab jetzt nie mehr» überschritten.
Erstmals in diesem Jahr ist die Zahl der
bei den Arbeitsagenturen registrierten Erwerbslosen unter fünf Millionen gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg bekannt gab, nahm die Zahl auf
4,968 Millionen ab. Das sind 208.000 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote sank um 0,5 Punkte auf 12,0 Prozent.
Im März wurden 5,176 Millionen bei der BA als Erwerbslose in der Statistik geführt. Experten
zufolge hängt der Rückgang mit der Frühjahrsbelebung zusammen. Wegen der strengen Witterung im Februar und März habe sich die saisonale Erholung auf April verschoben, hieß es.
«Dieser Nachholeffekt kann auf circa 50.000 beziffert werden.»
Nach Ansicht von Volkswirten könnte zudem der vermehrte Einsatz von Ein-Euro-Jobs zur
Verringerung beigetragen haben. Wie die BA weiter erläuterte, haben ehemaligen Arbeitslosenhilfe-Bezieher, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II hatten, bis zum April ihre
Arbeitslosmeldung nicht erneuert. Aus diesem Grund würden etwa 20.000 Personen nicht mehr als arbeitslos gezählt.
Die Hartz-IV-Reform schlug aber auch in diesem Monat zu Buche: Gegenüber April 2004 lag die
Zahl der Arbeitslosen um rund 524.000 höher. Seit 1. Januar werden auch die ehemaligen Sozialhilfeempfänger, die erwerbsfähig sind, in der BA-Statistik gezählt.
In Westdeutschland wurden 3,262 Millionen Arbeitslose gezählt, das waren 134.000 weniger als
im März und 458.000 mehr als vor zwölf Monaten. Im Osten waren 1,705 Millionen als erwerbslos registriert, 74.000 weniger als im Vormonat und 67.000 mehr als im April 2004. Die
Arbeitslosenquote sank zum Vormonat im Westen auf 9,9 Prozent, in den neuen Ländern auf 19,7 Prozent.
Am Mittwochabend hatte sich Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) ob der bevorstehenden
Zahlen optimistisch geäußert: «Wir werden ab jetzt nie mehr die fünf Millionen überschreiten», sagte er auf einer Diskussion mit Arbeitnehmern in Potsdam. «Da können Sie Gift
drauf nehmen.» Mehr Erwerbstätige im März
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ergänzend bekannt gab, lag die Zahl der
Erwerbstätigen im März bei 38,62 Millionen. Das waren 0,2 Prozent mehr als im Februar und 0,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. (Quelle: netzeitung)
12.04.05 - Auf ein Jobangebot kommen 500 Bewerber
Wer auf Stellenanzeigen in Tageszeitungen reagiert, bewirbt sich Personalmanagern zufolge im
Durchschnitt mit 300 bis 500 Konkurrenten. Deshalb ist bei der Stellensuche vor allem Eigeninitiative gefragt. Personalberaterin Margit Mehnert von Selecteam rät Betroffenen,
«alle Wege zu gehen».
Stellenausschreibungen in Zeitschriften oder Online-Jobportalen können dabei ebenso zum Ziel
führen wie Initiativbewerbungen oder Stellengesuche. «Pauschalisieren lässt sich da gar nichts», sagt die Personalberaterin im Gespräch mit der Netzeitung.
Bewerbern, die
über 50 Jahre alt sind, empfiehlt Mehnert allerdings, mehr auf persönliche Kontakte und Initiativbewerbungen zu setzen. Bei Stellenausschreibungen habe diese Zielgruppe geringere
Chance, weil viele Konkurrenten jünger und damit attraktiver für die Arbeitgeber seien.
Bei so genannten Initiativ- oder Blindbewerbungen bewirbt man sich bei Firmen der
gewünschten Branche für eine spezielle Position, ohne dass diese offiziell Mitarbeiter suchen. Dabei müsse sich der Bewerber bewusst sein, welche Fähigkeiten und Erfahrungen er
mitbringt, hebt Personalberaterin Mehnert hervor: «Er muss ganz gezielt auf die Bedürfnisse des Unternehmens eingehen.»
Um die interessante Unternehmen ausfindig zu machen, bieten sich sowohl Branchenbücher und
Fachzeitschriften als auch Anschriftenverzeichnisse von Handelskammern oder Wirtschaftsverbänden an. Aussichtslos seien Blindbewerbungen nicht, schreiben Manfred Zeidler und
Rudolf Marten in ihrem Ratgeber «Die häufigsten Bewerbungsfehler»: «In vielen Firmen besteht schon längere Zeit ein Bedarf in bestimmten Arbeitsgebieten, bis aktiv mit
Stellenangeboten nach neuen Mitarbeitern gesucht wird.»
Statt nach Stellen und passenden Unternehmen zu suchen und mit hunderten anderen
Jobsuchenden zu konkurrieren, können Bewerber den Spieß auch einfach umdrehen: Personalberaterin Mehnert hält das Stellengesuch für «ein sinnvolles Mittel». Stellengesuche würden
sowohl von den meisten Personalberatungen gelesen als auch von einigen Firmen. «Damit erreicht man viele Leute bei verhältnismäßig geringen Kosten», so die Expertin.
Für Arbeitslose besteht die Möglichkeit, ein Stellengesuch kostenlos zu schalten. Die
Arbeitsagenturen veröffentlichen das Suchprofil in ihrer Zeitschrift «Markt und Chance», die zwei Mal im Monat erscheint und an Arbeitgeber verteilt wird. Gleichzeitig werden die
Stellengesuche auch im Internet veröffentlicht, wie Uwe Mählmann, Pressesprecher bei der Arbeitsagentur Berlin-Süd, erläutert.
Je nach Branche seien auch Zeitarbeitsfirmen eine Erfolg versprechende Variante. Nach
Ansicht von Personalberaterin Mehnert «sind sie vor allem für gewerbliche Arbeitnehmer ratsam», also Beschäftigte im Einzelhandel oder in Dienstleistungsberufen, etwa in der
Gastronomie. Sie eröffnen Arbeitslosen die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt, was in eine anschließende Übernahme münden könnte.
29.03.05 - Arbeitslosigkeit wird bis 2010 hoch bleiben
Der Präsident des Hamburgischen Weltwirtschaftsarchiv, Thomas Straubhaar, hat die derzeitige Strategie zur
Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland kritisiert. «Statt immer nur Arbeitslosigkeit bekämpfen zu wollen, wenn sie bereits entstanden ist, brauchen wir in Deutschland eine
Strategie für Massenbeschäftigung und neue Jobs», sagte er der «Berliner Zeitung», wie das Blatt am Mittwoch berichtete.
Der Fokus müsse sich ändern: «Wir müssen jetzt die großen Zukunftsfelder erschließen, die
ein hohes Beschäftigungspotenzial aufweisen», betonte er. Straubhaar nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Bio-, Gen-, Nano-, und Lasertechnologie. Dort würden jetzt
«die Claims weltweit abgesteckt, wer in Zukunft führend am globalen Markt sein und Beschäftigungschancen ausnutzen wird», so Straubhaar weiter.
Es wäre für Deutschland wesentlich einfacher, diese wachsenden Zukunftsmärkte zu
erschließen, «als mit verzweifelten Maßnahmen die Beschäftigung in sterbenden Industrien zu reanimieren». In Deutschland würden dagegen Entdeckungen und Erfindungen durch starre
und strenge Regulierung behindert.
Für die kommenden Jahre rechnet Straubhaar nicht im einem deutlichen Rückgang der
Arbeitslosenzahlen. «Selbst wenn die Konjunktur in den kommenden Jahren anziehen würde, dürfte Deutschland Schwierigkeiten haben, in Kürze wieder unter die Marke von vier
Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt zu kommen», sagte der HWWA-Präsident.
Das Land müsse sich darauf einstellen, dass «möglicherweise erst zum Ende des Jahrzehnts im
Jahresdurchschnitt wieder eine Drei vor dem Komma» stehen könnte. Das HWWA hatte kürzlich seine Prognose für 2005 von 4,5 auf 4,75 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt
angehoben. Quelle: netzeitung
23.03.05 - DGB fordert “Beschäftigungspakt für Ältere”
Die stellvertretende Chefin des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB), Ursula Engelen-Kefer, hat die Regierung aufgefordert, sich stärker für ältere Arbeitslose einzusetzen. Die Regierung müsse mehr Druck auf die
Arbeitgeber ausüben, endlich ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Arbeitslose anzubieten, sagte sie in einem Interview mit der «Neue Osnabrücker Zeitung».
Dies müsse jedoch in einem “Beschäftigungspakt für Ältere” verbindlich zugesagt
werden. Sollte dies nicht geschehen, könnten die von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angekündigten Beschäftigungsinitiativen für diese Gruppe «schnell verpuffen», sagte sie
weiter
Wie beim Ausbildungspakt muss die Wirtschaft nach Ansicht von Engelen-Kefer verpflichtet
werden, eine jährlich steigende Zahl von Jobs zur Verfügung zu stellen. Die Arbeitslosigkeit unter älteren Menschen nehme stetig zu, obwohl bereits zahlreiche, finanziell für die
Unternehmen attraktive Instrumente zur Verfügung stünden.
Das Prinzip Fordern und Fördern müsse auch für die Unternehmen gelten, verlangte sie.
Einerseits benötigten vor allem kleinere Betriebe Hilfen bei der Umsetzung der teilweise komplizierten Instrumente zur Beschäftigung Älterer. Andererseits müssten die Arbeitgeber
verbindliche Zusagen über den Umfang der Beschäftigung älterer Mitarbeiter machen. «Die öffentlichen Hilfen und Gelder stehen dafür zur Verfügung. Jetzt gibt es keine Ausreden
mehr für die Wirtschaft», betonte Engelen-Kefer.
Gleichzeitig appellierte der Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE),
Hubertus Schmoldt, eindringlich an Regierung und Opposition, gemeinsam gegen Arbeitslosigkeit vorzugehen. Alleine könne keine der beiden Seiten die Situation bewältigen, sagte
Schmoldt der «Stuttgarter Zeitung», wie das Blatt am Dienstag berichtete. Er forderte deshalb eine Allianz gegen Arbeitslosigkeit und für Wirtschaftswachstum, an der sich auch die
Gewerkschaften und die Wirtschaft beteiligen sollten.
«Ohne Konsensgespräche wird in diesem Land nichts funktionieren – man muss miteinander
reden», betonte Schmoldt. Angesichts des Jobgipfels drückte er zudem seine Hoffnung aus, dass die beschlossenen Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden. Die Wähler ließen sich
nichts vormachen, warnte Schmoldt. Sie schauten genau hin, ob es eine Seite nur beim Reden belasse oder sich in die Verantwortung begebe. Quelle: netzeitung
14.03.05 - Ein Drittel der Unternehmen plant Jobabbau
Der Verlust von Arbeitsplätzen könnte sich weiter fortsetzen: Ein
Drittel der deutschen Spitzenmanager will in den kommenden zwölf Monaten Stellen streichen.
In Deutschland könnten auch in diesem Jahr zahlreiche Arbeitsplätze verloren
gehen. Einer aktuellen Umfrage zufolge will jeder dritte Top-Manager in den kommenden zwölf Monaten Stellen abbauen. Das berichtete das «Handelsblatt» am Mittwochabend vorab unter
Verweis auf eine repräsentative Studie des Hamburger Meinungsforschungsinstituts Psephos. Im Auftrag der Wirtschaftszeitung wurden von Psephos 869 Manager telefonisch befragt.
Laut «Handelsblatt» kündigte nur ein Fünftel der Manager an, Arbeitnehmer einstellen zu
wollen. Rund 50 Prozent der befragten Manager planen keine Veränderungen ihres Personals. Damit habe sich die Situation auch nach den Reformen am Arbeitsmarkt nicht verändert,
schrieb das Blatt. Die Manager halten sich zudem auch bei den Investitionen zurück: Die Mehrheit will die Investitionen nicht erhöhen. Lediglich 27 Prozent von ihnen wollen mehr
investieren. (Quelle: netzeitung)
03.03.05 Deutschland hat nur 3,99 Mio. Erwerbslose Die Zahl der Arbeitslosen ist auf
Basis des international vielfach verwendeten ILO-Verfahrens deutlich geringer als von der Arbeitsagentur gemeldet. Änderungen des Sozialrechts beeinflussen die Zählweise hier
nicht.
Im Januar schockierte die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Republik: Erstmals seit 1949 waren in Deutschland mehr als fünf Millionen Menschen als erwerbslos
registriert. Doch wenn man internationale Maßstäbe anlegt, ist die Arbeitslosigkeit hier zu Lande weniger dramatisch, als es die offiziellen BA-Zahlen aussagen.
Nach den
erstmals veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Dienstag lag die Zahl der Erwerbslosen im Januar mit rund 3,99 Millionen deutlich unter dem
amtlichen Wert von 5,037 Millionen, den die BA Anfang Februar bekannt gegeben hatte. Nach dieser Zählung, die sich an den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation ILO
orientiert, betrug die Erwerbslosenquote im Januar 9,4 Prozent. Die BA hatte die Quote auf 12,1 Prozent beziffert.
Dass die Zahlen so deutlich voneinander abweichen, hat
mit einer unterschiedlichen Definition des Begriffs «erwerbslos» zu tun: In der BA-Statistik wird jeder als arbeitslos geführt, der weniger als 15 Wochenstunden arbeitet, dem
Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und arbeitslos gemeldet ist. Beim ILO-Verfahren, das inzwischen in vielen Ländern angewandt wird, gilt dagegen schon als erwerbstätig, wer bereits
eine bezahlte Arbeitsstunde pro Woche leistet.
Zudem müssen die Betreffenden in den vergangenen vier Wochen aktiv nach einer bezahlten Tätigkeit gesucht haben und diese
auch kurzfristig antreten können. Irrelevant ist, ob der Betreffende staatliche Unterstützung erhält oder eine Arbeitsagentur oder einen kommunalen Träger in die Suchbemühungen
eingeschaltet hat. Als Basis nimmt das ILO-Verfahren jede Person im Alter von 15 bis 74 Jahren.
Laut Statistischem Bundesamt zeigen Erfahrungen aus Piloterhebungen, dass
rund zwei Drittel der nach dem ILO-Konzept als erwerbslos Eingestuften zugleich angeben, arbeitslos registriert zu sein. Das übrige Drittel befinde sich auf Arbeitssuche, ohne
sich bei Arbeitsagenturen oder kommunalen Trägern gemeldet zu haben. Umgekehrt würden rund 40 Prozent der nach eigenem Bekunden Arbeitslosen nach dem ILO-Verfahren nicht als
arbeitslos gezählt, hieß es weiter.
Das Bundesamt geht davon aus, dass der statistische «Hartz-IV-Effekt» zu der Differenz im Januar beigetragen hat. Durch die
Hartz-IV-Reform werden seit Jahresanfang auch erwerbstätige Empfänger der früheren Sozialhilfe in der BA-Statistik erfasst. Die ILO-Erwerbslosenzahl werde «von solchen durch
Gesetzesänderungen bedingten statistischen Effekten» dagegen nicht beeinflusst, so das Bundesamt. Es sei ausgeschlossen, dass allein durch Änderungen des Sozialrechts quasi über
Nacht eine große Anzahl von Menschen in die Statistik hinein kämen oder aus der Statistik herausfielen, sagte der Präsident des Amtes, Johann Hahlen.
Allerdings hat das
ILO-Verfahren auch eine Schwäche: Die Erwerbslosen-Daten werden auf Basis einer Stichprobenerhebung errechnet. Dazu werden pro Monat 30.000 zufällig ausgewählte Personen zwischen
15 und 74 Jahren telefonisch befragt. Sie sollen nach Möglichkeit in sechs aufeinander folgenden Monaten interviewt werden, um die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Zeitverlauf
abzubilden. Die Hochrechnung auf die Gesamtbevölkerung führt somit zwangsläufig zu einem so genannten «Standardfehler», der laut Bundesamt bei 2,5 Prozent liegt.
Nach den
ILO-Zahlen ist die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt im Januar gegenüber dem Vormonat um 30.000 gestiegen, erläuterten die Statistiker des Bundesamts. Junge Menschen seien
besonders stark von Erwerbslosigkeit betroffen: Für Personen unter 25 Jahren betrug die Quote 15,5 Prozent gegenüber 8,5 Prozent für Personen im Alter von über 25 Jahren. Während
Ostdeutschland eine Erwerbslosenquote von 15,0 Prozent aufwies, lag sie in den westlichen Bundesländern bei nur 7,9 Prozent.
Ziel der neuen ILO-Erhebung des Bundesamt ist
es, die Arbeitslosigkeit in Deutschland international besser vergleichbar zu machen. Laut Bundesamts-Präsident Hahlen erheben derzeit 123 Länder Erwerbslosen-Daten nach dem
ILO-Konzept, darunter die USA, Frankreich und Großbritannien. Allerdings hat auch das neue Verfahren nach Angaben des Bundesamtes die Position Deutschlands in der internationalen
Rangfolge kaum verändert. Von 19 OECD-Staaten rangiere die Bundesrepublik auf der Basis der jüngsten Erhebung auf Platz 15 hinter Frankreich.
21.02.05 Geringere Arbeitslosenversicherung könnte mehrere tausend neue Jobs schaffen
Eine geringerer Beitrag zur Arbeitslosenversicherung würde den Arbeitsmarkt nach Ansicht der
Opposition spürbar entlasten. Eine Beitragsreduzierung von derzeit 6,5 auf fünf Prozent würde zu 150.000 neuen Stellen führen. Das sagte der Fraktionsvize der CDU, Ronald Pofalla,
der Zeitung «Die Welt», wie das Blatt am Samstag berichtete. Eine Beitragssenkung sei «solide finanzierbar».
Nach den Vorstellungen Pofallas sollen zur Finanzierung «unwirksame und teure Instrumente
der aktiven Arbeitsmarktpolitik» gestrichen werden. Als Beispiel nannte er die Ich-AG, Personalservice-Agenturen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. «Allein diese Maßnahmen haben im
vergangenen Jahr über drei Milliarden Euro gekostet – ohne jeden Erfolg am Arbeitsmarkt», kritisierte der CDU-Politiker.
Zudem sollten gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie zum Beispiel die schulische
Nachqualifikation nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der Bundesagentur für Arbeit fallen. Das würde etwa 2,5 Milliarden Euro bringen, schätzt Pofalla. Auch eine Reform des
Aussteuerungsbeitrages könnte weitere Einsparungen bringen. Der so genannte Aussteuerungsbeitrag wird an Arbeitslose, die von dem Arbeitslosengeld I in ALG II wechseln, für ein
Jahr als Überbrückung bezahlt.
Des weiteren sprach sich Pofalla für eine Verlängerung der Bezugszeiten des
Arbeitslosengeldes aus. Arbeitslose, die 15 Jahre eingezahlt haben, sollen demnach 15 statt zwölf Monate Arbeitslosengeld erhalten. Bei 25 Jahren soll sich der Bezug auf
eineinhalb Jahre erhöhen. Wer über 40 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll zwei Jahre Arbeitslosengeld beziehen. (Quelle: netzeitung)
09.02.2005 - Experten erwarten 5,1 Millionen Arbeitslose
Nach Einschätzung von Experten wird sich die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen in Deutschland im
Februar auf mehr als 5,1 Millionen erhöhen. Das berichtete die «Bild»-Zeitung am Freitag und berief sich dabei auf Arbeitsmarktexperten des Münchener Ifo-Insituts, der Instituts
der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sowie der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Arbeitslosenzahl bliebe damit auf einem Nachkriegsrekord.
«Weiter 100.000 Arbeitslose sind wegen des Winterwetters und der Hartz-IV-Einführung die
Untergrenze», sagte IW-Chef Michael Hüther dem Blatt. Durch die Arbeitsmarktreform tauchen viele bisherige Sozialhilfeempfänger, die erwerbsfähig sind und das neue
Arbeitslosengeld II (ALG II) beziehen, neu in der Arbeitslosenstatistik auf.
Die Umstellung der Zählweise hatte bereits dafür gesorgt, dass die Zahl der registrierten
Erwerbslosen im Januar erstmals seit dem Krieg über die Marke von fünf Millionen gestiegen war. Die BA zählte eigenen Angaben zufolge 5,037 Millionen Menschen, die auf der Suche
nach Arbeit sind. Die Arbeitslosenquote wurde mit 12,1 Prozent angegeben und lag damit um 1,3 Punkte höher als im Dezember. Nach BA-Schätzungen tauchten gut 200.000
Sozialhilfeempfänger erstmals in der Erwerbslosenstatistik auf.
Experten und Politiker hatten indes bereits nach Veröffentlichung der Januar-Zahlen darauf
hingewiesen, dass die Zahl noch steigen wird. So hatte etwa Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) darauf hingewiesen, dass die Erwerbslosenzahl in den Wintermonaten
gewöhnlich ansteigt. Darüber hinaus hatte der Minister betont, dass neben den offiziell registrierten Arbeitslosen noch bis zu 1,5 Millionen Menschen mehr auf der Suche nach einem
Job sind.
Weil sie aber in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen sind, tauchen sie in der offiziellen
Zählung nicht auf. Wirtschaftsforscher hatten sogar Zahlen von bis zu sieben oder acht Millionen tatsächlich Erwerbslosen genannt. (Quelle: Netzeitung)
03.01.2005 - Hartz IV: Verhaltener Protest gegen Arbeitsmarktreform
Der Protest gegen die Hartz-IV- Reform hat nach einem
ersten Überblick deutlich weniger Betroffene mobilisiert als erwartet. Bis zum späten Montagvormittag gab es nach Angaben der Organisatoren in rund zehn Städten Aktionen vor
örtlichen Arbeitsagenturen.
Weitere Demonstrationen seien für den Nachmittag geplant, sagte ein Sprecher der Aktion "Agenturschluss" in Berlin. Nach Angaben eines
Sprechers der Bundesagentur für Arbeit (BA) kam es nur vor wenigen Arbeitsagenturen zu Protesten. Die Aktionen reichten von Mahnwachen bis zu kleineren Demonstrationen.
Proteste gegen die am Jahresanfang gestartete Arbeitsmarktreform Hartz mit der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe gab es unter anderem in Leipzig, Nürnberg, Berlin,
Köln, Bremen, Braunschweig, Lüneburg, Stuttgart und dem thüringischen Sondershausen. Unter dem Motto "Agenturschluss" waren in mindestens 81 Städten Proteste gegen
soziale Ungerechtigkeit geplant. Dazu aufgerufen hatten unter anderem die Globalisierungskritiker von Attac, verschiedene Sozialbündnisse und die Organisatoren der Montags-
Demonstrationen.
27.12.2004 - Laut “Bild” rund 4,43 Millionen Arbeitslose im Dezember
Hamburg - Die Arbeitslosigkeit ist in
Deutschland im Dezember jahreszeitlich bedingt erneut gestiegen.
Ende des Monats sind bundesweit rund 4,43 Millionen Erwerbslose bei den Arbeitsagenturen registriert,
berichtet die "Bild"-Zeitung.
Laut Experten sei die Zahl gegenüber November um 173.000 gestiegen und liege um 113.000 über dem Wert des Vorjahres. Dies sei der
höchste Dezemberwert seit 1997, schreibt die Zeitung. Die Bundesagentur für Arbeit wird die offiziellen Zahlen Anfang Januar bekannt geben.
13.12.2004 - Deutsche lassen 75 Millionen Urlaubstage verfallen
Aus Angst um den Job verzichten Arbeitnehmer zunehmend auf
ihren Urlaub. In diesem Jahr hat jeder im Schnitt mehr als zwei freie Tage verfallen lassen.
Arbeitnehmer in Deutschland lassen durch steigenden Leistungsdruck zunehmend
ihren Urlaubsanspruch verfallen. Nach einer Studie des Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der DGB-eigenen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf, hat
statistisch jeder Berufstätige in diesem Jahr auf 2,2 Urlaubstage verzichtet.
Wie die «Bild am Sonntag» berichtete, befragte das WSI rund 2400 Betriebe und rechnete die
Daten hoch. «Bei 34,1 Millionen Beschäftigen in Deutschland sind das 75,1 Millionen Urlaubstage», sagte WSI-Leiter Hartmut Seifert dem Blatt. Vor fünf Jahren seien es 66 Millionen
Urlaubstage gewesen.
Hauptgrund für den freiwilligen Verzicht ist nach Ansicht des Instituts die Angst um den Arbeitsplatz. Die Befragung der Betriebsräte habe deutlich
gezeigt, dass der Leistungsdruck zugenommen habe, sagte Seifert. «Je höher die Stellung im Betrieb, desto mehr Urlaubstage verfallen. Wenn jemand krank ist oder Urlaub hat, müssen
die anderen die Arbeit mitmachen - und auf Urlaub verzichten oder Überstunden leisten», heißt es.
Allein in Mecklenburg-Vorpommern, das mit rund 505.000 Beschäftigten eine der niedrigsten
Arbeitnehmer-Zahlen aller Bundesländer hat, verzichteten die Menschen dem Bericht nach auf über eine Million Urlaubstage.
06.12.2004 -
Wirtschaftsminister Clement will gegen Saisonentlassungen vorgehen
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat die Tarifparteien aufgefordert, sich auf
Jahresarbeitszeit-Konten zu einigen, um starke saisonalen Schwankungen bei der Zahl der Arbeitslosen zu verhindern. Jährlich würden mehr als 500.000 Arbeitnehmer kurzfristig
entlassen, um nur wenig später vom selben Unternehmen wieder eingestellt zu werden, sagte Clement am Donnerstag in Berlin.
Dieses «Ritual» gehe zu Lasten der Versicherten und Steuerzahlern, sagte der Minister.
Insbesondere in der Baubranche und im Gaststättengewerbe sei es üblich, in der Wintersaison Mitarbeiter aufgrund des deutlich schwächeren Geschäfts zu entlassen, um sie dann im
Frühjahr wieder einzustellen. «Damit werde ich mich nicht mehr abfinden», sagte der Wirtschaftsminister, ohne aber auf Details einzugehen. Die Tarifparteien müssten sich auf
Jahresarbeitszeit-Konten einigen, forderte er lediglich.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im November zum größten Teil aufgrund von saisonalen Effekten deutlich gestiegen.
Ohne diese üblichen Schwankungen wäre die Zahl nahezu konstant geblieben. Die Lage am Arbeitsmarkt sei insgesamt zwar weiter angespannt, kommentierte Clement. Das Zwischenziel der
Regierung, den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu stoppen, sei aber fast erreicht.
Jetzt komme es darauf an, den «letzten und größten Reformschritt» - den Start des
Arbeitslosengeldes II (ALG II) im Rahmen von Hartz IV - mit aller Konsequenz umzusetzen. «Dann werden eine anziehende Konjunktur und eine besser und schneller Vermittlung im
nächsten Jahr die Trendwende bringen», gab sich Clement optimistisch. Quelle: netzeitung.de
29.11.2004 - Bundesagentur schränkt PSA-Engagement ein
Die Bundesagentur für Arbeit will sich offenbar von dem Konzept der Personal-Service-Agenturen (PSA)
verabschieden: Die bisherige Bilanz liege weit hinter den Erwartungen.
Die bisherige Erfahrung mit den Personal-Service-Agenturen (PSA) haben die Erwartungen nicht erfüllt.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will sich offenbar aus dem Konzept Schritt für Schritt zurückziehen. Das berichtete das Nachrichtenmagazin «Focus» am Samstag vorab. Demnach
empfahl die BA-Zentrale ihren Dienststellen, nächstes Jahr nur noch die gesetzlich geforderte Mindestzahl, eine PSA pro Arbeitsagentur, anzubieten.
Mit Hilfe der Personal-Service-Agenturen sollen Arbeitslose im Auftrag der Arbeitsagenturen
betreut und wie Leiharbeiter vermittelt werden. Das Konzept galt als zentraler Bestandteil der so genannten Hartz-Reformen. Doch die bisherige Bilanz bleibt weit hinter den
Erwartungen zurück: Von April 2003 bis Oktober 2004 seien knapp 92.000 Arbeitslose in eine PSA gegangen, hieß es weiter. Davon hätten nur 20.700 eine reguläre Beschäftigung
gefunden. Bislang habe die Nürnberger Behörde dem Bericht zufolge 455,5 Millionen Euro für die PSA ausgegeben. Allerdings wären ohne PSA ebenfalls Kosten für Arbeitslosengeld und
–hilfe angefallen.
Von den Ende Oktober vorhandenen 37.000 PSA-Plätzen waren laut «Focus» lediglich 27.600
besetzt. Die BA geht davon aus, dass es im kommenden Jahr im Durchschnitt ein Drittel weniger sein wird. Quelle: netzeitung.de
24.11.2004 - CSU beschließt Lockerung des Kündigungsschutzes
Der CSU-Parteitag in München hat mit breiter Mehrheit für eine
Lockerung des Kündigungsschutzes gestimmt. Zudem sollen betriebliche Bündnisse möglich sein, ohne dass die Tarifparteien zustimmen. Die CSU will den Kündigungsschutz bei
Neueinstellungen lockern. Einem entsprechenden Leitantrag stimmt die Delegierten beim CSU-Parteitag in München am Freitagabend mit großer Mehrheit zu.
Danach sollen Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, gegen eine Abfindung auf den
Kündigungsschutz zu verzichten. Zudem sollen Unternehmen Arbeitssuchende im ersten Jahr ihrer Beschäftigung auch unter Tarif entlohnen können. Befristete Arbeitsverhältnisse
sollen erleichtert werden.
In wirtschaftlich angeschlagenen Firmen sollen Belegschaft und Betriebsräte zudem
betriebliche Bündnisse für Arbeit schließen können, auch ohne dass die Tarifparteien zustimmen.
17.11.2004 - 5 Millionen Arbeitslose im Winter
Experten der Bundesagentur für Arbeit (BA) warnen erstmals offiziell vor einem neuen Nachkriegsrekord bei der
Arbeitslosigkeit! Eine BA-Studie geht davon aus, daß im ersten Quartal 2005 bis zu 5 Mio. Menschen ohne Job sein könnten.
Grund: Durch die Reform „Hartz IV“ werden rund 300 000 Sozialhilfeempfänger als
arbeitslos erfaßt.
Politiker fordern jetzt, daß Arbeitslose verstärkt Jobs im Ausland annehmen sollen! Michael Fuchs (CDU): „Erwerbslose müssen alles versuchen, um
eine Stelle zu bekommen – auch bei Firmen im Ausland.“
11.11.2004 - Verwaltungsrat will virtuellen Arbeitsmarkt abschalten
Berlin - Der Staatssekretär im bayerischen Sozialministerium sagte dem "Münchner Merkur", er sehe nur noch Kosten und keine Chancen für den virtuellen
Arbeitsmarkt.
Obwohl bereits 60 Millionen Euro in das Projekt geflossen seien, wäre ein Ausstieg die beste Lösung. "Ansonsten fließen vielleicht noch einmal 100
Millionen hinein", sagte Heike dem Blatt.
Der virtuelle Arbeitsmarkt hatte Ende vorigen Jahres Negativschlagzeilen gemacht. Damals war bekannt geworden, dass die
Kosten für die Zeit bis 2008 statt der ursprünglich veranschlagten 65 Millionen Euro auf 165 Millionen Euro steigen könnten. Der BA-Vorstand hatte daraufhin die Kosten auf 163
Millionen Euro begrenzt. Der zuständige Projektleiter wurde von seinen Aufgaben entbunden.
Der virtuelle Arbeitsmarkt umfasst neben der Ablösung des internen Computersystems zur
Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen eine Internet-Jobbörse und ein Internetserviceportal.
Zu dem Projekt gehört auch ein Jobroboter - eine Suchmaschine, die auf
Internetseiten von Unternehmen nach Stellenangeboten sucht. Nach Berichten zahlreicher Nutzer funktioniet das Portal nur rudimentär.
08.11.2004 - Frauen verkaufen sich bei Verhandlungen über Gehalt schlechter als Männer
Frauen erhalten bis zu 30 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen in
vergleichbarer Position. Laut einer aktuellen Umfrage sind die Frauen aber zum Teil auch selber schuld.
Frauen verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als ihre
männlichen Kollegen in gleichwertiger Position. Bei einer Untersuchung von 22 Berufen und einem Vergleich von 250.000 Gehältern stellte der «Stern» einen Gehaltsunterschied von
bis zu dreißig Prozent fest. Damit lande Deutschland im europäischen Vergleich auf den hintersten Rängen, berichtete das Magazin am Mittwoch vorab aus der aktuellen Ausgabe.
Besonders aussagekräftig ist das Ergebnis im Bereich der Unternehmensberatung. Eine
35-jährige verdient der Studie zufolge im Durchschnitt 20.000 Euro weniger im Jahr als ein gleichaltriger männlicher Kollege. Auch in Führungspositionen stellte das Magazin einen
Unterschied von durchschnittlich dreißig Prozent fest. Sogar in Berufsgruppen, in denen viele junge Frauen arbeiten - wie in der Öffentlichkeitsarbeit - wird oft ungleich bezahlt.
Frauen verkaufen sich schlechter - Bei einer anonymen Umfrage gaben Personalleiter offen zu,
dass ihnen dieses Ungleichgewicht bewusst ist: Über ein Drittel der Befragten hätten angegeben, dass Männer oft besser verdienen würden als Frauen, so der «Stern. Insgesamt 17
Prozent gaben sogar an, Frauen würden grundsätzlich weniger verdienen als Männer.
Außerdem zeigte die Untersuchung, dass die Gehaltunterschiede mit steigender Berufserfahrung
wachsen. Ab Mitte dreißig verdienen Frauen demnach fast immer weniger als Männer in vergleichbarer Stellung. Laut «Stern» sind für diese Entwicklung einerseits die Doppelbelastung
der Frauen mit Kind und Beruf, andererseits aber auch ihr Verhalten ausschlaggebend. Vierzig Prozent der Personalleiter gaben in der Umfrage an, Frauen würden sich in
Gehaltsgesprächen schlechter verhalten als Männer. Quelle: netzeitung.de
03.11.2004 - Im Oktober keine Trendwende am Arbeitsmarkt
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober um 50.100 auf 4.206.600 gesunken.
Das waren 55.300 mehr als vor einem Jahr, berichtete die
Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 10,1 Prozent.
Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise,
sagte, die deutsche Wirtschaft sei weiterhin auf Wachstumskurs. Trotz dieser positiven Grundtendenz sei eine Wende auf dem Arbeitsmarkt aber noch nicht zu erkennen. Ermutigend
seien allerdings Zeichen auf der Beschäftigungsseite, sagte Weise.
Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Oktober um 12.000 auf 4,457 Millionen
gestiegen. Im Westen nahm die saisonbereinigte Erwerbslosenzahl um 14.000 zu, im Osten ging sie um 2.000 zurück, berichtete die Bundesagentur weiter.
01.11.2004 - Bundesagentur für Arbeit begrenzt Ausgaben
Die BA geht nicht davon aus, den vorgesehenen Bundeszuschuss
deutlich zu überschreiten. Bis Ende September lagen nicht nur die Einnahmen deutlich unter Plan, sondern auch die Ausgaben. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat in den
vergangenen Monaten die Ausgaben begrenzt und rechnet damit, dass der Bundeszuschuss im Gesamtjahr kaum höher als geplant ausfallen wird. Wie die BA am Dienstag in Nürnberg
mitteilte, konnten Einsparungen auf der Ausgabeseite weiter wachsende Einnahmeausfälle kompensieren. Das Finanzierungssaldo sei nicht weiter gestiegen.
«Am Ende des dritten Quartals 2004 zeichnet sich eine spürbare Entspannung der finanziellen
Situation der Bundesagentur für Arbeit ab», sagte Finanzvorstand Raimund Becker bei der Vorstellung des jüngsten Finanzberichts. «Der Zuschussbedarf der BA wird voraussichtlich
nur wenig über dem im Haushaltsplan 2004 vorgesehenen Wert von 5,2 Milliarden Euro liegen.»
Höhere Mindereinnahmen, weniger Ausgaben - Das Defizit bei den Einnahmen habe im bisherigen
Jahresverlauf von Quartal zu Quartal zugenommen, so Becker. Ende September lagen die Einnahmen demnach mit 36,081 Milliarden Euro um 1,218 Milliarden oder 3,3 Prozent unter dem
Sollwert. Innerhalb des dritten Quartals sei aber eine Stabilisierung der Soll-Ist-Abweichung erkennbar.
Die Ausgaben wurden laut Becker auf 41,215 Milliarden Euro begrenzt. Das sind 1,624
Milliarden oder 3,8 Prozent weniger als vorgesehen. Vor allem in den Sommermonaten sei deutlich weniger ausgegeben worden als geplant. Gespart wurde vor allem bei
Verwaltungsaufwendungen und bei der so genannten aktiven Arbeitsförderung. Allerdings waren die Ausgaben für die Förderung der Selbstständigkeit bis Ende September um fast ein
Drittel höher. Warnung vor Unwägbarkeiten - «Bei der Zielerreichung sind wir auf einem guten Weg», sagte BA-Vorstand Heinrich Alt. «Die Ausrichtung der aktiven
Arbeitsmarktpolitik auf Wirkung und Wirtschaftlichkeit hat hierauf entscheidenden Einfluss.»
Becker sagte, für das Schlussquartal 2004 gebe es allerdings noch eine Reihe Risiken, die
nicht abschließend beurteilt werden könnten. Dazu zählten Unwägbarkeiten bei den Beitragseinnahmen und Aufwendungen für Verpflichtungen aus dem Ausbildungspakt Quelle: Netzeitung.
28.10.2004 - Deutsche Wachleute für Nordwestirak gesucht
Arbeitslose Sicherheitskräfte können sich bei der Bundesagentur für
Arbeit für einen Job im Irak bewerben. Geboten wird im Arbeitsvertrag unter anderem eine Lebensversicherung Geprüfte Sicherheitskräfte mit der Suche nach einem gewissen Kick in
ihrem Beruf können sich derzeit für eine Stelle besonderer Art bewerben. Die zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) sucht Wachmänner für
ein deutsches Unternehmen – Einsatzort: Nordwestirak.
Fünf Stellen zum 1. September sind frei, wie es in dem Stellenangebot der ZAV weiter heißt.
Die Bewerber müssten IHK-geprüfte Sicherheitsfachleute sein, Berufserfahrung mitbringen und «körperlich fit» sein. Englischkenntnisse seien unbedingte Voraussetzung.
Waffensachkunde sei «erwünscht», Höchstalter 45 Jahre.
Zum Einsatz kommen die Wachmänner in Mossul, der drittgrößten Stadt des Irak. Zu den
Aufgaben gehören die Überwachung des Flughafens, Personenkontrollen und Patrouillendienste sowie Objektüberwachung. Die Bewerber müssen sich auf Schichtarbeit einstellen, und
ungefährlich ist es in Mossul auch nicht: Neben einem überdurchschnittlichen Gehalt, Auslöse, Flug und Unterkunft wird in dem deutschen Arbeitsvertrag eine Lebensversicherung
geboten.
Arbeitgeber sei ein deutscher Sicherheits-Fachdienstleister, so die ZAV in Bonn weiter.
Bewerben können sich Interessenten nur direkt bei der ZAV, von der sie dann auch den Namen des Unternehmens erfahren. Kritik kam vom Europaabgeordneten Tobias Pflüger, der für die
Linksfraktion im Europaparlament sitzt: «Hatte Bundeskanzler Schröder immer erklärt, keine Bundeswehrsoldaten in den Irak entsenden zu wollen, fördert jetzt offensichtlich die
Bundesagentur für Arbeit die 'Privatisierung' der deutschen Irak-Kriegsbeteilung.
20.10.2004 - Scharfe Kritik an Bundesagentur für Arbeit - vom Bundesrechnungshof
Der Rechnungshof hat der Bundesagentur für
Arbeit ein vernichtendes Urteil ausgestellt. Nach einem Pressebericht ist die Hartz-Reform wirkungslos.
Die Vermittlungstätigkeit der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist nach
Meinung des Bundesrechnungshofes miserabel. Weniger als fünf Prozent der Vermittlungsvorschläge hätten zu einem neuen Job geführt, berichtet die «Berliner Zeitung». Das Blatt
beruft sich auf einen internen Bericht an den Vorstand der BA. Von 650 überprüften Vermittlungsvorschlägen seien nur 4,6 Prozent erfolgreich gewesen. Trotz der eingeleiteten
Vermittlungsoffensive der BA unterscheide sich das Ergebnis kaum von dem des Jahres 1997, hätten die Prüfer festgestellt. Die Hartz-Reform sei wirkungslos.
Außerdem würden zu viele Bewerber zu einer offenen Stelle geschickt und die Gründe für eine
Ablehnung zu spät erfragt. So hätten die Arbeitsvermittler bis zu 65 Bewerber für eine offene Stelle vorgeschlagen, ohne dass nach den ersten erfolglosen Vermittlungsversuchen mit
dem Arbeitgeber über dessen Erwartungen und das weitere Vorgehen gesprochen worden sei.
Selbst entscheiden?! - Ebenfalls sehr kritisch bewerteten die Rechnungsprüfer, dass
Arbeitslose mehrere Jobangebote ausgehändigt bekämen und selbst eine Auswahl treffen könnten, wo sie sich bewerben. Das entspreche nicht den «Erfordernissen einer individuellen
Arbeitsvermittlung». Quelle: www.netzeitung.de
29.09.2004 - Ein neuer Arbeitsplatz verschlingt bis zu 85.000 Euro an
Vermittlungskosten
Alle reden von den Kosten der Arbeitslosigkeit - aber was kostet eigentlich die Arbeit der Arbeitsämter? Laut einer Studie des Instituts der
deutschen Wirtschaft gaben die Arbeitsamtbezirke im Jahr 2002 durchschnittlich 33.400 Euro aus, bevor sie nur einen Arbeitslosen in Beschäftigung gebracht hatten. Während die
Vermittlung in Karlsruhe gerade mal 6.700 Euro kostete, schossen die Ost-Berliner Arbeitsämter mit 85.400 Euro pro Fall den Vogel ab. Dabei waren die Ost-Arbeitsämter keineswegs
immer die teuersten. Mainz und Wuppertal lagen deutlich über dem Schnitt, während das strukturschwache Cottbus so sparsam wirtschaftete wie Mannheim. Quelle: www.iwkoeln.de
07.09.2004 - Verlängerung der Erprobung des Vermittlungsgutscheins bis 31.12.2006
Private Arbeitsvermittlung wieder 2 Jahre
verlängert, bis 31.12.2006 Die Erprobung des Vermittlungsgutscheins wird bis zum 31. Dezember 2006 fortgeführt, um weitere Erfahrungen mit diesem neuen Instrument zu
sammeln und es sodann zusammen mit den anderen neuen Maßnahmen am Arbeitsmarkt bewerten zu können. Schon jetzt können allerdings einige Verbesserungen vorgenommen werden, die die
Handhabung des Instruments vereinfachen, die Vermittlung beschleunigen können und Missbrauch vorbeugen: So wird die dreimonatige Arbeitslosigkeit, die bisher dem Erhalt eines
Vermittlungsgutscheins vorausgehen musste, auf sechs Wochen verkürzt. Völlig unerheblich ist die Dauer der vorangegangenen Arbeitslosigkeit künftig für den Wert des
Vermittlungsgutscheins. Dieser wird einheitlich auf 2.000 Euro festgesetzt.
Der Vermittlungsgutschein war probeweise im März 2002 als neues Angebot zur Integration in den
ersten Arbeitsmarkt - befristet bis Ende 2004 - eingeführt worden. Er ermöglicht es dem Arbeitsuchenden, einen privaten Arbeitsvermittler seiner Wahl auf Kosten der Bundesagentur
für Arbeit mit seiner Vermittlung zu beauftragen. Das erfolgsabhängige Honorar beträgt derzeit 1.500 bis 2.500 Euro - je nach Dauer der Arbeitslosigkeit. Die private
Arbeitsvermittlung erfolgt zusätzlich zu den Aktivitäten der Arbeitsagentur. Quelle: http://www.bmwi.de/Navigation/arbeit,did=40376.html
25.08.04 - Arbeitsagentur.net ist ab sofort auch unter der Domain: arbeitsvermittler-suche.de
abrufbar
Um in Zukunft noch einfacher in Suchmaschinen gefunden zu werden, haben wir entschlossen unsere Dienste auch unter der Domain arbeitsvermittler-suche.de
bereitzustellen.
06.07.04 - Start der Betaversion von ARBEITSAGENTUR.net
Auf Arbeitsagentur.net finden Sie private
Arbeitsvermittler, welche auf Wunsch den direkten Kontakt zwischen Arbeitgebern und Ihnen als Bewerber herstellen, um freie Positionen ideal zu besetzen und Ihre beruflichen
Idealvorstellungen auf Basis einer Festanstellung zu realisieren.
NEWS VOM ARBEITSMARKT
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